Holger Weitz, Clinical Director FUNfitness - Bewegung mit Spaß

(Foto: SOD/Tom Gonsior)
(Foto: SOD/Tom Gonsior)

Holger Weitz ist Clinical Director beim Gesundheitsprogramm FUNFitness - Bewegung mit Spaß. Er lebt in Hagen im Bremischen.

Seit wann sind Sie bei SOD, wie kamen Sie zu Special Olympics resp. zu Healthy Athletes®?

Ich habe 2010 im Radio ein Interview mit Willi Lemke, dem Sonderbotschafter für Sport beim UN-Generalsekretär, gehört. Er hat sehr emotional und begeistert über Special Olympics und die Nationalen Spiele in Bremen gesprochen. Das klang sehr spannend und deswegen habe ich danach gleich Kontakt zu SOD aufgenommen. Darüber habe ich dann vom Gesundheitsprogramm Healthy Athletes® erfahren und war bei den Nationalen Spielen in Bremen als Volunteer zum ersten Mal bei FUNFitness dabei.

Welcher Moment hat Sie in Ihrer ehrenamtlichen Arbeit für SOD besonders bewegt?

Da gab es viele Momente. Bei meinem ersten Einsatz in Bremen hatte ich einen Schlüsselmoment nach dem anderen. Ich hatte zum ersten Mal so intensiven Kontakt mit Menschen mit geistiger Behinderung. Die sehr emotionale und herzliche Art der Athleten ist immer wieder toll, die Begegnungen sind sehr eindrücklich. Im Laufe der Jahre trifft man viele Athleten immer wieder. Das sind dann sehr fröhliche Begegnungen und es ist toll, wenn die Athleten sich auch an mich erinnern und gerne wieder am Programm teilnehmen.

Wenn sie es in einem Satz zusammenfassen müssten: Was ist für Sie Special Olympics?

Special Olympics ist für mich eine ganz glückliche und riesengroße Familie, zu der Athleten, Betreuer, Kollegen und die vielen anderen Mitarbeiter und Helfer gehören. Es ist immer wieder schön, bei den Veranstaltungen viele bekannte Gesichter zu treffen.

Spielen Emotionen bei Ihnen und den Athleten im Gesundheitsprogramm eine besondere Rolle?

Ja, sehr entscheidend sogar. Beim Programm Bewegung mit Spaß schauen wir auf die körperliche und gesundheitliche Leistungsfähigkeit der Athleten und schätzen diese dann ein. Dafür müssen die Athleten uns diese Leistung in verschiedenen Tests zeigen. Dabei ist es wichtig, dass wir die Athleten motivieren und anfeuern, ihr Bestes zu geben. Viele Athleten freuen sich am Ende sehr über ihr Ergebnis und wollen die Übungen dann oft sogar noch mal machen.

Wie können Sie Ihre berufliche Tätigkeit mit Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit für SOD verbinden?

Sehr gut! Da ich gelernter Physiotherapeut bin, über ich sozusagen in meinem Ehrenamt bei Healthy Athletes ® meinen Beruf aus. Zeitlich kann ich das auch immer sehr gut eintakten und mir für die Veranstaltungen Urlaub nehmen.

Was liegt Ihnen für die Zukunft von Healthy Athletes® besonders am Herzen?

Ich wünsche mir für die Athleten und deren Betreuer eine stärkere Einbindung des Gesundheitsprogrammes in deren Alltag und Angebote außerhalb der Nationalen Spiele. Für FUNFitness könnte ich mir dafür gut vorstellen, dass man Kooperationen zwischen Physiotherapie-Schulen und Vereinen, die Mitglied bei SOD sind, schaffen könnte. Dabei könnten die angehenden Physiotherapeuten im Rahmen ihrer Ausbildungspraktika bei den Trainings der Sportvereine mitwirken und ihr Wissen als Physiotherapeuten einbringen. Das wäre auch ein Mehrwert für das Sporttraining. Außerdem würde es die Hemmschwellen zwischen Athleten und Physiotherapeuten abbauen.

Was können wir tun, damit noch mehr Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung zum Gesundheitsprogramm finden?

Wenn wir direkt in den Einrichtungen und im Alltag der Athleten aktiv werden würden, könnten wir noch mehr Menschen mit Behinderung erreichen und damit schon im Vorfeld Ängste vor dem Besuch beim Physiotherapeuten oder Arzt abbauen. Wir würden damit auch die Teilnehmerzahlen am Gesundheitsprogramm während der Veranstaltungen steigern.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft von SOD?

Das Special Olympics stärker wahrgenommen wird und die Athleten mehr in das Licht der Öffentlichkeit gerückt werden.

Welche Sportarten interessieren Sie – aktiv oder als Zuschauer?

Ich habe früher aktiv Football gespielt, deswegen interessiert mich dieser Sport sehr. Aktiv betreibe ich Nordic Walking und mag dabei besonders die Langstrecken. Im Nordic Walking habe ich auch schon am Halbmarathon teilgenommen.

Wie können Sie am besten abschalten, um Kraft für neue Aufgaben zu tanken?

Natürlich beim Nordic Walking. Ich bin dabei mit meiner Hündin mehrere Stunden in der Natur unterwegs und kann bei der Bewegung sehr gut abschalten und den Kopf frei bekommen. Das macht sehr viel Spaß!


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