19.12.2017 14:19 Uhr

Motorisches Grundlagenprogramm: erstes Fazit

Bei Special Olympics Baden-Württemberg und auch in Bayern wurde in 2017 eine Erweiterung der Angebotspalette ausprobiert.

Erstes Fazit: Das Motorische Grundlagenprogramm von SOBW und SO Bayern.

Es handelt sich dabei um ein Bewegungsprogramm für sehr schwer und komplex behinderte Menschen, die in SBBZs oder in Förder- und Betreuungsbereichen von Werkstätten angesiedelt sind und die bisher durch das Angebotsraster von Special Olympics gefallen sind, weil sie körperlich oder kognitiv nicht in der Lage sind, an den Sportarten teilzunehmen. Mit diesem neuen Programm soll für diese Zielgruppe dafür gesorgt werden, dass sie nicht „auf dem Bänkle“ sitzen müssen, sondern ein für sie maßgeschneidertes Angebot bekommen können.

Die Entwicklung und auch Etablierung des motorischen Grundlagenprogramms wird bei SOBW von der AOK Baden-Württemberg unterstützt. Es orientiert sich in seiner Konzeption am Wettbewerbsfreien Angebot bzw. dem sogenannten Motor Activities Training Program (MATP) von Special Olympics International; allerdings wurde die MATP-Konzeption auf die Gegebenheiten in Deutschland angepasst, wodurch ein eigenständiges neues Programm entstanden ist.

Bei SOBW sind Fachkräfte der Hagsfelder Werkstätten, der Karl-Georg-Haldenwang-Schule in Leonberg sowie des Vereins TSG Wilhelmsdorf beteiligt und probieren das Programm aus. Von allen diesen Einrichtungen kommt ein positives erstes Feedback: Das Programm eignet sich sehr gut, um die Zielgruppe im Setting, das heisst da, wo die Leute im Alltag betreut werden, mit Bewegung zu versorgen. Die Fachkräfte mit sehr unterschiedlichem Hintergrund (Heilerziehungspfleger, Physio- und Ergotherapeuten, Pädagogen) nutzen dabei eine Handreichung mit den Stationsbeschreibungen.  In Leonberg hat mit diesem Konzept bereits ein schöner Aktionstag stattgefunden (den Artikel dazu finden Sie hier).

Neben dem regelmäßigen Bewegungsangebot will SOBW jährliche Sport- und Spielfeste ausrichten, bei denen die Stationen angeboten werden. Diese werden mit der Ausschreibung bekanntgegeben, sodass alle Interessenten sich darauf vorbereiten können. Auch die Rahmenbedingungen an diesen Spiel- und Sportfesten werden speziell auf Menschen mit schwerer und komplexer Behinderung angepasst (Wickelliege, Aufstehhilfe etc.), sodass die besonderen Bedürfnisse dieser Menschen berücksichtigt werden und sie mit einem Tagesausflug an diesen Angeboten teilnehmen können.

Im Frühjahr 2018 werden sich alle beteiligten Fachkräfte treffen, um sich über mögliche Ergänzungen auszutauschen. Parallel wird das Programm ab dann von einer Master-Studentin des Instituts für Sport- und Sportwissenschaft des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) evaluiert. Sobald alle Anregungen eingeflossen sind, wird die Pilotphase beendet. Dann soll das erprobte und evaluierte Programm über die SOD-Akademie allen interessieren Landesverbänden und Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden.


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