Dr. Margarethe Möllering, Clinical Director Health Promotion

Dr. Margarethe Möllering ist eine der erfahrensten Fachkräfte für das Gesundheitsprogramm Healthy Athletes®. Sie ist seit 10 Jahren ehrenamtlich dafür tätig. Dr. Möllering hat 10 Jahre als Kinderärztin und dann 25 Jahre als Oberärztin in der Kinder-und Jugendspychiatrie gearbeitet. Jetzt ist sie "glücklich pensioniert. Es tun sich wieder neue Aufgaben auf", so die engagierte Leiterin des Programms Gesunde Lebensweise.

Dr. Margarethe Möllering, Clinical Director Health Promotion (Foto: SOD/Andreas Endermann)
Dr. Margarethe Möllering, Clinical Director Health Promotion (Foto: SOD/Andreas Endermann)

Wie sind Sie seinerzeit auf Special Olympics aufmerksam geworden?
Ich habe nebenberuflich ein Heim für Menschen mit geistiger Behinderung medizinisch betreut und traf dort auf Sportler, die wochenlang ihre Medaillen von Special Olympics trugen. Die Athleten waren sehr stolz und zeigten sie immer wieder herum.

Können Sie sich noch an Ihren ersten Einsatz für SOD erinnern?
Ich war erstmals 2003 bei den Weltspielen von Special Olympics in Dublin als begleitende Ärztin tätig. Dort wurde auch das Healthy Athletes® Programm vorgestellt. Im Sommer 2004 arbeitete ich in Hamburg erstmals im Health Promotion Programm und bin seitdem bei allen Nationalen Spielen dabei.

Gibt es aus Ihrer Zeit bei SOD etwas, das Sie sehr beeindruckt hat?
In Dublin stürzte eine Athletin beim Radfahren und hatte große Schürfwunden an den Knien und im Gesicht. Sie wollte aber unbedingt bei der Endausscheidung starten. Es war doch ihre Olympiade. Die Schürfwunden rissen natürlich unter der Belastung wieder auf und bluteten. Aber sie gewann Silber! Die Mutter weinte vor Freude und Stolz. Ich musste die Siegerin nach dem Zieleinlauf erneut verbinden, aber sie war glücklich.

Was sind Ihre Aufgaben als Clinical Director, wann haben Sie dieses Amt übernommen?
Ich arbeite seit 2004 als Clinical Direktor im Health Promotion Programm.
Meine Aufgabe ist es, unsere Materialien weiterzuentwickeln und sie auf dem neuesten Stand zu halten. Volunteers, d.h. Schüler, anzuwerben und durch Unterricht vorzubereiten. Ziel ist es, einen Stamm von geschulten Mitarbeitern zu haben, die als qualifizierte Helfer auf den Sportfesten einsetzbar sind. Es soll ein Netzwerk von Schulen, Gymnasien, Berufsschulen, Ärzten und Eltern geschaffen werden, um so Ansprechpartner und auch Multiplikatoren in verschiedenen Städten und Regionen zu haben.

Wie schätzen Sie die Entwicklung des Gesundheitsprogrammes bei SOD ein?
Es gibt noch viel zu tun. Mit dem Pilotprojekt „Selbstbestimmt gesünder“, finanziert vom Bundesgesundheitsministerium, gehen wir jetzt auch auf kleinere regionale Sportfeste. Unser Ziel ist es, jedes Sportfest mit einem Gesundheitsprogramm zu begleiten.

Was fasziniert Sie an Healthy Athletes?
Mich fasziniert die Vielfältigkeit der Aufgaben, das Zusammentreffen mit vielen engagierten Helfern; und insbesondere das Zusammensein mit den Sportlern, die uns an ihrer Begeisterung teilnehmen lassen.

Was wünschen Sie sich für die Special Olympics Düsseldorf 2014?
Natürlich, dass wir möglichst viele Sportler mit unserm Gesundheitsprogramm erreichen. Aber auch, dass das Wetter mitspielt, keine Unfälle passieren, alle froh und zufrieden sind und unsere Gemeinschaft weiter zusammenwächst. Es soll ein richtiges Sport-Fest werden!

Ausgehend von Ihren Erfahrungen - was können Menschen ohne Behinderung von Menschen mit geistiger Behinderung lernen?
Ich bewundere ihre Fröhlichkeit, Begeisterungsfähigkeit, Fairness und ihre Fähigkeit, ihre Siege zu genießen, aber auch Niederlagen hinzunehmen.

Was ist Ihre Motivation, sich ehrenamtlich zu engagieren?
Im vollen Klinikbetrieb hätte ich diese Aufgabe nicht wahrnehmen können. Jetzt habe ich viel Freude daran.

Wem wollen Sie vielleicht ein Dankeschön sagen?
Ich danke Special Olympics und allen Mitarbeitern. Sie haben meine Pensionszeit sehr bereichert.

Was interessiert Sie noch außerhalb des Sports?
Ich reise gerne, besuche gern Konzerte und Theater und arbeite gern im Garten.


Clinical Directors sind der Motor der einzelnen Gesundheitsprogramme

Die sechs Gesundheitsprogramme werden von speziell geschulten Clinical Directors (CD) geleitet, mehrere von ihnen sind für Special Olympics International als Regional Clinical Advisor tätig und können für die Fortbildung neuer CD´s in anderen SO Ländern eingesetzt werden.
Inzwischen sind in Deutschland  – bis auf das Programm Fitte Füße – FitFeet – alle Healthy Athletes® Programme mit zwei Nationalen Clinical Directors besetzt. Durch das BMG Projekt „Selbstbestimmt gesünder“ in den fünf Pilotländern SO Bayern, SO Berlin/Brandenburg, SO NRW, SO RLP und SO Thüringen sind zudem fast alle Healthy Athletes® Programme mit regionalen Koordinatoren besetzt. Darüber hinaus gibt es auch in anderen SO Landesorganisationen erste regionale Koordinatoren.

Nach entsprechender Fortbildung durch Healthy Athletes International gehört zu den Aufgaben der Clinical Directors  u.a. die Planung und Durchführung des Gesundheitsprogrammes, die Koordination der Unterstützer und Helfer sowie die Schulung und Anleitung der  regionalen Leiter ihrer Gesundheitsbereiche.


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