17.09.2014 21:30 Uhr

Schwimmen: "Einfach ein cooler Tag"

Mit jeweils vier Schwimmerinnen und Schwimmern tritt das deutsche Team bei den Europäischen Sommerspielen in Antwerpen an. Bisher haben sie elf Finals absolviert. In den nächsten Tagen folgen noch fünf Einzel- und zwei Staffelwettbewerbe. Die Bilanz ist beeindruckend: Bisher haben die Schwimmer drei Gold-, zwei Silber- und drei Bronzemedaillen erschwommen.

Viel Action in der Schwimmhalle Wezenberg, wo das deutsche Team schon eine großartige Zwischenbilanz erschwommen hat. Foto: Luca Siermann

Viel Action in der Schwimmhalle Wezenberg, wo das deutsche Team schon eine großartige Zwischenbilanz erschwommen hat. Foto: Luca Siermann

Die 19-jährige Jana Gaab ist eine von acht Medaillengewinnern im deutschen Schwimmteam. Nach dem überragenden Vorwettbewerbslauf am gestrigen Tag in der Schwimmhalle in Wezenberg, wo insgesamt 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Start gehen, hat sie heute im 25 Meter Schmetterlingsschwimmen ihre Leistung bestätigt. Mit über sieben Sekunden Vorsprung erreichte sie überglücklich das Ziel und damit Gold. Das Team hat sie lautstark angefeuert und nach der rührenden Siegerehrung standesgemäß auf der Tribüne mit Laola empfangen.

„Ich bin so stolz auf Dich, Du hast Gold geholt,“ sagt Athletin Mirjam Prahst-Martinez (27), die gestern den vierten Platz in 100 Meter Rückenschwimmen erreicht hat. Moritz Glotz (19) fügt hinzu: „Eine klasse Leistung, Respekt sage ich mal.“

Kurz danach hat auch Frederic Jahr den 4. Platz im Brustschwimmen über 50 Meter erreicht. „Ich kann mich nicht beklagen. Viertbester von fast sechzig Teilnehmern zu werden ist echt gut“, sagt der 23-jährige Schwimmer. Er hat sich stark verbessert seit dem Sichtungslehrgang im Januar 2014 im Schwimmen in Hamburg. „Er hat schon eine starke Entwicklung hinter sich. Er ist 20 Sekunden schneller geschwommen als seine Meldezeit. Das Lob geht an die Heimtrainer“, erzählt Ruth Niehaus begeistert, Headcoach der Disziplin Schwimmen in Belgien.

„Schwimmen ist meine Leidenschaft“, sagt der Hannoveraner Jahr, der früher noch Angst im tiefen Wasser hatte. In den letzten Jahren hat er viel an seiner Technik gefeilt und auch privates Training einmal die Woche in Anspruch genommen. Dort macht er Sprungübungen vom Startblock und Ausdauertraining. „Seine Körperspannung, Wasserlage und Druckphase im Wasser hat sich immens verbessert", analysiert Ruth Niehaus und ergänzt: „Ohne Trainingsfleiß geht es nicht.“

Während der Wettbewerbe wird beim deutschen Team Konzentration und Fokussierung großgeschrieben, genauso wie Teamgeist und Stimmung: „Die Stimmung im Schwimmbad und im Team ist klasse“, sagt Nicole Arndt (30), die gestern eine Goldmedaille geholt hat. Sie hatte schon vor dem Aufmarsch auf das Podium zur Übergabe der Medaille mehrfach Tränen in den Augen: „Es war so schön, als mein Team die Loala gemacht hat. Es war meine erste internationale Medaille“, so die Athletensprecherin der Deutschen Delegation.

Dennoch gibt es auch Konkurrenz für die acht Athletinnen und Athleten. Insbesondere die Athleten der skandinavischen Länder sind stark. „Die Dänen haben die 400 Meter Freistil deutlich unter sechs Minuten geschwommen“, sagt Ruth Niehaus und fügt später hinzu, dass für Athletinnen und Athleten mit schweren körperlichen Einschränkungen schon 200 Meter große Herausforderungen darstellen.

Die Athleten vom Schwimmen nehmen gern Kontakt auf mit den anderen Nationen. Die Verständigung geht entweder ohne Worte, mit „Händen und Füßen“, oder mit den Sprachkenntnissen einzelner Teilnehmer. „Jana kann russisch, Mirjam ein bisschen Spanisch und Moritz lernt fleißig Englisch“, bemerkt Nicole Arndt.

„Das kann gerne so weitergehen. Medaillen nehmen wir gerne“, freut sich Trainerin Ruth, die während jedem Rennen hin und her läuft und ihre Athletinnen und Athleten lautstark anfeuert, mit heiserer Stimme. Die heisere Stimme von Headcoach Ruth wird noch einige Tage andauern, denn dieses Team ist einfach genial. „Die acht Schwimmerinnen und Schwimmer zeigen, dass auch deutsche Schwimmer sehr erfolgreich sein können“, resümiert sie, bevor es wieder zurück geht ins Olympische Dorf.

Es wird wohl weitere Tage geben, wie diesen heute, „ein einfach cooler Tag“, sagt Jana Gaab glücklich.

Wir berichten täglich mit Tageszusammenfassungen der Deutschen Delegation von den Special Olympics European Summer Games Antwerp 2014, auch mit Hintergrundberichten und über eine tägliche Fokussportart.

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Berichterstattung (englisch) von Special Olympics Europe/Eurasia (SOEE)

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