08.08.2017 12:32 Uhr

Erfahrungsbericht: Ehrenamtliche Helferin beim Gesundheitsprogramm Healthy Athletes – Gesunde Athleten

Die Kielerin Antonia Mikolajski hat als ehrenamtliche Helferin das Gesundheitsprogramm Healthy Athletes – Gesunde Athleten bei den Landesspielen in Bayer unterstützt.

Ihre Erfahrungen möchte sie zukünftig in Schleswig-Holstein umsetzten.

Die Kielerin Antonia Mikolajski hat als ehrenamtliche Helferin das Gesundheitsprogramm Healthy Athletes – Gesunde Athleten bei den Landesspielen in Bayer unterstützt. Ihre Erfahrungen möchte sie zukünftig in Schleswig-Holstein umsetzten.

Antonias Reise wurde das das vom Bundesministerium für Gesundheit geförderte Projekt „Gesund durchs Leben“ ermöglicht. Im Projekt werden kommunale Strategien zur Umsetzung von Maßnahmen zur Gesundheitsförderung von Menschen mit geistiger Behinderung in sieben Disziplinen aufgebaut und umgesetzt. Antonia engagiert sich in der Disziplin „Innere Stärke“.

Der Schwerpunkt liegt auf dem psychischen Wohlbefinden mit dem Ziel die Kompetenzen zur Bewältigung und Verbesserung der Widerstandsfähigkeit auf Alltags- und psychische Belastungen zu stärken. In diesem Bereich eignen sich Teilnehmer z.B. Techniken zur Bewältigung von unangenehm empfundenen Situationen an. Somit erlernen sie wie sie ihr Handeln und Denken positiv beeinflussen können oder wie sie ihre Motivation und Selbstwirksamkeit verbessern können.


Antonias Erfahrungsbericht:


Mittwoch, 12.07.2017

16:30 Ankunft in Hof. Mit Sack und Pack traf ich in der Freiheitshalle ein und wurde bei Apfelschorle und Kartof­felsalat fröhlich vom restlichen Team be­grüßt. Die Münchner Studenten waren den Ablauf der Disziplin „Innere Stärke“ des Gesundheitsprogramms bereits mit unseren 6 Schülerhelfern aus Hof durch­gegangen. Netterweise wurde dieser ex­emplarische Ablauf für mich mit dem iPad dokumentiert, sodass auch ich in­nerhalb von 45 Minuten im Bilde war. Nach einem kurzen Briefing durch Dr.Da­niela Schwarz (Clinical Director) und Elke Langbein (Regionale Koordinatorin „ Innere Stärke“, SO Bayern)mach­ten wir uns auf den Weg zur Eröffnungs­feier. Musikalisch durch das Symphonieorchester Hof begleitet, leitete der Moderator uns durch die bisherigen Landesspiele der Special Olympics Bayern. Neben kurzen Interviews mit Athleten und Athletensprechern, Trainern, Politikern und Vorstandsmitgliedern, wurde die Zeremonie durch spektakuläre Tanzeinlagen und musikalische Darbietungen aufgelockert. Im Laufe des Abends wur­de in einem beeindruckenden Spektakel die Hymne der Special Olympics vorgetragen, die Flagge gehisst und zu guter Letzt unter tosendem Applaus das Olympische Feuer entzündet. Ein bewegen­der Moment für alle Athleten und Zuschauer: Nun konnten die Wettkämpfe beginnen!


Donnerstag, 13.07.2017

Gleich morgens wurde das gesamte Gesundheitsprogramm feierlich eröffnet. Nach einer kurzen Ansprache wurde ganz offiziell das Absperrband durchgeschnitten, was von den Reportern der lokalen Medien festgehalten wurde. In unserem sonnendurchfluteten, großen Arbeitsraum, verteilten wir uns in Zweiergruppen auf die verschiedenen Stationen, sodass wir sofort mit dem Programm „Innere Stärke“ loslegen konnten. Von morgens um 10:00 Uhr bis nachmittags um 17:00 Uhr wurden unter reger Teilnahme Stressbälle geknetet, Windräder gepustet, positive Assoziationen aufgemalt, Körper gedehnt und gestreckt und Gedanken zu Hilfe und Unterstützung ausgetauscht. Die Zusammenarbeit von Schülern, Studenten und Organisationsteam klappte hervorragend, sodass am Ende des Tages alle erschöpft aber zufrieden den Heimweg antreten konnten. Da für das im Programm vorgesehene Familienfest inklusive Konzert die Kraft fehlte, haben wir den Tag in der Helferunterkunft beim gemütlichen Grillen unter blauem Himmel ausklingen lassen.

