Gabriele Kapella, Clinical Director FUNFitness - Bewegung mit Spaß

Foto: SOD/Tom Gonsior
Foto: SOD/Tom Gonsior

Seit wann sind Sie bei SOD, wie kamen Sie zu Special Olympics / Healthy Athletes®?
Ich war das erste Mal 2006 bei den Nationalen Spielen in Berlin dabei. Damals hatte mich meine behandelnde Physiotherapeutin um Unterstützung des FUNFitness – Bewegung mit Spaß Programms gebeten, welches von ihr geleitet wurde. Auch wenn ich von Beruf Zahnärztin bin, war ich auch bei den folgenden Nationalen Spielen in Oberhof 2007 und in Karlsruhe 2008 dabei und habe mich intensiv in das Programm eingearbeitet. 2009 wurde ich anlässlich der Weltwinterspiele in Boise zum Clinical Director FUNFitness trainiert. Seitdem war ich nicht nur bei den Nationalen Spielen im Gesundheitsprogramm aktiv, sondern auch bei vielen regionalen Angeboten des Physiotherapieprogramms dabei, wie beispielsweise für SO Bayern in Nördlingen oder in Reit im Winkl oder in diesem Jahr für SO Sachsen in Riesa.
 
Welcher Moment hat Sie in Ihrer ehrenamtlichen Arbeit für SOD besonders bewegt?
Eröffnungs- und jede Abschlussfeier sind immer bewegende Momente für mich. Auch Erlebnisse, wie die eines Athleten, der nachdem er bei den Weltspielen in Idaho eine Brille erhalten hatte, seine Mutter das erste Mal sehen konnte, sind unvergesslich. Es begeistert und bewegt mich, wenn die Athleten mit Spaß und Freude den FUNFitness Parcours durchlaufen und auch beim „Ententanz“ mitmachen.

Wenn Sie es in einem Satz zusammenfassen müssten: Was ist für Sie Special Olympics?
Lebensfreude, Begeisterung und die Motivation aller - ob mit oder ohne Behinderung - zum Miteinander! Das ist Special Olympics!

Spielen Emotionen bei Ihnen und den Athleten im Gesundheitsprogramm eine besondere Rolle?
Ja, natürlich. Wie oben schon geschildert sind die großen Emotionen Hauptansporn.
Das sind z.B. auch Momente der Anerkennung von Leistungen der Athleten, wenn sie mit einer bereits gewonnenen Medaille zu uns kommen und dann mit dem „Kapellaschen Urpfiff“ und dem Jubel des gesamten Physiotherapieteams begrüßt werden.

Wie können Sie Ihre berufliche Tätigkeit mit Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit für SOD verbinden?

Durch gutes Timing und weil es mir wichtig ist, gelingt es irgendwie immer, die Veranstaltungen und Verpflichtungen in mein persönliches Programm einzubauen.

Was liegt Ihnen für die Zukunft von SOD / Healthy Athletes® besonders am Herzen?
Wichtig sind der weitere Ausbau der Angebote und das Zugehen auf Athleten in Werkstätten und Wohneinrichtungen. Insgesamt ist die weitere Verbesserung der medizinischen Betreuung für Menschen mit geistiger Behinderung zum Abbau von Barrieren, die nach wie vor bestehen, von großer Bedeutung. Dabei kann Healthy Athletes helfen, die vielen freiwilligen Helfer - Ärzte und medizinisches Fachpersonal - zu sensibilisieren und ihnen entsprechende Handlungskompetenzen vermitteln.

Gibt es etwas, was Sie generell einmal anmerken wollen?
Das Miteinander im gesamten Healthy-Team und das große gemeinsame soziale Engagement, zu helfen, beeindrucken mich immer wieder. Kollegen schließen ihre Praxen, nehmen Urlaub und bringen ihre Mitarbeiter mit, um sich für die Belange der Athleten zu engagieren! Das ist einfach großartig!

Was können wir tun, damit noch mehr Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung zu Special Olympics und dem Gesundheitsprogramm finden?
Wir müssen noch mehr im Lebensumfeld von Menschen mit geistiger Behinderung wirken. Manchmal ist es auch während der Sportwettbewerbe nicht einfach, auch noch Zeit zu finden, Healthy Athletes zu besuchen. Wir müssen die Angehörigen, Betreuer und Coaches von den wahnsinnig guten Angeboten, sich an einem Ort in so vielen Bereichen so umfassend untersuchen und beraten lassen zu können – ohne lange Wartezeiten und in einer entspannten Atmosphäre – noch mehr überzeugen!
Im beruflichen Umfeld geht es darum, unsere Begeisterung weiterzugeben und gesundheitspolitische Veränderung des medizinischen Versorgungssystems zu unterstützen, damit zukünftig für die für Menschen mit geistiger Behinderung engagierten Ärzte der Betreuungsmehraufwand finanziert wird.

Welche Sportarten interessieren Sie – aktiv oder als Zuschauer?
Laufen, Ski- und Fahrradfahren, Reiten und eigentlich alles im Sport und Hauptsache in Bewegung bleiben. Und das eben nicht nur beim Ententanz!

Wie können Sie am besten abschalten, um Kraft für neue Aufgaben zu tanken?
Beim Joggen und beim Lesen.


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