Die zweiten Landesspiele von Special Olympics im Saarland stehen bevor. In einer Woche starten 450
Athletinnen und Athleten aus dem ganzen Saarland sowie aus anderen Bundesländern in acht
Sportarten in Saarbrücken, St. Ingbert, Sulzbach und Schiffweiler.
Damit die zweiten Landesspiele reibungslos über die Bühne laufen, hatte Special Olympics mit der
Ausschreibung auch das Volunteer-Programm ausgerufen. Die Resonanz war überwältigend. Das
Volunteer-Programm hat alle Erwartungen gesprengt.
In einem Pressegespräch am 8. September auf dem Sportcampus Saar erläuterten Innenminister
Reinhold Jost und der Präsident von Special Olympics im Saarland Alexander Indermark mit weiteren
Akteuren, warum so viele Menschen sich bei den Landesspielen engagieren möchten.
500 Volunteers sind bei den Landesspielen im Einsatz. Weitaus mehr Menschen hatten ihre
Bereitschaft für ein Engagement bei den Landesspielen bekundet.
Alexander Indermark, Präsident von Special Olympics im Saarland: „Es gibt immer mehr Menschen,
die merken, dass es für sie selbst einen hohen Mehrwert hat, wenn man sich mit Special Olympics
auseinandersetzt und für ein Engagement entscheidet. Der größte Teil der Volunteers ist im Sport
selbst bei den Wettbewerben im Einsatz. Die zweite große Gruppe, das sind vor allem Fachkräfte im
Gesundheitswesen, die uns beim Gesundheitsprogramm unterstützen. Und die dritte große Gruppe
ist beim wettbewerbsfreien Angebot im Einsatz.“
Die große Resonanz auf das Volunteer-Programm sei ein deutlicher Beweis für den hohen Stellwert
des Ehrenamtes in der Bevölkerung.
Innenminister Reinhold Jost: „Diese Meldezahlen sind ein Beweis dafür, dass es nicht nur
irgendwelche abstrakten Zahlen sind, dass das Saarland das Ehrenamtsland schlechthin ist. Wir
haben etwa 300.000 Menschen, die alleine im Bereich des Sports engagiert sind. Mit Blick auf die
Vereinsdichte ist das bundesweit spitze. Und das sieht man dann auch hier bei den Landesspielen.
Die Menschen bringen sich gerne als Volunteer ein. Und davon können wir nicht genug bekommen.
Wir brauchen etwa 2.000 Volunteers für die Nationalen Spiele im kommenden Jahr. Diejenigen, die
schon bei den Landesspielen mitmachen, sind für uns eine sehr gute Grundlage. Mit Blick auf die
Sozialkompetenz ist dieses Engagement ein unglaublicher Gewinn. Da sind wir allen dankbar, die uns
unterstützen. Der Sport ist einer der großen Transformatoren in unserer Gesellschaft, die uns ein
Stück besser machen. Für die Inklusion im Saarland sind die Landesspiele noch einmal ein Statement,
eine politische Standortbestimmung. Inklusion ist für uns eine Überzeugung. Bei den Landesspielen
können wir noch die eine oder andere Erfahrung für die Nationalen Spiele und die Menschen
neugierig machen.“
Stellvertretend für alle Volunteers erläuterten Elvira Gelver und Christian Braun, warum sie sich für
ein Engagement bei den Landesspielen entschieden haben.
Elvira Gelver, Podologin aus Quierschied, war bereits mehrfach für Special Olympics im
Gesundheitsprogramm „Fitte Füße“ im Einsatz und ist hierfür mittlerweile die Landeskoordinatorin.
Elvira Gelver: „Bei den Nationalen Spielen in Berlin vor zwei Jahren habe ich das erste Mail gespürt,
wie viel wir voneinander lernen können. Berlin war ein Erlebnis, das mit vielen Emotionen verbunden
war. Es hat gezeigt, dass alle Menschen wertvoll sind und unsere Stärke die Vielfalt ist. Wenn jemand
Hakuna Matata erleben möchte, sollte er unbedingt bei den Landesspielen dabei sein. Diese
sorgenfreie Zeit zu erleben und nachzuvollziehen, wie die Athleten sich fühlen, das muss man erlebt
haben, das kann nicht in Worte fassen.“
Für Christian Braun, Grundschullehrer und Turner aus Wemmetsweiler, ist es der erste
ehrenamtliche Einsatz bei Special Olympics. Dabei engagiert er sich nicht nur als Volunteer bei den
Wettbewerben in der Leichtathletik. Mit seiner im Saarland bekannten Showgruppe „Magic Artists“
hat er bei der Eröffnungsfeier in der Neunkircher Gebläsehalle seinen großen Auftritt.
„Die Special Olympics Nationalen Spiele in Berlin haben mich vor zwei Jahren am Fernseher sehr
ergriffen. Diese Emotionen, diese Freude, das war absolut echt, egal welche Leistung, jeder hat nach
seiner Möglichkeit teilgenommen. Jeder hat den anderen unterstützt. Das war für mich der Moment
zu sagen, ich habe Lust, mitzumachen. Die Tage war ich schon beim Vorbriefing der Volunteers dabei
und war überwältigt von der großen Teilnehmerschar. Ich werde drei Tage in der Leichtathletik mein
Bestes geben und dafür sorgen, dass die Athleten sich wohl fühlen und ihre Leistung abrufen
können“, so Christian Braun.
Der Grundschullehrer ist überzeugt, dass es in Sachen Inklusion noch Potential und Luft nach oben
gibt: „Ich glaube, dass Thema muss noch mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Den
Menschen muss bewusstgemacht werden, dass Menschen mit Beeinträchtigung zur Gesellschaft
gehören. Das muss mehr gepusht werden.“
Dass die Landesspiele aber auch saarländische Unternehmen über das finanzielle Engagement hinaus
zu einem ehrenamtlichen Engagement motivierten, erläuterte Vincent Meakins von der Sparda-Bank.
„Das Thema Corporate Volunteering ist bei uns ein großes Thema. Wir möchten nicht nur Geld
geben, sondern uns auch selbst aktiv für gemeinnützige Zwecke engagieren. Da dachten wir, die
Landesspiele sind eine perfekte Möglichkeit in unserem Unternehmen, bei unseren schon in anderen
Bereichen ehrenamtlich aktiven Mitarbeitern über das Engagement Barrieren abzubauen. Viele
haben aber noch eine Scheu und wissen nicht genau, wie sie mit den Menschen umgehen sollen.
Diese Veranstaltung ist genau das Richtige, das Mindset zu ändern, Begegnungen zu schaffen und
das Thema unseren Kollegen nahe zu bringen“, so Vincent Meakins.
Er stellte kurz die von ehrenamtlichen Mitarbeitern betreute „Family-and-Friends-Lounge“ der
Sparda-Bank vor: „Das ist ein Zelt zum Verweilen und Stärken. Unser Motto: Auftanken, erholen,
Kraft tanken. Jeder ist eingeladen.“ Ergänzend würde die Sparda-Bank in Kooperation mit dem
Verein Pro-Inklusionsschaukel im Leichtathletikstadion einen inklusiven Spielplatz aufbauen.
Special Olympics-Athlet Levin Ballbach, eines der Gesichter der Spiele, unterstrich abschließend, was
alle im Podium einte: Die große Vorfreude auf die Landesspiele mit vielen Höhepunkten im
Programm. Emely Hen, das zweite Gesicht der Spiele, hatte die Freude, die druckfrisch erschienene
Programmbroschüre zu den Landesspielen zu verteilen.