 

Freitag, 14.07.2017

Heute wurde das Gesundheitsprogramm nicht nur von den Athleten besucht, sondern auch der Oberbürgermeister kam für einen kurzen Plausch vorbei. Da Dr. Daniela Schwarz bereits beim nächsten Termin Präsenz zeigen musste und Elke Langbein für den Aktionstag auswärts eingesetzt war, blieb ich mit dem Rest des Teams auf mich allein gestellt, was ausgezeichnet funktionierte! Es war kaum Koordination nötig, da sich untereinander gut abgesprochen wurde, fair, nett und hilfsbereit miteinander kommuniziert wurde und auch der Umgang mit den Athleten reibungslos lief. Ein besseres Team kann man sich nicht wünschen! Am Ende des Tages flitzten wir nur kurz zum Essen nach Hause um dann geduscht und frisiert zur Athleten- und Helferdisco zu gehen. Was für ein Erlebnis! Noch nie habe ich so viele Menschen auf eine so ehrliche Art feiern sehen: Hier wurde nicht versucht cool zu sein oder einen bestimmten Pegel zu erreichen – hier wurde einfach hemmungslos gefeiert! Wenn die Musik durch den Körper geht, dann kann keiner stillhalten, egal wie es aussieht, egal wie und egal mit wem. Von 18.00 bis 22.00 Uhr ging gehörig die Post ab, inklusive Polonaise, Breakdance Moves und Mitgegröle. Für das letzte Lied lagen sich alle in einem großen, schunkelnden Kreis in den Armen: ein bewegender Moment, den ich so schnell nicht vergessen werde.

 

 

Samstag, 15.07.2017

 

In der Zeit von 9:00 – 17:00 schleusten wir in regelrechter Akkordarbeit über 70 Teilnehmer durch das Programm, so viele wie an keinem anderen Tag! Einige Athleten kamen sogar bereits zum wiederholten Mal, weil es ihnen so gut bei uns gefallen hat. Einige wollten sich noch einen Anti-Stressball mitgeben lassen, andere wollten noch einmal das ganze Programm durchlaufen, wieder andere wollten sich einfach nur mit uns unterhalten und von ihren Erfahrungen berichten. „Ich konnte die Goldmedaille nur gewinnen, weil ich vorher meinen Stressball geknautscht habe!“, so einer der Gewinner im Tischtennis – Aussagen wie diese wärmen uns das Herz, motivieren und bestärken uns darin, dass wir mit unserer Arbeit das richtige tun. Am Abend gibt es noch einen 5 Kilometer langen Familienlauf um den See, an dem wir allerdings erschöpfungsbedingt nicht teilnehmen. Es war ein sehr erfolgreicher aber auch anstrengender Tag. Durch den Ansturm im Programm, ist die eine oder andere Pause zu kurz gekommen, weshalb wir aufatmen als wir bei Vanilleeis und heißen Himbeeren die Füße auf der Couch hochlegen konnten.

 

 

Sonntag, 16.07.2017

 

Ein wenig wehmütig begann der letzte, kurze Arbeitstag. Von 9:00 – 12:30 Uhr unterhalten wir uns noch einmal mit den Athleten, darunter viele bekannte Gesichter, die auch noch einmal Tschüss sagen wollen. Nach zügigem Abbau, einem letzten Teamgespräch, der offiziellen Teilnehmerurkundenvergabe, wurde es Zeit sich zu verabschieden. Das fiel nicht leicht, denn diese kurze aber intensive Zeit hat uns bereits zusammengeschweißt. Noch ein paar feste Umarmungen dann geht es ab nach Hause. Auf der Zugfahrt nach Kiel, lasse ich die Zeit in Hof Revue passieren und stelle fest, dass ich nicht nur viele Eindrücke und ein paar gute Kontakte mitgenommen habe, sondern neben der Erschöpfung der letzten Tage auch schon ein aufgeregtes Kribbeln im Hinblick auf das nächste Jahr spüre: Die Nationalen Spiele in Kiel können kommen!

 

 

Weitere ehrenamtliche Helfer zur Umsetzung des Gesundheitsprogramms in Schleswig-Holstein werden noch gesucht.


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