3. Wissenschaftliches Symposium Geistige Behinderung und Sport

„Behinderung, Bewegung, Befreiung - Ressourcen und Kompetenzen von Menschen mit geistiger Behinderung“

Spezifische Das diesjährige Wissenschaftliche Symposium von Special Olympics Deutschland (SOD) am 19.und 20. Juni 2009 zum Thema „Behinderung, Bewegung, Befreiung - Ressourcen und Kompetenzen von Menschen mit geistiger Behinderung“ führte rund 80 Teilnehmer aus sechs Ländern an der Humboldt Universität Berlin zu lebhaften  Diskussionen zusammen – mehr und internationaler als je zuvor. „Diese Veranstaltung ist in der Scientific Community angekommen und angenommen!“ stellte Vizepräsident und Leiter der SOD-Akademie Prof. Hans-Jürgen Schulke bei der Begrüßung zufrieden fest. „Wir haben durch die Akademiegründung den Anschluss an die weltweite Forschung zu Wirkungen des Sporttreibens für geistig behinderte Menschen wiedererlangt. Das ist für unsere praktische Arbeit enorm wichtig“.
Das nunmehr 3. internationale Symposium „Sport und geistige Behinderung“ – nach einem Vorläufer 2006 in Hamburg - befasste sich u.a. mit Folgerungen der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen und des Inklusionsgedankens in allen gesellschaftlichen Bereichen. Ausgehend von Grundsatzvorträgen der Berliner Professoren Karl-Friedrich Wessel und Elk Franke zum Thema „Ressourcen und Kompetenzen von Menschen mit Behinderungen“, das der Bremer Gesundheitswissenschaftler Prof. Dietrich Milles mit historisch fundierten Überlegungen bereicherte, wurde dieser Rahmen in vielen anwendungsbezogenen Vorträgen aufgegriffen. Koordinationsanalysen, Essgewohnheiten, Lernkonzepte beim Golf, Teilnahme an Großveranstaltungen oder leistungssportliche Motivation umrissen den weit gespannten Forschungshorizont. Schluss- und Höhepunkt zweifellos aktuelle Analysen aus dem weltweiten Projekt „Healthy Athletes“, mit dem eine breit angelegte Datenerhebung bei allen nationalen Veranstaltungen und eine sofort einsetzende Gesundheitsprävention initiiert wird.
Prof. Gudrun Doll-Tepper, Freie Universität Berlin, Vizepräsidentin des DOSB und ICSSPE Special Adviser, hielt den mitreißenden Abschlussvortrag „Nationale und internationale Perspektiven im Sport für Menschen mit geistigen Behinderungen“. Ihr Resümee: „Das Symposium hat verdeutlicht, wie wichtig die wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet des Sports für Menschen mit geistiger Behinderung ist. Und es hat gezeigt, dass Special Olympics mit ‚Healthy Athletes’ ein großartiges Programm entwickelt hat mit einer einzigartigen Erfolgsgeschichte. Dieses Gesundheitsprogramm ist einmalig im Sport, und es muss noch viel bekannter werden, damit möglichst viele Menschen mit geistiger Behinderung dieses differenzierte Programm mit seinen Screenings und Empfehlungen wahrnehmen können.“
„Nach drei Jahren können wir mit diesem 3. Symposium eine stärkere Vernetzung unter den Wissenschaftlern feststellen, die sich mit dem Thema Sport und geistige Behinderung befassen“, konstatierte Prof. Manfred Wegner (Kiel), wissenschaftlicher Beirat von SOD am Ende der engagierten Diskussionen.. „Wir haben mit diesem Symposium ein Podium für den Austausch geschaffen, es werden bestehende Forschungen wahrgenommen und neue Forschungsthemen angeregt.“ So werde es beim dvs-Hochschultag am 18. September in Münster erstmals einen Arbeitskreis „Special Olympics“ geben.
Allseits Lob fand die gute Organisation durch die SOD-Akademie, der festliche Empfang des Schirmherrn Senator Eckart Körting und der gediegene Rahmen im Senatssaal der ehrwürdigen Humboldt-Universität – auch das ein Stück Inklusion von Special Olympics in die wissenschaftlichen Institutionen.


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