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Fünf Athleten laufen in ihren weißen Judo Anzügen winkend in eine Sporthalle

01.10.2026

Große Bühne für den internationalen Judosport

Bei den Special Olympics Judo Open in Sarajevo gingen am vergangenen Wochenende 113 Sportler*innen aus 18 Nationen an den Start, um ihr Können im Shiai und in der Kata auf der Matte zu zeigen. Erstmals waren Special Olympics Wettbewerbe in das Programm einer Weltmeisterschaft der International Judo Federation (IJF) integriert.

Special Olympics Wettbewerbe im Weltmeisterschaftsprogramm

Vom 25. bis 26. September fanden die Special Olympics Judo Open in Sarajevo statt. Damit wurden Judoka mit geistiger Behinderung erstmals vollständig in eine Weltmeisterschaftsveranstaltung der IJF integriert und traten auf derselben Bühne wie die Teilnehmer*innen der Kata- und Veteranen-Weltmeisterschaften an. Für die Special Olympics Athlet*innen bedeutete das einen festen Platz im internationalen Judo-Geschehen. Die Wettbewerbe fanden nicht parallel zu einer großen Judo-Veranstaltung statt, sondern waren in deren Programm eingebunden.

Sarajevo war zugleich die erste Umsetzung der 2025 geschlossenen Partnerschaft zwischen Special Olympics International und der International Judo Federation. Beide Organisationen wollen ihre Zusammenarbeit weiter ausbauen und neue Möglichkeiten für Judoka mit geistiger Behinderung schaffen.

Ein starkes deutsches Team

Auch Deutschland war mit einer Delegation in Sarajevo vertreten. Neun Judoka und vier Trainer*innen reisten zu den ersten Special Olympics World Judo Open und erlebten ein Wochenende, bei dem sportliche Leistungen ebenso im Mittelpunkt standen wie Begegnungen und Gemeinschaft.

Schon während der Klassifizierung und bei gemeinsamen Aktivitäten wurde sich mit Delegationen aus aller Welt ausgetauscht. Auch innerhalb des deutschen Teams wuchs schnell ein besonderer Zusammenhalt. Unterschiedliche Vereinszugehörigkeiten spielten dabei keine Rolle. Die Athlet*innen unterstützten und feuerten sich gegenseitig an und feierten gemeinsam jeden Erfolg.

Auf der Matte wurde in allen fünf Special Olympics Leistungsklassen angetreten. Am ersten Tag stand der Shiai, der Judo-Zweikampf, auf dem Programm. Am zweiten Tag folgten die Kata-Wettbewerbe, bei dem sowohl im traditional Wettbewerb als  auch in Unified Paaren an den Start gegangen wurde.

Sportlich überzeugten die deutschen Judoka auf ganzer Linie und kehrten mit vier Gold, einer Silber- und sechs Bronzemedaillen nach Hause zurück. Entscheidend war dabei nicht nur das Ergebnis der einzelnen Wettbewerbe, sondern dass jeder mit der eigenen Leistung zum gemeinsamen Erfolg beigetragen hat.

Begegnungen, Respekt und gemeinsamer Sport

Für viele Athlet*innen war bereits die Kulisse einzigartig. Die Wettbewerbe fanden auf der offiziellen Wettkampffläche statt, auf der wenige Stunden zuvor und sogar parallel die besten Kata- und Veteranenjudoka der Welt antraten. Auch die Siegerehrungen wurden von hochrangigen Vertretern der IJF und von Special Olympics durchgeführt. Die Atmosphäre machte deutlich, dass die Special Olympics World Judo Open kein Begleitprogramm waren, sondern ein vollwertiger Bestandteil der Weltmeisterschaften.

Großen Eindruck hinterließ die Unterstützung des deutschen Kata-Nationalteams. Die Profisportler*innen verfolgten die Wettbewerbe der Special Olympics Judoka, feuerten sie lautstark an und feierten deren Erfolge gemeinsam mit ihnen. Für viele Beteiligte waren diese Momente ein sichtbares Zeichen dafür, wie selbstverständlich Inklusion im Judosport gelebt werden kann.

Auch international stieß das deutsche Team auf positive Resonanz. Zahlreiche internationale Gäste hoben den Zusammenhalt der deutschen Mannschaft ausdrücklich hervor und würdigten das Team als Botschafter*innen für die Werte des Judosports: Respekt, Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Fairness.

Ein wichtiger Schritt für inklusives Judo

Die ersten Special Olympics World Judo Open haben gezeigt, welches Potenzial in der Partnerschaft zwischen der IJF und Special Olympics steckt. Das Turnier hat sichtbar gemacht, und wie Wettbewerbe für Athlet*innen mit geistiger Behinderung in einen internationalen Judo-Rahmen integriert werden können - auf derselben Matte, im selben Veranstaltungsrahmen und mit Wettbewerbsformaten, die unterschiedliche Voraussetzungen berücksichtigen. Sarajevo war damit ein wichtiger Schritt für den internationalen Judo-Sport und für die zukünftige Zusammenarbeit von Special Olympics und IJF.

Neben den Medaillen, den Begegnungen und dem Teamgeist feierte die deutsche Delegation auch die Erfahrung, Teil dieses inklusiven Meilensteins im Judosport gewesen zu sein und ihn aktiv mitgestaltet zu haben.

Die internationale Entsendung der Sportler*innen von TeamSOD wurde gefördert durch das Bundesministerium des Innern (BMI).