05.10.2017 11:12 Uhr

205 Judoka kämpften beim 10. SONRW-Judoturnier in Essen

Am 30. September 2017 fand in der Sporthalle Essen-Kupferdreh das mittlerweile 10. Landes-Judoturnier von Special Olympics Nordrhein-Westfalen statt. Zum Jubiläumsturnier hatte sich dieses Mal die Rekordkulisse von 205 Judoka mit einer geistigen Behinderung aus 21 Institutionen bzw. Vereinen aus NRW angemeldet. Hinzu kamen zehn Judoka aus den Niederlanden vom Institut Rudi Verhagen, die zum dritten Mal an der SO-NRW-Veranstaltung teilnahmen. Für einige Judoka war es eine Art Generalprobe, das letzte Judoturnier vor der im nächsten Monat in Köln stattfindenden ersten G-Judo-WM. In Kooperation mit dem Nordrhein-Westfälischen Judo-Verband gelang es SO-NRW und den Teams ESC Rellinghausen und TVK 1877 wieder, den Teilnehmern ein fantastisches Judo-Event zu bieten.

SONRW-Vorstandsmitglied Dr. Margarethe Möllering führte durch das Eröffnungszeremoniell des Turniers. Nach der Begrüßung der Sportler sprachen G-Judoka Timo Karmasch, Trainer Andreas Kichle und die Kampfrichterin Brigitte Müller jeweils den entsprechenden Eid. Mit dem Hissen der Olympischen Fahne waren die Wettkämpfe praktisch eröffnet.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen natürlich die über fünf Stunden dauernden interessanten und hoch attraktiven Wettkämpfe. Gekämpft wurde in drei Wettkampfklassen, eingeteilt nach Art und Schwere der Behinderung. In den einzelnen Gruppen trafen 3 – 6 Judoka aufeinander. Jeder musste gegen jeden kämpfen, kein Kämpfer schied vorzeitig aus, alle waren bis zum Ende dabei. Schon als kleine Premiere für die Weltmeisterschaft trugen alle Kämpfer ausschließlich weiße Judoanzüge, unterschiedlich gekennzeichnet durch den jeweiligen Wettkampfgürtel in weißer oder blauer Farbe. Auch die Wettkampfregeln waren schon identisch mit denen der 1. G- Weltmeisterschaft vom 19. – 22.10. in Köln.                

Die Kämpfe begannen, inzwischen schon traditionell, mit der Wettkampfklasse 3. Sie wurde extra eingerichtet, um auch den motorisch stärker beeinträchtigten Judoka die Möglichkeit zu bieten, an Judowettkämpfen teilzunehmen. So kommt es gerade in dieser Wettkampfklasse immer wieder zu Begegnungen, die nur im Kniestand durchgeführt werden, weil einer der beiden Judoka, oder auch beide, nicht sicher stehen können. Erstaunlich zu beobachten, zu welchen Leistungen auch diese Sportler in der Lage sind. Manch einer der Zuschauer war von der Fairness der Athleten beeindruckt und auch vom freundlichen Umgang untereinander. Wer Hilfe auf dem Weg zur Wettkampfmatte  oder einfach Trost und ein paar aufmunternde Worte nach einem verlorenen Kampf suchte, musste nicht lange warten. Die Teilnehmer feuerten sich während der Kämpfe lautstark an, und wer einen Sieg erringen konnte, wurde begeistert gefeiert.

Nachdem alle Begegnungen der Wettkampfklasse 3 abgeschlossen waren, führten die ersten Inklusiven Deutschen Kata-Meister, Andreas Gramsch und Nina Völkel aus Hünxe bzw. Oberhausen, den staunenden Zuschauern ihre Meisterschafts-Kata vor. Eine perfekte Demonstration von Judowürfen aus der Nage-No-Kata.  Anschließend erfolgte die Siegerehrung für die Athleten der Wettkampfklasse 3. Alle Sportler wurden auf das berühmte Treppchen gerufen und erhielten Gold-, Silber- oder Bronzemedaillen.

Ab 14:00 Uhr kämpften in einem zweiten Wettkampfabschnitt die Judoka der Wettkampfklassen 1 und 2. In knapp drei  Stunden konnten auf drei Judomatten alle Kämpfe ohne große Verzögerungen durchgeführt werden. Während in der Wettkampfklasse 1 die Judoka des G-Kaders des BRSNW und die niederländischen Judoka die Kämpfe weitgehend dominierten, gab es in den anderen Wettkampfklassen viele Begegnungen mit überraschenden Ausgängen. Häufig konnten sich gerade junge und noch unbekannte Judoka in ihren Gruppen durchsetzen, so dass sich das G-Judo in NRW keine Sorge um den Judo-Nachwuchs machen muss.

Auch hier wurden alle Judoka auf das Siegerpodest gerufen und erhielten ihre Medaillen aus den Händen des 1. Bürgermeisters der Stadt Essen, Herrn Rudolf Jelinek.

Als besonderes Highlight der Veranstaltung wurde noch ein von Arndt Holtstraeter gespendeter Wanderpokal für die erfolgreichste Mannschaft vergeben. Der Bernd-Eickerling-Wanderpokal, zu Ehren des kürzlich überraschend verstorbenen Hausmeisters der Kupferdreher-Sporthalle, soll dem Gedächtnis eines unglaublich engagierten und beliebten Menschen dienen. Erster Gewinner des neuen Wanderpokals war das Judoteam von Budokan Hünxe mit knappem Vorsprung vor der Lebenshilfe Essen und der Mannschaft aus Geldern.

Ein besonderer Dank gilt Arndt Holtstraeter und seinen Teams von ESC Rellinghausen und TVK 1877. Die Essener Judo-Vereine zeigten sich bei allen Problemen äußerst flexibel und führten das Judoturnier mit ihren kompetenten Helfern souverän durch. Außerdem bot Special Olympics-NRW mit dem Healthy Athletes Programm „Gesunde Füße“ den Athleten und Teilnehmern an diesem Tag wiederum  kostenfreie Gesundheits-Checks, Untersuchungen und gesundheitliche Aufklärungen an. Alle Teilnehmer waren sich am Ende einig, dass sie auch beim nächsten SO-NRW-Judoturnier, das am 29. September 2018 wiederum in Essen stattfinden wird, dabei sein werden.

Hier gibt es alle Ergebnislisten!

Artikel: Wolfgang Janko, Judo-Koordinator von Special Olympics NRW


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