Der TC Merzig hat in diesem Jahr gleich doppelt Neuland betreten: Zum ersten Mal richtete der Verein ein internationales Weltranglisten-Damenturnier – Ladies Open Saar 2025 - aus und veranstaltete in diesem Rahmen sein erstes Inklusionsturnier. Während das Damenturnier auf den Erfahrungen des erfolgreichen internationalen Jugendturniers aufbauen konnte, war das Inklusionsturnier für Menschen mit Beeinträchtigung eine völlig neue Herausforderung für den Verein.
„Zunächst haben wir uns über die Rahmenbedingungen für Blindentennis, Gehörlosen Tennis sowie Rollstuhl Tennis versucht schlau zu machen. Da die nationalen Spiele der Special Olympics 2026 vor der Tür standen, war dann doch schnell die Idee eines über die Grenzen des Saarlands hinausgehenden Special Olympics Inklusionsturniers geboren“, so die Vereins-Vorsitzende Birgit Kremmer. Mit Constanze Göbel, Koordinatorin der Special Olympics im Saarland, fand der TC Merzig eine sehr engagierte Partnerin, die das Projekt mit Herzblut begleitet und maßgeblich zum Erfolg beigetragen konnte.
Während der Veranstaltung lud der TC Merzig die Athlet*innen von Special Olympics auch zu einem Schnuppertraining ein. Für Wolfgang Carl vom TV Merzig war dieses Trainingsangebot ebenfalls eine Premiere. „Als ich gefragt wurde, ob ich ein Training für Menschen mit Einschränkungen machen würde, habe ich spontan ja gesagt, da mir das als wichtig erschien. Erst später in der Vorbereitung stellte ich fest, dass dies gar nicht so einfach ist, da ich wenig über die Erfahrungen und die Einschränkungen der Athleten wusste. So entschied ich mich, die Athleten ganz normal zu behandeln und gegebenfalls im Training individuell auf sie einzugehen. Der Tag kam näher und der Respekt vor dieser Aufgabe wuchs. Als dann die Schnupperstunde begann, war das Eis gebrochen und die Athleten selbst nahmen mir alle Ängste, indem sie vollkommen frei und ohne Hemmungen auf mich zukamen, mich begrüßten und gleich als erstes fragten, ob sie mich beim Transport der Utensilien unterstützen könnten. Für sie war es scheinbar die normalste Sache der Welt, für mich der Moment, der mir bewusst machte, welche besonderen Menschen ich hier vor mir hatte. Aufgeschlossen und bereit, dieses Tennistraining anzunehmen. Mit jedem Moment es Trainings wurde ihr Interesse, ihre Bereitschaft sich auf die Übungen einzulassen größer. Solch eine erkennbare Freude habe ich selten gesehen. Jeder Fortschritt, ob bei sich selbst oder den anderen wurde gemeinsam gefeiert. Kein - ich kann es besser, du bist schlechter oder das kannst du sowieso nicht - nein immer gegenseitige Unterstützung und Anerkennung. Ich habe selten ein Training geleitet, dass selbst mich so begeistert hat, weil die Athleten immer gelächelt haben und immer freundlich und bereit waren, auf die Übungen einzugehen. Ich kann aus dieser Erfahrung heraus nur sagen, dass dieses Training auch mir mehr als gefallen hat und ich jederzeit wieder mit Special Olympics-Athleten arbeiten möchte. Jedem kann ich nur raten, sich einmal mit Inklusion auseinander zu setzen und diese Menschen zu behandeln wie alle anderen auch und auf sie einzugehen“, beschreibt Wolfang Carl seine Trainings-Premiere mit Special Olympics-Athlet*innen.
Für den Verein war es ein erster Schritt für Inklusion und Vielfalt im Sport. Der TC Merzig freut sich sehr, im nächsten Jahr Ausrichter der nationalen Spiele Special Olympics zu sein.
