23.05.2014 13:40 Uhr

Großer Eifer im kleinen Kreis

Beachvolleyball ist die kleinste Sportart bei den Special Olympics in Düsseldorf. Steht man als Zuschauer am Rand der sandigen Freiluftfelder im Arena-Sportpark, mag der Ausdruck „klein“ so gar nicht zu den eifrigen Athleten passen: Sie baggern, pritschen, laufen, werfen sich in den Sand, um auch die letzten Bälle noch zu erreichen. „Unified!“ lautet der Schlachtruf der Sportler. Großer Eifer im kleinen Kreis.

Maximilian Metzger vom Team Zussdorf hechtet nach dem Ball. (Foto: SOD/Andreas Bister)

Maximilian Metzger vom Team Zussdorf hechtet nach dem Ball. (Foto: SOD/Andreas Bister)

Vier Unified-Teams treten in dieser Woche auf 580 Tonnen aufgeschüttetem Sand gegeneinander an. Die Spieler stammen allesamt aus einem Verein von Sportlern mit und ohne Behinderung in Wilhelmsdorf, Baden-Württemberg, und sind bereits eine eingeschworene Truppe. Für Special Olympics 2014 haben sie sich bei der technisch anspruchsvollen Disziplin Volleyball entgegen der läufigen Regeln in Vierer-Teams aufgeteilt. Eine Partie wird über zwei Gewinnsätze gespielt, dabei hat  jeder Athlet auf dem Feld seinen eigenen Verantwortungsbereich. „Beachvolleyball ist ein Servicespiel“, wie der Trainer und nationale Koordinator für Volleyball, Michael Stäbler, es nennt,“ bei dem es ohne Taktik nicht funktionieren kann.“

Doch neben hartem Training stehen vor allem Teamgeist und Spaß im Vordergrund. Maximilian Metzger ist als Spielpartner ohne Behinderung Teil der Unified-Beachvolleyballer und begeistert vom offenen Umgang miteinander. „Wir sind nicht nur aufs Gewinnen fixiert, sondern sehr fair zueinander. Das ist ein ganz anderes Mannschaftsgefühl.“ Mit von der Partie sind auch gehörlose Athleten, trotzdem ist die Verständigung untereinander kein großes Problem. Mit mehr oder weniger professioneller Gebärdensprache werden die letzten Hürden überwunden.

Einige der Teilnehmer sind bereits seit über 15 Jahren Mitglieder im Wilhelmsdorfer Verein. Einmal in der Woche trainieren die 21 Teammitglieder – eine feste Konstante im Leben. Michael Kachler war als Sportler mit Behinderung mit seiner Gruppe bereits bei den Weltspielen in Shanghai dabei, Beachvolleyball ist seine Leidenschaft. Stolz zählt er weitere Veranstaltungsorte auf, an denen er im Rahmen der Special Olympics im Sand alles gegeben hat. München, Istanbul, Athen. Fragt man ihn, was für ihn Beachvolleyball ist, antwortet er: „Sommer.“  Andere Sportarten kämen für ihn nicht in Frage. „Fußball geht nicht, ich habe zwei linke Beine“, lacht der 27-Jährige.

Vom Veranstaltungsort sind sowohl das bunte Team als auch Trainer Stäbler begeistert. „Die Volleyballfelder liegen sehr zentral, da können wir in den Pausen auch mal bei anderen Sportarten reinschnuppern.“ Dafür ist besonders am Freitag noch ausreichend Zeit, denn dieser Tag bleibt für die Beachvolleyballer wettbewerbsfrei. Einige spannende Gruppenspiele sind jedoch noch auszutragen, bevor dann die Sieger gekürt werden.


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