Marion Trute, Familienbeauftragte bei SOD

Im November 2013 übernahm Marion Trute aus Calberlah das Ehrenamt als Familienbeauftragte von SOD. Zuvor war die Rentnerin Familienbeauftragte von SO Niedersachsen. Schon seit vielen Jahren nimmt sie zusammen mit ihrem Sohn Jörg Trute an SO Veranstaltungen teil. Der 28-Jährige Sportler mit geistiger Behinderung arbeitet und wohnt auf dem heilpädagogischen Bauernhof „Der Hof“ in Isenbüttel. Seit 2004 ist er regelmäßig im Tennis (Sommer) und Ski Alpin (Winter) bei den Nationalen Spielen von SOD dabei.
Zusätzlich geht Jörg Trute Reiten, schwimmt und joggt regelmäßig einmal wöchentlich. Schon seit zwei Jahren übt er das Ehrenamt als Athletensprecher für SO Niedersachsen aus.
Im Interview spricht Marion Trute über die gemeinsamen Erlebnisse mit ihrem Sohn bei SOD-Veranstaltungen und ihrer Arbeit als Familienbeauftragte.


Marion Trute (Foto: privat)
Marion Trute (Foto: privat)

Wie sind Sie auf Special Olympics aufmerksam geworden?
Ich habe darüber in der Presse gelesen. Bereits zur Schulzeit meines Sohnes habe ich versucht, seine Lehrer für Special Olympics zu begeistern, leider ohne Erfolg.

Gibt es ein besonderes Erlebnis aus Ihrer Zeit bei SOD bzw. etwas, das Sie sehr beeindruckt hat?
Die ersten Spiele, an denen mein Sohn teilgenommen hat (2004 in Hamburg) sind mir besonders nachhaltig im Gedächtnis geblieben. Wir waren sehr beeindruckt.

Was ist Special Olympics für Sie und Ihre Familie?

Wir fühlen uns als Mitglieder einer großen Familie und freuen uns immer auf die Spiele und das Wiedersehen mit anderen Familien, die wir im Laufe der Jahre kennengelernt haben. Die Atmosphäre während der Spiele  ist ganz besonders, nicht nur mein Sohn, sondern auch die anderen Familienmitglieder, die bereits als Unterstützer mitgekommen sind, konnten noch lange nach den Spielen von diesem Erlebnis zehren. Bei uns ist Special Olympics ein großes Thema.

Was bedeutet die Familie für die Athleten?

Die Familien sind sehr wichtig für die Athleten, denn Special Olympics bietet ganz besondere Erlebnisse. Die Athleten stehen im Vordergrund, ihre Leistungen werden gewürdigt, es gibt keine Verlierer im klassischen Sinne und es gehen alle mit tollen Erlebnissen nach Hause. Jeder einzelne Athlet bekommt das Gefühl vermittelt, dass er etwas Besonderes ist, egal, wie gut er in der Sportart abschneidet. Hierbei spielt die Familie eine wichtige Rolle, die Athleten können zeigen,  was sie erreichen können. Die Familie unterstützt und begleitet die Athleten, spendet Trost, wenn es mal nicht so klappt und ist immer für sie da.

Was sind Ihre Aufgaben als Familienbeauftragte, wann haben Sie dieses Amt übernommen?
Meine Aufgabe ist es unter anderem, Kontakt mit den Special Olympics-Familien zu halten, neue Familien für die SO-Idee zu begeistern und das Familien-Netzwerk auszubauen, mich mit anderen Sportverbänden (z.B. DOSB) auszutauschen und die Erfahrungen an meine Kollegen und Kolleginnen in den Ländern weiterzugeben. Ich bin seit 2010 Familienbeauftragte von SO Niedersachsen und seit November 2013 auch für Deutschland zuständig

Hat bei Ihrer Entscheidung eine Rolle gespielt, dass Ihr Sohn auch ein Ehrenamt bei SOD  inne hat?
Nein, da ich mein Amt angetreten habe, als er noch nicht Athletensprecher war.

Warum ist das Familiennetzwerk wichtig für SO-Athleten?

Durch das Familiennetzwerk lernen sie andere Familien und Athleten kennen und es können neue Kontakte geknüpft werden.

Was erwartet die Teilnehmer beim Familienprogramm der Nationalen Spiele 2014 in Düsseldorf?

Im Familienzelt finden sie ständig Ansprechpartner für kleine und große Probleme. Zur Zeit wird ein touristisches Rahmenprogramm für Familien vorbereitet, an dem sie teilnehmen können und es wird wieder einen Familienempfang geben.

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen für das Familienprogramm bei SOD in den kommenden Jahren?
Das Familiennetzwerk auszubauen und Angebote zu machen, die für Familien attraktiv sind sowie die Familienarbeit in den Ländern zu intensivieren.

Ausgehend von Ihren Erfahrungen - was können Menschen ohne Behinderung von Menschen mit geistiger Behinderung lernen?

Eine ganze Menge vor allem soziale Kompetenzen, Ehrlichkeit, Gelassenheit, sich an kleinen Dingen zu freuen, Dankbarkeit, Offenheit, direkte vorurteilsfreie Begegnung, die Freude am Leben!

Was ist Ihre Motivation, sich ehrenamtlich zu engagieren - das ist ja nicht nur schön, sondern auch sehr zeitaufwendig und passt nicht immer in die privaten Planungen?
Die Idee von Special Olympics hat mich von Anfang an begeistert und ich möchte dazu beitragen, dass viele Menschen sie kennenlernen. Die Freude, die mein Sohn beim Sport hat, ist eine starke Motivation für mich.

Was sagt Ihr Sohn zu Ihrem Engagement?

Er ist stolz auf mich.

Treiben Sie auch selber Sport? Zum Beispiel mit Ihrem Sohn zusammen?

Wir spielen gemeinsam Tennis, joggen regelmäßig und fahren Ski.

Was wünschen Sie sich persönlich für die Special Olympics Düsseldorf 2014?
Ich wünsche mir, dass es fröhliche Spiele werden, dass ich alte Bekannte treffe und auch viele neue Bekanntschaften mache und vor allem, dass alle teilnehmenden Athleten viel Spaß und tolle Erlebnisse haben.


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