22.05.2014 20:47 Uhr

Gemeinsam Spaß auf vier Rollen: Erster Unified-Lauf beim Roller Skating

Viel vorgenommen hatten sich die Athleten beim Roller Skating am Mittwoch, an dem der Großteil der Wettbewerbe ausgetragen wurden: Die Klassifizierungsrunden für den 1.000 Meter Einzellauf, sowie die Staffelrennen über 2 x 100 m, 1 x 200 m, und 4 x 100 m. Auch die ersten Finalrennen der Einzelwettbewerbe über 100 m und 500 m wurden ausgetragen. Die Wettbewerbe finden im Eisstadion an der Brehmstraße in Düsseldorf statt. Insgesamt sind 68 Teilnehmer angemeldet.

Unter den Anfeuerungsrufen der Zuschauer wird Jason Burcyk von Daniel Tinney, Mohammed Loritz, Florian Gebhart und Patrik Bachmann verfolgt. (Foto: SOD/Tom Gonsior)

Unter den Anfeuerungsrufen der Zuschauer wird Jason Burcyk von Daniel Tinney, Mohammed Loritz, Florian Gebhart und Patrik Bachmann verfolgt. (Foto: SOD/Tom Gonsior)

Die Roller Skating-Fläche des Eisstadions hat einen Umfang von ungefähr 100 Meter. Gemäß der Regeln der FIRS, der Federation International de Roller Skating, starten nicht mehr als sechs Läufer gleichzeitig. Die Athleten stellen sich zu Beginn des Rennes in die für sie reservierte Bahn auf, im Verlauf des Rennens ist es ihnen erlaubt, die Bahnen der anderen zu kreuzen. Besonders wichtig ist, dass die Athleten die komplette Schutzkleidung tragen,  also einen Helm, Knie-und Ellenbogenschoner sowie Handschuhe.

Unter den  Sportlern ist auch der 21-jährige Christian Pohler aus Düsseldorf, Mitglied bei „Sport macht Spaß“, dem Sportverein der Lebenshilfe. Er ist bereits seit zehn Jahren dabei und hat bei der Eröffnungsfeier der Special Olympics  Düsseldorf 2014 die besondere Aufgabe erhalten, den Eid zu sprechen. „Es war schön und ich hatte Spaß dabei, den Eid zu sprechen, weil ich das zum ersten Mal machen durfte“ erinnert er sich freudig zurück.

Für Pohler gab es nach der Eröffnungsfeier noch eine weitere Premiere. Gemeinsam mit seinem Trainer Peter Frank und mehreren anderen Teams durfte er die ersten Unified-Staffelläufe einläuten.  Zum ersten Mal können auch Teams, bestehend aus SOD-Athleten, im Staffellauf der Disziplin Roller Skating antreten. Es handelt sich diesmal um eine Demonstrationsdisziplin. Beim den nächsten Spielen wird es Unified Roller Skating auch als regulären Wettbewerb geben, dann aber sind  Trainer nicht mehr als Unified-Partner zugelassen. Für die nächsten Nationalen Spiele muss sich Pohler also einen neuen Partner suchen. Ideen für seinen zukünftigen Mitfahrer hat der Roller Skater bereits: „Meine Schwester, oder meine Mutter, vielleicht auch meinen Vater: der ist aber ein bisschen langsamer als ich, den muss ich noch trainieren.“

Neben den Unified-Staffelwettbewerben ist  Pohler auch für die Einzelläufe der 300m und 500m angemeldet. Seit einem halben Jahr trainiert er dafür  mit seinem Trainer, der, wenn er nicht als Pohlers Privattrainer und Staffelpartner  fungiert, die Düsseldorfer Speedskater  betreut. Mit ihnen ist er in diesem  Jahr zum ersten Mal bei SOD dabei. „Vor letztem Dezember bin ich mit Menschen mit geistiger Behinderung überhaupt nicht in Berührung gekommen, ich hatte regelrecht Berührungsängste. Aber das ist überhaupt nicht notwendig. Ich habe hier richtig viel Spaß an den Wettbewerben, mit allen Teilnehmern.“


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