22.05.2014 13:13 Uhr

„Mein Ziel heißt Los Angeles!“ - Svenja Schwarz im Portrait

Svenja Schwarz ist eine beeindruckende Athletin. Mit ihren 23 Jahren ist sie schon viel in der Welt herum gekommen – die Familie lebte abwechselnd in den USA und in Belgien, Englisch spricht sie fließend und auch der französischen Sprache ist sie mächtig.

Svenja Schwarz vor dem Roll-Up, dass sie beim 10 km Lauf bei den Special Olymics München 2012 zeigt. (Foto: SOD/Jörg Brüggemann - OSTKREUZ)

Svenja Schwarz vor dem Roll-Up, dass sie beim 10 km Lauf bei den Special Olymics München 2012 zeigt. (Foto: SOD/Jörg Brüggemann - OSTKREUZ)

Bei Wettbewerben von SOD entstehen Freundschaften. So auch zwischen Andre Scharf und Svenja Schwarzer, die beide erfolgreich am 10.000m Lauf in Düsseldorf teilnahmen. (Foto: SOD)

Bei Wettbewerben von SOD entstehen Freundschaften. So auch zwischen Andre Scharf und Svenja Schwarzer, die beide erfolgreich am 10.000m Lauf in Düsseldorf teilnahmen. (Foto: SOD)

Das sportliche Ziel ist für Svenja vor diesem Hintergrund dann auch schnell formuliert: Sie möchte unbedingt an den Weltspielen von Special Olympics in Los Angeles im kommenden Jahr teilnehmen. Zum Sport gekommen ist Svenja bereits im Alter von 13 Jahren. Damals besuchte sie die siebte Klasse der Internationalen Schule in Brüssel. Früh erkannte man dort ihr sportliches Talent und so konnte sie schon bald wieder auf Reisen gehen – diesmal allerdings im Auftrag des Sportes.
 
Gemeinsam mit der Sportgruppe der internationalen Schule besuchte sie erste Wettbewerbe in Paris und London, Mutter Sabine dabei immer an ihrer Seite. Mittlerweile lebt Familie Schwarz wieder in Deutschland. Zu Hause in Königstein im Taunus findet Svenja dann auch sehr gute Trainingsbedingungen vor, wie Mutter Sabine betont: „Wir wohnen direkt am Wald - unser Hund kennt die Strecke schon und so können die beiden die Trainingsrunde oft zusammen laufen.“ Wenn Svenja mal gerade nicht die Laufschuhe schnürt, besucht sie ein zweijähriges Förderprogramm bei den Oberurseler Werkstätten. Dort kann sie ihre individuellen Stärken und Fähigkeiten weiterentwickeln. Aber wenn es nach Svenja geht, ist der Traumjob bereits gefunden: Kindergärtnerin. Einen ersten Schritt in diese Richtung wird sie in Kürze mit einem Praktikum in einem bilingualen Kindergarten machen.
 
Bei den Spielen von Düsseldorf sitzt Svenja am Nachmittag vor dem 10.000 -m-Lauf entspannt auf einer Bank in Olympic Town. Neben ihr sitzt Andre Scharf, der ebenfalls über die 10.000 m-Distanz an den Start geht. Kennengelernt haben sich die beiden beim Düsseldorfer Stadtlauf im vergangenen Jahr und sind seitdem befreundet. Gemeinsam mit ihrer Mutter und Familie Scharf möchte Svenja dann vor dem Rennen nochmal die Strecke ablaufen. Denn vor allem das fehlende Kurzzeitgedächtnis macht ihr während des Rennens häufig zu schaffen. Ohne klare Streckenmarkierung weiß sie schlichtweg nicht, wohin sie laufen muss. Ein weiteres Handicap ist das fehlende Gefühl für Zeit. Svenja muss sich also ganz auf die Hilfestellung von außen verlassen. „Wenn ich vier Leute an der Strecke postiert habe, die Svenja anfeuern, dann läuft sie die beste Zeit“, erklärt Mutter Sabine Schwarz.
 
Für diesen Lauf hat sich Svenja ihre Taktik bereits überlegt: „Ich möchte am Anfang zügig beginnen und dann versuchen, das Tempo möglichst bis zum Schluss durchzuhalten.“ Alles im Bereich von 47 Minuten wäre da schon ein großer Erfolg. Am Ende erreicht sie diese Zeit zwar nicht ganz, mit den 50:46 Minuten ist sie nicht ganz zufrieden. Gemeinsam mit ihrem Freund Andre posiert sie dennoch stolz für Fotos im Zielbereich: „Ich wollte Andre noch einholen, aber am Ende hat die Kraft einfach nicht gereicht. Die Hitze war brutal, aber es hat trotzdem großen Spaß gemacht.“ Für baldige Abkühlung ist aber schon gesorgt: am Freitag treffen sich die Familien Schwarz und Scharf in der Neusser Skihalle – zum gemeinsamen Skifahren.


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