22.05.2014 13:59 Uhr

Schülerredakteure treffen Britta Steffen zum Interview

Die Schülerredakteure der Mühlezeitung Christopher Grüninger und Patric Rehl haben die frischgebackene SOD-Sportbotschafterin Britta Steffen zum Interview getroffen.

Britta Steffen und Schülerredakteur Patric Rehl im Interview. (Foto: SOD/Florian Conrads)

Britta Steffen und Schülerredakteur Patric Rehl im Interview. (Foto: SOD/Florian Conrads)

Patric: “Warum sind Sie hier? Was machen Sie bei Special Olympics?
“Vor ein paar Jahren hat man mich gefragt, ob ich nicht bei einem Unified-Lauf in Berlin mitmachen möchte. Das habe ich getan und es hat mir total viel Spaß gemacht. Anschließend bin ich auch beim Fackellauf für Special Olympics mitgelaufen und wurde gefragt, ob ich nicht auch Botschafterin werden will. Da habe ich natürlich nicht ‚nein‘ gesagt!“

Patric: “Wie gefällt es Ihnen hier?“
“Toll. Zuerst war ich bei den Schwimmwettkämpfen. Viele Athleten haben mich erkannt und spontan umarmt. Andere haben gefragt ‚Wer bist du?‘ oder ‚Guckst du zu, wenn ich nachher schwimme?‘ Im Gesundheitszelt fand ich toll, dass sich da jeder durchchecken lassen kann.“

Chris: “Schauen Sie nur Schwimmen oder auch andere Sportarten an?“
“Natürlich ist mein Schwerpunkt das Schwimmen, weil ich da herkomme, aber durch meinen Rundgang hier habe ich die anderen Sportarten auch mitbekommen.“

Chris: “Warum haben Sie im September 2013 ihre Karriere beendet?“
“Ich bin jetzt dreißig Jahre alt und habe in meinem Sport alles erreicht. Es gibt keinen Titel, den ich nicht gewonnen habe. Ich hatte einfach das Gefühl: Es ist jetzt genug. Ich habe jeden Tag mindestens fünf Stunden trainiert und am Ende wurden die Regenerationsphasen immer länger. Mein Rhythmus war Training, Frühstück, Training Abendbrot, Schlafen und am nächsten Tag alles wieder von vorne.“

Chris: “Sie waren sehr erfolgreich. Auf welche Leistung sind Sie ganz besonders stolz?“
“Weltrekord geschwommen zu sein! Das Gefühl, die schnellste Frau der Welt zu sein, ist schon saucool. Es kann aber leider sein, dass meine beiden Rekorde (Anm. der Redaktion: 50m und 100m Freistil) in diesem Sommer fallen.“

Chris: “Ist es Ihnen ohne Schwimmen jetzt langweilig?“
„Nee, ich habe doch jetzt ganz viele Hobbys! Ich koche sehr gerne und treffe mich mit Freunden. Und ich habe angefangen, ganz viel zu lesen, weil ich endlich dafür Zeit habe. 18 Jahre Leistungssport und jeden Tag das gleiche machen zu müssen – das reicht einfach irgendwann!“

Patric: “Das Special-Olympics-Motto heißt ‚Gemeinsam stark‘. Hat das auch für Sie eine besondere Bedeutung?“
„Nein, ich kannte das leider immer etwas anders. Der Zusammenhalt und die Wertschätzung bei Special Olympics, das sind Dinge, die ich mir im Schwimmleistungssport auch gewünscht hätte. Wenn man früher Zweiter geworden ist, hat man sich gesagt: ‚Mist, schon wieder nicht gewonnen‘. Da hat man sich gegenseitig kaum etwas gegönnt. Bei Special Olympics haben die Leute einen ganz anderen Zusammenhalt!“

Patric: “Wir sind Schülerredakteure, deshalb interessiert uns natürlich: Waren Sie eine gute Schülerin?“
„Bis zur 7. Klasse hatte ich lauter Einser. Dann habe ich angefangen zu trainieren und war oft zu müde zum Lernen. Dann war da auch mal eine Zwei, eine Drei oder manchmal auch eine Vier dabei. Am Ende hatte ich aber einen ordentlichen Zwei-Komma-Schnitt.“

Patric: “Freuen Sie sich auf die Fußball-WM? Oder freuen Sie sich mehr auf die Schwimm-EM?“
„Fußball als Massenanziehungspunkt begeistert mich schon. Positive Sachen, wie Public Viewing in den Kneipen von Berlin, wo man zusammen Fußball schaut und sich zusammen über die Spiele freut, gefallen mir sehr. Die negativen Sachen mag ich aber nicht so gerne. Die Aggressionen, die manchmal reinkommen, gehören nicht in den Sport. Das ist beim Schwimmen etwas besser und natürlich wird die Europameisterschaft in meiner Heimatstadt Berlin etwas ganz besonderes!“

Chris: “Ist es völlig ausgeschlossen, dass Sie irgendwann ein Comeback geben?“
„Man soll nie ‚nie‘ sagen! Momentan vermute ich sehr stark, dass ich nicht mehr zurückkehre. Ich will ja schließlich auch noch Mama werden. Auf der anderen Seite gab es 2008 eine Schwimmerin, die hat mit 40 noch Silber gewonnen. Vielleicht wäre das ja für mich etwas (lacht). Aber momentan bin ich sehr zufrieden und habe ganz andere Ziele.“


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