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09.03.2017 17:09 Uhr

Finalwettbewerbe im Eisschnelllauf

Heute starteten in der Eissporthalle Willingen die Finalläufe im Eisschnelllauf über die Distanzen 500 m, 25 m und in der Unified Staffel über 500 m.

Wechselsituation bei Team Lindenhofschule 1: Alexander Duchan (4) wartet auf die Übergabe von Pia Dittrich (17) im Staffelfinale über 500 m. (Foto: SOD/Stefan Holtzem)

Wechselsituation bei Team Lindenhofschule 1: Alexander Duchan (4) wartet auf die Übergabe von Pia Dittrich (17) im Staffelfinale über 500 m. (Foto: SOD/Stefan Holtzem)

Das spontan zusammengestellte Unified-Team mit (vlnr.) Lena Herwarth (Partner), Marie-Sophie Behnisch (Athletin), Lucia Mühle (Athletin) und Gianina Pelcz (Partner). (Foto: SOD)

Das spontan zusammengestellte Unified-Team mit (vlnr.) Lena Herwarth (Partner), Marie-Sophie Behnisch (Athletin), Lucia Mühle (Athletin) und Gianina Pelcz (Partner). (Foto: SOD)

Im 500 m Finale startete Marie Sophie Behnisch (Familie Lang/Behnisch) alleine, da sie für die Konkurrenz einfach zu schnell war. In der Tat; ihr Lauf war von hoher Geschwindigkeit und technisch sehr versiert. Danach traten vier Athleten von der Lindenhofschule Lebenshilfe Donau-Iller e.V. gegeneinander an.  Andre Weiß fuhr als erster ins Ziel, gefolgt von Christoph Dürr, Alexander Duchan und Leon Otis Kedziora.

Beim 25 m Finale traten Jana Useldinger und Leon Rebant, beides junge Athleten der Lindenhofschule Lebenshilfe Donau-Iller e.V., gegeneinander an.
Den Abschluss bildete die Unified Staffel, bestehend aus vier Teams, die in zwei unterschiedlichen Level über die Distanz von 500 m gegeneinander antraten. Gelaufen werden mussten jeweils 20 Runden.

In der ersten Gruppe gewann das Team 1 von der Lindenhofschule vor der hauseigenen Konkurrenz, Team 2, klar und eindeutig mit einer Runde Vorsprung.
In der zweiten Gruppe trat Team 3 der Lindenhofschule gegen ein kurzfristig zusammengestelltes Team, bestehend aus zwei Athletinnen und zwei Unified Partnern von Würth Elektronik an. Das Zufallsteam überzeugte durch eine sehr gute läuferische sowie technische Leistung und gewann verdient mit knapp anderthalb  Runden Vorsprung.

Unified Staffel im Eisschnelllauf

Die Unified Staffeln wurden überwiegend von der Lindenhofschule Lebenshilfe Donau-Iller e.V., die eine Kooperation mit der städtischen Wirtschaftsschule Senden bildet, gestellt. 2013 in Garmisch-Partenkirchen hatte Traudl Reiner (Lebenshilfe Donau-Iller) zusammen mit Rainer Grebert (freiwilliger Helfer bei SOD) die Idee der Einführung von Unified Staffeln im Eisschnelllauf besprochen, bei den Nationalen Spielen 2015 in Inzell traten dann bereits  zwei Unified Staffeln an. In Willingen wurde die Unified Staffel eingeführt.

„Das Training mit den Athleten und Partnern ist sehr aufwendig, da die Wechselübergabe, technisch betrachtet, schwierig ist. Aber das Training lohnt sich sowohl für die Athleten als auch für deren Partner“, erörtert Traudl Reiner.  Bedauerlicherweise entsteht kein richtiger Wettbewerbscharakter, da die Teams aus einer Einrichtung kommen. „Leider können schulische Einrichtungen nur bedingt trainieren. Bei uns findet die Trainingseinheit zum Glück wenigstens einmal in der Woche statt“, ergänzt Gaby Wilhelm (städtische Wirtschaftsschule Senden). Zusammen gekommen sind die beidenSchulischen Einrichtungen durch die Sport AG und gemeinsame Freizeitgestaltung.

„Die Laufsaison startet üblicherweise im Herbst. Ganz langsam tasten sich die Partner und Athleten heran“, so Gaby Wilhelm. Teilweise entstehen neue Formationen. Nach ca. sechs bis acht Wochen entstehen so langsam die Teams, die jungen Sportler finden Gemeinsamkeiten, Gesprächsthemen und es entsteht ein freundschaftliches Verhältnis untereinander. Die Partner sind oftmals in der achten bis neunten Klasse und die Athleten in der siebten bis zehnten.

„Bei unseren Schülern findet eine sichtbare Veränderung statt. Sie werden aufgeschlossener, entwickeln sich persönlich und mental weiter, der Teamgeist wächst, der Umgang miteinander wird selbstverständlicher“, so Gaby Wilhelm.

Und dann gab es da ja auch noch das zufällig, kunterbunt zusammengewürfelte Siegerteam.  Zwei Einzelathletinnen die von ihren Familien unabhängig voneinander durch anraten von Vereinstrainern in Rostock (Turbine Rostock, Verein Short Track) und Dresden (EVD-Dresden) zu den Nationalen Winterspielen angemeldet wurden.

Marie-Sophie Behnisch, 13 Jahre alt, aus Rostock, seit fünf Jahren Athletin im Eisschnelllauf und Lucia Mühle, 11 Jahre alt, aus Dresden und seit zwei Jahren Eisschnellläuferin. Beide sind zuvor schon bei den Distanzen 333 m und 500 m im Einzelschnelllauf angetreten. Als Partner konnten Gianina Pelcz und Lena Herwarth, die als Helfer bei den Eisschnelllaufwettbewerben eingesetzt waren, gewonnen werden. „Wir wurden ganz kurzfristig gefragt, ob wir in der Unified Staffel als Partner von Marie-Sophie und Lucia mit antreten wollen und haben zugesagt“, erklärte Gianina Pelcz (Auszubildende bei Würth Elektronik). Lena Herwarth, ebenfalls Auszubildende bei Würth Elektronik, fügt hinzu: „Wir haben am Dienstag kurz miteinander den Ablauf trainiert, am Mittwoch fanden bereits die Klassifizierungswettbewerbe statt. Es hat mir Spaß gemacht und das ist das, was mir am Wichtigsten war.“
„Das ist jetzt meine dritte Goldmedaille“, erklärte Marie-Sophie stolz. „Mir hat es ganz viel Spaß gemacht“, strahlte Lucia.

SOD-Presseteam/Gabriele Peiter

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