21.05.2014 15:01 Uhr

Boccia-Wettbwerbe werden mit Spannung erwartet

Die Athleten der FSV Friedrichshaller Sportverein wollen bei den Special Olympics Düsseldorf 2014 im Boccia Medailen holen.

Guillaume Gane vom FSV Friedrichshaller Sportverein mit Horst Demmelmayr beim Tänzchen. (Foto: SOD/Julia Krüger)

Guillaume Gane vom FSV Friedrichshaller Sportverein mit dem Nationalen Koordinator Horst Demmelmayr beim Tänzchen nach dem Wettbewerb. (Foto: SOD/Julia Krüger)

„Acht Uhr zwanzig. Oh! Da stehen wir um sechs Uhr auf. Das ist früh!“ Guillaume Gane (26) vom FSV Friedrichshaller Sportverein zieht die Augenbrauen hoch und lehnt sich in seinem Rollstuhl zurück. Er guckt respektvoll zu Teamkollege Thomas Fischer (49), der auch auf seinen Einsatz am kommenden Tag als Boccia-Spieler wartet.

Beide werden von Dietmar Fischer, dem Vater von Thomas, trainiert und sind mit einer zehn Athleten starken Mannschaft von sechs Männern und vier Frauen nach Düsseldorf gereist. Behindertensport gibt es beim FSV erst seit 2009 und begonnen hat alles mit zwölf Sportlern, die aber alle Fußball spielen wollten. Erst kurz danach gründete sich die Boccia-Abteilung. Die erste Boccia-Männer-Gruppe befindet sich gerade mitten im Wettbewerb, während Fischer und Gane erst an nächsten Tag antreten, dabei aber große Fan-Unterstützung bekommen: Ein Bus mit 50 Kollegen wird anreisen, um sie bei ihrem Wettbewerb zu unterstützen.

Fischer und Gane sind erst seit 2010 in der Boccia-Abteilung des FSV, bei ihren bisherigen Wettbewerben in Karlsruhe und München aber schon sehr erfolgreich gewesen. Fischer hat schon drei  goldene und eine bronzene Medaille zu Hause,  Gane eine silberne und eine bronzene. „Ich möchte in Düsseldorf wieder eine Bronze-Medaille gewinnen, wie beim letzten Mal. Gold oder Silber geht aber auch“ erzählt Gane ganz bescheiden. Und Fischer fügt hinzu „Und wenn es nicht klappt, ist es auch nicht so schlimm“.

Beide trainieren zusammen, haben aber unterschiedliche Spieltechniken: Fischer kann aus seinem Rollstuhl aufstehen und für kurze Zeit stehen und lässt die Kugel aus der Hand rollen, während Gane die Kugel, aufgrund einer Bewegungseinschränkung in den Armen, aus dem Rollstuhl heraus wirft. Gane guckt während die heutigen Partien laufen immer wieder nervös auf die Uhr und fiebert seinem bevorstehenden Einsatz entgegen. Auch ihm kommt daher zugute, dass die Stimmung zwischendurch auch aufgelockert wird, als in der Halle alle für einen Athleten ein Geburtstagsständchen anstimmen. Dass der Wettbewerb nicht im Freien stattfindet, ist weder für Fischer noch für Gane ein Problem: Sie trainieren Zuhause einmal die Woche draußen, jedoch auch in der Halle, wenn es draußen kühler ist.


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