Das Projekt „Gesundheit einfach machen 2.0 – Gesundheitsförderung in der Behindertenhilfe“ nähert sich seinem erfolgreichen Abschluss. Gefördert wurde das Projekt durch den Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek) und koordiniert durch die Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB). Ziel des Projekts war es, Gesundheitsförderung in Einrichtungen der Behindertenhilfe nachhaltig zu etablieren und praxisnah umzusetzen.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Menschen mit Behinderung dort erreicht werden können, wo sie ihren Alltag verbringen – in Wohnheimen und Werkstätten. Gemeinsam mit Fachberaterinnen, Gesundheitskoordinator*innen und Gesundheitsteams wurden in den Einrichtungen gesundheitsfördernde Prozesse aufgebaut, Bedarfe analysiert und konkrete Maßnahmen entwickelt.
Bundesweites Abschlusstreffen in Berlin
Vom 27. bis 28. April fand das bundesweite Abschlusstreffen des Projekts statt. Fachberaterinnen und Praxispartner kamen zusammen, um auf die vergangenen Projektmonate zurückzublicken und sich über bereits umgesetzte sowie zukünftige Maßnahmen auszutauschen. Dabei wurden zahlreiche kreative Ideen zur Gesundheitsförderung in Wohnheimen und Werkstätten vorgestellt. Ein besonderer Moment war die Ehrung der Fachberaterinnen und Praxispartner am Ende des ersten Veranstaltungstages. Die Beteiligten haben im Rahmen des Projekts umfangreiche Kompetenzen erworben und sind nun befähigt, Gesundheitsförderungsprozesse in Einrichtungen der Behindertenhilfe eigenständig zu begleiten und umzusetzen.
Am zweiten Tag wurde das Treffen im Rahmen einer Fachtagung für externe Interessierte geöffnet. Fachvorträge zur akzeptanzorientierten Gesundheitsförderung gaben wertvolle Impulse für die Praxis. In einem World Café wurden gemeinsam Ideen gesammelt, wie Gesundheitsförderung in der Behindertenhilfe langfristig gestärkt und etabliert werden kann. Ergänzend bot der „Markt der Möglichkeiten“ Raum für Austausch, Vernetzung und die Vorstellung konkreter Praxisbeispiele.
Projektabschluss im Saarland
Auch im Saarland geht das Projekt nun zu Ende. In Abschlussworkshops reflektieren die teilnehmenden Einrichtungen gemeinsam die entwickelten Maßnahmen und bewerten die bisherigen Erfahrungen und Ergebnisse.
In einer Analysephase wurden Umfragen unter Beschäftigten und Bewohnenden durchgeführt. Daraus entstanden individuelle Gesundheitsberichte für die Einrichtungen, die wichtige Hinweise zu Bedarfen und Wünschen im Bereich Gesundheitsförderung lieferten. Auf Grundlage dieser Ergebnisse wurden zahlreiche Maßnahmen entwickelt – insbesondere zu den Themen Bewegung und Ernährung. So wurden beispielsweise Kräuter- und Hochbeete zur Selbstversorgung reaktiviert. Die Bewohnenden der Heinrich-Kimmle-Stiftung waren und sind weiterhin aktiv in die Planung, das Umpflügen, die Aussaat sowie die Pflege der Pflanzen eingebunden. Darüber hinaus entstanden niedrigschwellige und regelmäßige Bewegungsangebote für alle, wie etwa die einmal wöchentlich stattfindende „Bewegte Pause“ bei der vevio gGmbH.
Ergänzend finden Aktionstage und Multiplikatorenschulungen für Fachkräfte sowie die Beschäftigten und Bewohnenden statt. Themen sind unter anderem gesunde Ernährung und Bewegung im Alltag. Ziel ist es, Wissen nachhaltig in den Einrichtungen zu verankern und Gesundheitsförderung gemeinsam weiterzutragen.
Ein Ende – und gleichzeitig ein Anfang
Mit dem offiziellen Projektende endet zwar die gemeinsame Förderphase, doch für die Einrichtungen beginnt nun die langfristige Weiterentwicklung der inklusiven Gesundheitsförderung. Die teilnehmenden Organisationen haben zahlreiche Methoden und Werkzeuge kennengelernt, um Gesundheitsthemen dauerhaft in ihren Alltag zu integrieren. Damit wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht.
Die Gesundheitsteams bleiben bestehen und werden sich auch künftig mit der Planung und Umsetzung gesundheitsfördernder Maßnahmen beschäftigen. Ideen und Wünsche für weitere Projekte und Angebote sind bereits zahlreich vorhanden.
„Gesundheit einfach machen 2.0“ hat damit nicht nur konkrete Maßnahmen angestoßen, sondern vor allem nachhaltige Strukturen geschaffen, die Gesundheitsförderung in der Behindertenhilfe langfristig stärken können.
Abschließend bedanken wir uns bei allen Beteiligten und Praxispartnern, die das Projekt mit großem Engagement begleitet und mit Leben gefüllt haben. Durch die gemeinsame Zusammenarbeit konnten Erfahrungen gesammelt und wertvolle Impulse für eine inklusive und nachhaltige Gesundheitsförderung gesetzt werden.
Für die Zukunft wünschen wir allen Einrichtungen weiterhin viel Erfolg, kreative Ideen und Freude bei der Weiterentwicklung ihrer gesundheitsfördernden Angebote. Mögen die entstandenen Strukturen, Maßnahmen und Netzwerke langfristig bestehen bleiben und weiterhin dazu beitragen, Gesundheit und Wohlbefinden in der Behindertenhilfe aktiv zu stärken.




