07.06.2016 12:35 Uhr

Unified-Teams mischen den Basketball-Wettbewerb auf

Menschen mit geistiger Behinderung und Menschen ohne geistige Behinderung zusammen in einem Team. Das ist Special Olympics Unified Sports. Besonders viele Mannschaften haben sich dieses Jahr in Hannover für die Sportart Basketball angemeldet.

Die Neptunes aus Glückstadt. (Foto: SOD)

Die Neptunes aus Glückstadt. (Foto: SOD)

Der Spielbeginn zwischen den Blue Tigers aus Oberhausen und dem Sportbund DJK Rosenheim verzögert sich. Beide Basketballteams tragen Trikots in blau. Die Unparteiischen sind sich noch uneins, ob man die Spieler klar genug unterscheiden kann. Heike Dresel, Sebastian Hagner und Jeremy Schön sitzen dennoch schon hochkonzentriert auf der Tribüne. Die drei Athleten der Moritzburg Werkstätten betreiben nämlich Gegnerbeobachtung. „Die anderen aus dem Team sind noch unten, die sonnen sich“, sagt Jeremy. Aber man weiß ja nie, gegen wen man im Verlauf des Turniers noch antreten muss. Und so verfolgt das Trio die Performance der Konkurrenz mit großer Aufmerksamkeit.

„Gestern haben wir drei Spiele gewonnen und drei verloren“, zieht Jeremy eine Zwischenbilanz. Der groß gewachsene Sportler hat „früher Schwimmen gemacht“. Jetzt jedoch schlägt sein Herz für Basketball, und zusammen mit seinem Freund Sebastian bildet er den Sturm der Moritzburger. „Die anderen müssen uns die Bälle zuspielen, damit wir die Körbe machen können“, beschreibt er die Aufgabenverteilung im Team. Zum ersten Mal sind die Drei bei den Special Olympics dabei – zusammen mit knapp vierzig Athleten in zwölf verschiedenen Teams.

Neulinge sind auch die Neptunes aus Glückstadt in Schleswig-Holstein. Die Mitglieder ohne geistige Behinderung in der Unified-Mannschaft besuchen das dortige Detlefsengymnasium. Zu ihnen gehört auch Luisa Schwardt, die seit Ende 2014 dabei  ist. „Unser Headcoach Sandra Heinichen hat sich mit unserer Lehrerin in Verbindung gesetzt und gefragt, ob wir Lust haben, bei so einem Projekt mitzumachen“, beschreibt die Spielerin mit der Nummer vier die Teamkonstellation. „Seither trainieren wir einmal wöchentlich in der unterrichtsfreien Zeit. Das bringt richtig Spaß, und die Mannschaft ist sehr gut zusammengewachsen“. Wie alle anderen Teams tritt auch die Gruppe aus Glückstadt jeweils mit drei Athleten mit und zwei Spielern ohne geistige Behinderung an.

„Von den Special Olympics Deutschland hatte ich auch vorher schon mal gehört. Aber ich wusste nicht, dass da auch Unified-Wettbewerbe sind“, erzählt Laura. „Es gibt gar kein anderes Basketball-Team in Glückstadt“, ergänzt ihr Kollege Mathes Rausch. „So sind wir die beste Mannschaft der ganzen Gegend“. Trotzdem haben die Norddeutschen heute „zwei Mal knapp verloren“, räumt Laura ein: „Manche Gegner sind aber auch wirklich stark!“ Doch das tut der guten Laune, wie immer bei den Nationalen Spielen für Menschen mit geistiger Behinderung, keinen Abbruch: „Jetzt fahren wir erstmal in die Stadt und erkunden Hannover“, ziehen die Spieler fröhlich von dannen.

Redaktionsteam Special Olympics Hannover 2016/Georg Alfes



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