22.05.2014 16:47 Uhr

Vorgestellt: Michael Newton - 40 Jahre gelebte Inklusion

Das Telefon klingelt in diesen Tagen ständig. Helfereinsätze müssen geplant, Teilnehmer- und Ergebnislisten aktualisiert, Aufgaben und Anfragen bearbeitet werden. Doch Michael Newton bleibt gelassen. Bei dem 56-Jährigen, der die Sparten Basketball und Unified Basketball national koordiniert, laufen alle Fäden zusammen.

(Foto: Luca Siermann)

(Foto: Luca Siermann)

Seit 25 Jahren setzt er sich in verschiedenen Positionen für seine Lieblingssportart ein. So war er bereits Coach in seinem Heimatort Bruckberg und neben seiner Arbeit als Nationaler Koordinator auch Mitglied im Global Advisory Club der Special Olympics, der sich einmal im Jahr über Regelwerke oder die besten medialen Wege, die Sportarten mehr in den Fokus zu rücken, austauscht. Der passionierte Reiter ist ein begeisterter Befürworter der Unified Sports, insbesondere des Unified Basketballs. „Das ist meine große Leidenschaft! Ich war 22 Jahre selbst als Partner und später Coach des Teams Bruckberg.“ Dabei sei der Sport ein sehr einfacher und schöner Weg, Menschen mit und ohne Behinderung zusammenzubringen. Drei Athleten mit und zwei Athleten ohne Behinderung, die Partner, bilden eine Mannschaft: Außerdem kann Sport, betont der gebürtige Ire, jungen Menschen auch Perspektiven eröffnen und bei der Berufsfindung helfen. Er selbst hat sich damals inspirieren lassen und ist durch den Kontakt mit Menschen, die eine geistige Behinderung haben, eigentlich erst richtig zum Sport gekommen und später Heilerziehungspfleger geworden. „Aus eigener Erfahrung kann ich daher sagen: Im Basketball gibt es schon seit vierzig Jahren gelebte Inklusion!“

Da es im Unified Sport darum geht, dass sich jeder Sportler gebraucht und geschätzt fühlt, sollen in der Spielstätte am Düsseldorfer Comenius Gymnasium – das ist das Ziel des Organisationsteams – alle Athleten die Chance auf ein Finalspiel haben. Wichtig dabei ist Newton vor allem, eine möglichst große Homogenität der Mannschaften zu erzeugen, indem man mit Trainern kommuniziert und Gruppen passend zuteile: „Denn wenn ein Team zwanzig und mehr Punkte Vorsprung hat, wäre das einfach nur ungerecht! Selbst wenn nicht alle eine Medaille ergattern, wird jede der 11 Mannschaften bei der Siegerehrung geehrt, und die 4. bis 6. Plätze erhalten eine Schleife“, erklärt er.

Trotz der vielen Arbeit verlieren Michael Newton und seine Helfer, zu denen auch seine Söhne Finn und Cillian gehören, nie ihre gute Laune und Begeisterung: „Es macht uns viel Spaß. Auch die Stimmung hier vor Ort ist wirklich gut!“ Die Bilanz ist positiv: Im Vergleich zu den Special Olympics München 2012 hat sich die Zahl der Unified Teams fast vervierfacht. Nur einen Wunsch hat Organisator Newton noch: „Dass wir endlich eine reine Damenmannschaft zusammenbekommen!“


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