05.06.2017 15:56 Uhr

Einfach gemeinsam – Inklusion im Sportverein

Am 13. Mai fand in Otterbach-Otterberg ein Info-Tag zum Thema 'Inklusion im Sportverein' statt.

Einfach Kicken und Spaß haben – das wollen die Fußballer des Integrationsteams des SV Spesbach 1920 e.V. (Landkreis Kaiserslautern). Christian Schröder, der Trainer des Teams, erzählt, dass inzwischen 47 Sportler mit und ohne Handicap regelmäßig gemeinsam trainieren. „Bei uns auf dem Fußballplatz passiert nichts anderes als auf anderen Fußballplätzen“, so Schröder. „Die Sportler kicken bloß“. Um diese wichtige und gleichzeitig einfache Botschaft ging es beim Info-Tag am 13. Mai, zu dem Special Olympics Rheinland-Pfalz, der Sportbund Pfalz, der Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Rheinland-Pfalz und das Ökumenische Gemeinschaftswerk Pfalz GmbH in die Grundschule Otterbach eingeladen hatte.

Denn oft sind Vereinsvorstände oder Trainer, die ihre Vereine gerne für Menschen mit Handicap öffnen würden, unsicher und haben gewisse Ängste und Hemmschwellen. Doch Schröder weiß, dass es bei Inklusion nicht unbedingt darum geht, etwas Neues auszuprobieren. Vielmehr geht es um die Frage, was können Trainer tun, um Menschen mit Handicap in den ganz normalen Trainingsbetrieb einzubinden. Das bestätigt auch Laura Trautmann, Koordinatorin für Inklusion beim Landessportbund.

Und wie gehe ich als Trainer vor, wenn ich zum Beispiel Menschen mit geistiger Behinderung in meiner Trainingsgruppe habe? „Der Übungsleiter einer Gruppe muss kein ausgebildeter Sozial- oder Sonderpädagoge sein“, weiß Holger Schroth von SO RLP. „Es gilt, wie bei einer „klassischen“ Trainingseinheit, auf die besonderen Bedürfnisse der Teilnehmer einzugehen und zu beachten, ob und welche Übungen es gibt, die der Sportler auf Grund seines Handicaps nicht ausführen kann“, erklärt Schroth das unkomplizierte Miteinander. Das ist auch das Rezept von Thomas Becker, der seit Jahren beim Bowlingverein Kaiserslautern gemeinsam mit Menschen mit Handicap die Kugel schiebt: “Miteinander reden, wissen, was der Andere kann und welche Besonderheiten da sind.“

Am Ende waren sich die 60 Teilnehmer, Veranstalter und Referenten einig: Inklusion braucht Vereins-Engagement, Offenheit, Geduld und viele Gespräche. Dann steht der Idee „gemeinsam Spaß und Sport haben“ nichts mehr im Weg.


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