22.05.2014 15:00 Uhr

Training unter dem Bett - Erste Finalwettbewerbe im Kraftdreikampf

Am Mittwoch ging es für die ersten Athleten im Kraftdreikampf ans Eingemachte: Im hinteren Bereich der Leichtathletikhalle im Arena-Sportpark bereiteten sich die Teilnehmer im Aufwärmbereich vor; mit Liegestützen, Armdehnungen oder auf dem Fahrradergometer.

Muhammed-Ali Yalcin, BWB GmbH, ist hoch konzentriert. (Foto: SOD/Andreas Bister)

Muhammed-Ali Yalcin, BWB GmbH, ist hoch konzentriert. (Foto: SOD/Andreas Bister)

Die Sportart Kraftdreikampf umfasst drei Disziplinen: das Kniebeugen, das Bankdrücken und das Kreuzheben. Insgesamt  haben sich insgesamt  24 Athleten angemeldet, darunter auch eine Gastdelegation aus Österreich.

Angesetzt für den Tag waren die Wettbewerbe der Frauen, die niedrigeren Dreikampf-Gewichtsklassen der Männer, sowie der Zweikampf, bei dem die dritte Disziplin „Kniebeugen“ wegfällt. Thommy Katchin ist zum ersten Mal bei dem Special Olympics im Zweikampf dabei. Für die Wettbewerbe hat sich der 31-Jährige das letzte dreiviertel Jahr vorbereitet.  „In der Woche einmal Training, ca. eine halbe Stunde mit weniger Gewicht aber mehr Übungen.  Auch Zuhause mache ich was. Zum Beispiel lege ich den Fernseher auf‘s Bett, lege mich darunter  und drücke das hoch“,  erklärt der Görlitzer seine Trainingsmethoden.                            

Pro Runde haben Katchin und die anderen Athleten eine Minute Zeit, die Gewichte zu stemmen, dauert es länger, wird der Versuch als ungültig erklärt. Für jede Gewichtsstufe, also für jede neue Runde, haben die Athleten drei Versuche. Sportlerinnen und Sportler mit einer ähnlichen Gewichtsstufe werden in die gleiche Klasse eingeteilt.

„Wichtig ist vor allem die Körperhaltung, besonders beim Kreuzheben. Die Gewichte werden aus der Hocke explosionsartig in die Höhe gewuchtet“, beschreibt Enrico Häfner, Kraftsporttrainer des Bodenschwinghof Mechterstätt die Schwierigkeiten bei dieser Disziplin des Dreikampfes. Katchins Begleiter hat darum ein besonderes Augenmerk auf die Haltung seines Athleten: „Da muss man sichterstellen, dass kein Hohlkreuz entsteht und dass der Oberkörper nach oben hin gerade bleibt und auch der Blick geradeaus geht. Aus der Hocke soll er sich dann gerade hinstellen.“

Als endgültige Leistung wird jeweils das höchste Gewicht eines Wettbewerbes gezählt, sowie das Gesamtgewicht aller Wettbewerbe. Für Katchin ist es nicht schlecht gelaufen. Im Kreuzheben erreicht er mit 137,5 Kilo die Bestleistung, im Bankdrücken den zweiten Platz mit 65 Kilo. Mit diesen Ergebnissen liegt er auch in der Gesamtwertung  auf dem zweiten Rang. Der Kraftsport ist Katchin, der zuvor bereits zweimal als Handballspieler bei den  Special Olympics in Karlsruhe und in Bremen teilgenommen hat, sehr wichtig. „Ich kann nicht wirklich sagen, warum ich Lust zum Kraftsport hatte, aber irgendwas hat mir den Anreiz gegeben mitzumachen. Wahrscheinlich die Möglichkeit meine ganze Wut mal rauszulassen, das kann ich beim Handball nicht so. Jetzt geht’s besser.“

Die Sportart scheint die richtige Wahl gewesen zu sein. „Das Anfangsgewicht, das ich bei Thommy auflegen konnte, lag knapp unter 70 Kilo, jetzt sind wir bei 137,5 Kilo maximal. Das ist in den letzten neun Monaten eine Steigerung um das Doppelte. Das ist schon spitzenmäßig“ ist auch der Trainer stolz.


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