Tennistrainer Hermann Müller

Hermann Müller ist eine Institution bei Special Olympics NRW und bei Special Olympics Deutschland. Sein Sport wurde Bestandteil seines (Spitz-) Namens, ebenso liebevoll wie ehrfürchtig gebraucht: "Tennis-Hermann" - der Name bürgt für Qualität. Wer Tennis-Hermann nicht kennt, kennt SOD nicht.

Als er im vorigen Jahr im Frankfurter Römer bei der Mitgliederversammlung von SOD offiziell als langjähriger Nationaler Koordinator Tennis aus diesem Ehrenamt verabschiedet wurde, da standen alle im Saal auf und applaudierten. Standing Ovations für einen, der seit 27 Jahren ehrenamtlich mit Menschen mit geistiger Behinderung arbeitet. Und das auch weiterhin tut, als Tenniskoordinator in NRW, als gefragter Mentor und Experte auf nationaler Ebene und als Trainer, der in Neuss weiterhin mit seinen Athletinnen und Athleten eng verbunden ist.

"1997 hörte ich erstmalig den Begriff Special Olympics", berichtet Hermann Müller. "Ich konnte mir damals nichts darunter vorstellen. Ein Tennisfreund, Paul Breidenbach, sagte mir, das ist eine Organisation, die nur mit Menschen mit geistiger Behinderung arbeitet. Das machte mich sehr neugierig." Nach einem Besuch der damaligen Geschäftsstelle in Würzburg und Gesprächen mit den Verantwortlichen führte er den Tennissport bei SOD ein. "Seit 1997 arbeite ich für Special Olympics International und für SOD. Darauf bin ich mächtig stolz", sagt er heute.

In dieser langen Zeit ist Hermann Müller mit und für Special Olympics in der Welt herumgekommen, hat seine Athleten zu Weltspielen und allen Nationalen Sommerspielen begleitet. Er hat viele berühmte Persönlichkeiten persönlich kennengelernt, unter ihnen Prinz Charles, Muhammad Ali, Arnold Schwarzenegger, Anke Huber, Michael Stich und vor allem die Gründerin der Special Olympics Bewegung, Eunice Kennedy Shriver. Darüber hinaus sind echte Sportfreundschaften entstanden mit Special Olympics Tennis-Verantwortlichen und -Coaches aus den USA, der Schweiz, Schweden und Italien - "gegenseitige Besuche erfolgen jährlich".

Die Sportart Tennis fasziniert Hermann Müller seit 1976, als ihn ein Freund zum Tennistraining mitnahm. "Es ist ein Kampfsport mit dem gelben kleinen Ball, Mann gegen Mann. Das fasziniert mich auch heute noch."

Diese Faszination überträgt sich auf seine Athletinnen und Athleten. Seit 27 Jahren wird im Sommer jeden Freitag trainiert, in der Hallensaison findet das Training montags statt. Eine zweite Gruppe trainiert mittwochs, zudem trainiert Hermann Müller Grundschüler der St. Stephanus Grundschule Gefrath.

Allein in diesem Jahr haben seine Schützlinge an fünf Tennisturnieren auf regionaler und internationaler Ebene teilgenommen, eins davon - das 6. SONRW Skill-Tennisturnier - hat er selbst ausgerichtet.

Der Sportart Tennis, Unified-Tennis einbezogen, bescheinigt Hermann Müller bei Special Olympics Entwicklungspotential, aber nur "wenn Special Olympics wirklich gelebt wird und der Leistungsgedanke beiseite geschoben wird. Auch wenn Menschen mit schweren Behinderungen um sportliche Förderung bitten, muss man diesen Bitten voll entsprechen."

Als langjähriger und erfahrener Ehrenamtler weiß Hermann Müller, wovon er spricht: "SOD kann sehr stolz auf seine Ehrenamtler sein. Ehrenamt im Special Olympics Sport bedeutet Vorbild zu sein, Verantwortung zu übernehmen, sportliche Befähigung nachzuweisen, stete Bereitschaft und Durchsetzungsvermögen. Es bedeutet auch hohen Aufwand, privaten Verzicht und manche Enttäuschung. Da fragt man sich schonmal, wer das heute noch leisten will."

Umso wichtiger sei die Anerkennung der ehrenamtlichen Arbeit, die enge Zusammenarbeit und Achtung der ehrenamtlichen Mitstreiter. Diesen Schatz gilt es nicht nur zu wahren und zu hegen, sondern es müssen auch weiterhin Rahmenbedingungen geschaffen und erweitert werden, die das ehrenamtliche Wirken zur Zufriedenheit der Beteiligten ermöglichen. 

Eine besondere Anerkennung wurde Hermann Müller erst kürzlich zuteil, als er als Dank für sein jahrelanges soziales Engagement vom Bundespräsidenten zu dessen Sommerfest eingeladen wurde. "Über die Einladung habe ich mich sehr gefreut. Das Bürgerfest war wirklich ein Fest. Für mich war das eine besondere Würdigung meiner 27-jährigen ehrenamtlichen Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung."

 


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