23.05.2014 18:50 Uhr

Alle im selben Boot – über die Unified Kanu-Wettbewerbe

Nachdem sich bereits an den zwei Vortagen die Einer- und Zweier - Kanuten spannende Rennen auf dem Unterbacher See geliefert hatten, stand der Finaltag der Special Olympics Düsseldorf 2014 ganz im Zeichen der Disziplin „Unified Canadier“.

Beim 3. Lauf im 4er Canadier bemüthen sich alle Teams um einen schnellen Start. (Foto: SOD/Stefan Holtzem)

Beim 3. Lauf im 4er Canadier bemüthen sich alle Teams um einen schnellen Start. (Foto: SOD/Stefan Holtzem)

Bei den Unified-Wettbewerben sorgen drei Athleten mit Stechpaddeln für den Antrieb, während eine Person ohne geistige Behinderung ganz hinten im Boot für die Steuerung zuständig ist. Der Unified Partner darf jedoch nicht selbst mitpaddeln. Die Teams, die an diesem Tag aufgrund einer Unwetterwarnung etwas früher als geplant an den Start gingen, kommen aus Schulen, Behindertenwerkstätten aber auch aus Sportvereinen.

So auch die Sieger des Wettbewerbs 16-plus. Seit vier Jahren trainieren die Brandenburger zwei Mal die Woche gemeinsam im Verein „Wassersport PCK Schwedt“, der seine Pforten auch für Mitglieder mit Handicap geöffnet hat. Die SOD Athleten stammen vor allem aus der kooperierenden Lebenshilfe in Schwedt. Ehrenamtliche Trainer sorgen dafür, dass sich das Kanufahren Stück für Stück verbessert. „Sogar im Winter trainieren wir. Da geht es dann in den Kraftraum“, erzählt Steuermann Gerhard Bowitzky stolz. Er selbst ist ein alter Bekannter im Kanusport. Nachdem er vor etwa zehn Jahren ein Bein bei einem Unfall verlor, holte er 2012 bei der Paracanoe WM in Polen die erste deutsche Goldmedaille. „Ich habe nur einmal korrigiert, das war’s. Die sind so motiviert – unglaublich“, schwärmt er nach dem Rennen von seinem Team, welches 2010 durch die Auszeichnung „Sterne des Sports“ sogar schon die Kanzlerin treffen durfte. Anderen Behindertenschulen rät er, ebenfalls mehr mit den örtlichen Sportvereinen zu kooperieren um somit bessere fachliche Unterstützung zu erhalten.

Auch Landeskoordinator Horst Schlisio zieht ein positives Fazit: „Wir hatten wunderschöne Wettkämpfe mit vielen tollen Momenten. Vor allem im Unified Bereich sind wir gerade dabei uns weiterzuentwickeln.“ Er selbst hat beim Aufbau der Levana Förderschule Schweich aktiv mitgeholfen. Ziel der nächsten Spiele soll es sein, einen engeren Regelkatalog aufzustellen, um somit noch fairere Wettbewerbe bieten zu können. Wettbewerbe, bei denen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam zusammenarbeiten – alle im selben Boot.


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