Internationaler Wissenschaftlicher Kongress "Geistige Behinderung und Sport" Bremen 2010

"Inklusion und Empowerment - sportliche Aktivierung von Menschen mit geistiger Behinderung“

 In einer Umfrage gaben 80 Prozent der Befragten an, nach den Special Olympics ihre Einstellung gegenüber Menschen mit geistiger Behinderung stark verändert zu haben. Sabine Menke, Projektleiterin von „Youth Unified Sports“ von Special Olympics merkt dazu an: „Wenn man über etwas Bescheid weiß, baut man nicht so schnell Vorurteile auf“.
Aufklärung, das soll auch der vierte wissenschaftliche Kongress leisten, der heute und morgen an der Universität Bremen stattfindet. Beim Thema „Inklusion und Empowerment. Wirkung sportlicher Aktivität für Menschen mit geistiger Behinderung“  treffen sich 150 Wissenschaftler aus der ganzen Welt und tauschen ihre Erfahrungen aus.
„Empowerment kommt aus der Stressforschung und ist ein gesellschaftliches Problem für jeden“, sagt Prof. Dr. Dietrich Milles, Gesundheitswissenschaftler und Organisator des Kongresses. „Es bedeutet, dass sich die Menschen selbst um Unterstützung bemühen. Sie sollen befähigt werden, sich mit Aufgaben auseinander zu setzen. Sport ist eine gute Möglichkeit, diese Befähigung zu steigern“.
Der Kongress hat außerdem zum Ziel, interdisziplinäre Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man Menschen mit geistiger Behinderung als gleichberechtigte Bürger in die Gesellschaft integriert. Eine dieser Möglichkeiten ist der Sport. Sabine Menke stellt ihr Projekt vor, indem Jugendliche mit und ohne Behinderung zu gleichen Teilen gemeinsam Sport machen. Insgesamt 15.000 Teilnehmer in über 20 Ländern kommen da zusammen, die Wirkung ist erstaunlich: Freundschaften entstehen, Vorurteile werden abgebaut.
Neben dieser sozialen Komponente hat der Sport aber noch eine andere positive Wirkung, nämlich auf die Gesundheit. Dr. Ulrich Meseck, Sportwissenschaftler an der Universität Bremen und Mitglied im Vorstand von Special Olympics weiß: „Sport ist nicht generell gesund. Aber unter bestimmten Voraussetzungen, wenn man die Athleten individuell betrachtet und dann entscheidet, was gut für sie ist, ist der Sport eine große Chance, die Athleten zu fördern.  Man muss manches modifizieren und vereinfachen, beispielsweise macht es wegen der Komplexität keinen Sinn, beim Fußball 11 gegen 11 zu spielen. Aber allein die Teilnahme bietet schon die Möglichkeit der Inklusion.“
Auch Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes sieht die besondere Bedeutung von Sport für Menschen mit Behinderungen:  „Sport bringt Lernerfolge und Lernfortschritte für die Athleten. Er kann darüber hinaus Begegnungen zwischen Menschen mit und Menschen ohne Behinderung fördern. Integration geschieht hier mehr als nur verbal.“
Und Dr. Ulrich Meseck fügt hinzu: „ Special Olympics ist so extrem wichtig für die Öffentlichkeit, weil sie sensibilisieren und die Athleten sichtbar in die Gesellschaft einbringen. Sie machen auf sich aufmerksam.“

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