02.02.2013 10:27 Uhr

Familienausflug nach Südkorea

Stefanie Wiegel, Snowboarderin und Athletensprecherin des deutschen Special Olympics Teams, kann sich bei den Weltspielen 2013 über ganz besondere Unterstützung freuen – sie wird begleitet von ihrer Familie.

Familie Wiegel im Interview mit Taufig Khalil (BR). Foto: SOD

Für Familie Wiegel aus Mettmann aber sind es nicht die ersten Weltspiele, sie waren bereits bei den Sommerspielen 2011 in Athen dabei, an denen Stefanie – die alle nur „Steffi“ rufen – im Roller-Skating teilnahm. Nur die ältere Schwester Michaela (24) feiert in Südkorea ihre Premiere.

Steffis Special Olympics Karriere begann bereits 2001 bei den Nationalen Winterspielen im Allgäu. Damals durfte sie als 12-jährige erstmals teilnehmen. Anschließend folgten Teilnahmen bei den Sommerspielen 2002 in Frankfurt/Main und 2004 in Hamburg, jeweils im Roller-Skating.

Zu dieser Zeit war sie Schülerin an einer Schule für Lernbehinderte und hatte einen Lehrer, der sie für Special Olympics begeistert hat und sie in ihrem Sport unterstützte. Nach dessen Ausscheiden aus dem Schuldienst ließ auch die Unterstützung für ihre Wettbewerbe nach, so dass eine Teilnahme nicht mehr möglich war.

Die Eltern Petra und Dietmar (beide 55) meldeten Steffi in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) an, in der sie ihrem Traumjob im Küchendienst nachgehen kann. In der Werkstatt gab es auch wieder Unterstützung für den Sport, weshalb Steffi seit den Nationalen Winterspielen 2009 in Inzell wieder regelmäßig an Special Olympics Veranstaltungen teilnimmt.

2013 erlebt sie nun ihre ersten Weltwinterspiele, bei denen sie sogar Athletensprecherin der deutschen Delegation ist. Im Oktober 2012 ist sie von Zuhause ausgezogen und wohnt in einer Außenwohngruppe der Werkstatt. Umso mehr freut sich die Familie, gemeinsam Zeit bei den Weltspielen 2013 verbringen zu können.

Für Vater Dietmar hat sich Steffi durch Special Olympics verändert: „Als Steffi das erste Mal von einer Special Olympics Veranstaltung nach Hause kam, war sie wie verändert. Ihre Stimmung war sehr positiv, sie hat Selbstbewusstsein und sprüht vor Lebensfreude.“ Mutter Petra ergänzt: „Sie ist natürlich durch den Sport auch körperlich fitter, was ihr im Arbeitsalltag hilft.“

In Südkorea hat die Familie die ersten drei Tage ohne Steffi in Seoul verbracht, die mit der deutschen Mannschaft die Tage im Host Town Programm verbrachte. Von der Kultur und der Freundlichkeit der Gastgeber sind sie begeistert. Für die Wettbewerbe hatte sich Steffi viel vorgenommen: „Natürlich will ich eine Medaille gewinnen. Aber wenn das nicht klappt, dann freue ich mich trotzdem, dass ich bei diesem Ereignis dabei sein durfte. Denn dabei sein ist für mich alles.“

Ihr Wunsch hat sich in den Wettbewerben leider nicht erfüllt – er wurde sogar noch getoppt. In den ersten beiden Rennen, im Riesenslalom und Super-G, gab es gleich 2x Silber. Dementsprechend auch die Reaktion des Trainers Raphael Stäbler: „Steffi ist wirklich super gefahren. Ihre Familie ist total stolz auf sie – und ich bin es natürlich auch.“ Ihre Schwester Michaela sagte mit Tränen in den Augen: „So gut habe ich sie noch nie fahren sehen.“ Den noch folgenden Slalom kann Steffi nun richtig genießen, vielleicht kommt ja sogar noch eine Medaille hinzu.

Das nächste Ziel sind dann die Nationalen Sommerspiele 2014 in Düsseldorf – ein „Heimspiel“ für Familie Wiegel. Für Schwester Michaela, die auch noch in Düsseldorf wohnt, „etwas ganz Besonderes“! Und dann wird erstmals auch Steffis Oma dabei sein und sie kräftig anfeuern.



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