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Dr. Christiane Schenderlein lächelt in die Kamera

02.12.2025

Staatsministerin Schenderlein: „Ich möchte Sport für alle ermöglichen“

Seit Mai dieses Jahres ist Dr. Christiane Schenderlein Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt. Was hat Sie sich vorgenommen? Wie wird Special Olympics Deutschland (SOD) künftig unterstützt? Wie wichtig ist ihr das inklusive Ehrenamt? Anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember haben wir sie das gefragt. Die Fragen stellte Hartmut Augustin.

Frau Staatsministerin, seit fast sieben Monaten sind Sie im Amt. Macht Ihnen die Arbeit noch Spaß? 

Staatsministerin Schenderlein: Nach den ersten rund sieben Monaten im Amt kann ich sagen: Die Arbeit macht mir große Freude und sie erfüllt mich – aber sie fordert auch viel. Als ich gefragt wurde, ob ich für das Amt zur Verfügung stehe, habe ich überzeugt und von Herzen „Ja“ gesagt. Ob Olympia-Bewerbung, Unterstützung von Spitzen-, Behinderten- und Breitensport, Sportstättensanierung oder Entbürokratisierung und Förderung von Ehrenamt und Engagement: Ich kann und will mit anpacken und die Dinge zum Besseren bewegen.

Sie sind im Bundeskanzleramt zuständig für die Bereiche Sport und Ehrenamt. Wie bedingt das eine das andere?

Staatsministerin Schenderlein: Insbesondere der Breitensport ist ohne ehrenamtliches Engagement nicht denkbar. Und ohne Breitensport ist wiederum der Spitzensport nicht denkbar. Im Spitzensport engagieren sich sehr viele Menschen, z. B. bei Großveranstaltungen, als Volunteers. Damit ist der Sport gleich mehrfach auf das Ehrenamt angewiesen.

Auf einer übergeordneten Ebene gilt zudem: Sport und ehrenamtliches Engagement sind zentrale Bereiche, in denen die Menschen füreinander da sind, in denen sie für andere und für eine gute Sache einstehen, in denen Zusammenhalt über soziale, kulturelle und lebensweltliche Gräben wächst.

Wie wichtig ist Ihnen Inklusion im Sport?

Staatsministerin Schenderlein: Inklusion ist gerade im Sport und Ehrenamt ein sehr wichtiger Aspekt und eine Verpflichtung für mich und uns alle. Mit dem ersten Sportfördergesetz wird der Bund in dieser Legislaturperiode nicht nur einen Meilenstein für die Reform der Spitzensportförderung setzen. Hier werden gleichrangig auch die Belange der Athletinnen und Athleten im Paralympische-, Deaflympischen oder Special Olympischen Sport geregelt.

Was halten Sie vom inklusiven Ehrenamt?

Staatsministerin Schenderlein: Ich möchte Sport für alle ermöglichen und die Menschen für das Ehrenamt begeistern. Beides geht gut Hand in Hand und wird unsere Gesellschaft zusammenhalten, die inklusive Bewegung stärken und die Gesundheit im ganzen Land verbessern. Es gibt bereits inklusive Ehrenamtsteams, die in vielen Bereichen erfolgreich im Einsatz sind. Nicht zuletzt haben die Special Olympics World Games 2023 in Berlin den inklusiven Sport und das inklusive Ehrenamt in Deutschland beflügelt. Denn hier haben Athletinnen und Athleten sowie Ehrenamtler*innen mit und ohne Behinderungen dieses großartige Ereignis mit auf die Beine gestellt. Das hat auch Maßstäbe für andere Sportgroßveranstaltungen gesetzt.

Haben Sie schon einmal Sportler*innen von Special Olympics Deutschland beim Training oder einem Wettbewerb zugeschaut?

Staatsministerin Schenderlein: Bisher leider noch nicht, aber ich hoffe, dass ich mir schon bald einen persönlichen Eindruck machen kann.

Wie unterstützt das Bundeskanzleramt das Sporttreiben von Menschen mit geistiger Behinderung?

Staatsministerin Schenderlein: Der Bund fördert den Sport der Menschen mit geistigen Behinderungen unter Berücksichtigung der spezifischen Besonderheiten der Lebenssituationen der Betroffenen.

Gradmesser für eine erfolgreiche Vertretung Deutschlands im Bereich des Sports der Menschen mit geistigen Behinderungen ist in erster Linie die Verbesserung der Sichtbarkeit sowie der gesellschaftlichen Anerkennung und Akzeptanz des inklusiven Sports – u. a. mit den Special Olympics World Games als großes internationales Sportfest.

Die im Sportfördergesetz angelegten Regelungen zur Förderung des Sports von Menschen mit geistigen Behinderungen werden in besonderer Weise zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention beitragen.

Kann sich Special Olympics Deutschland auch in Zukunft auf eine angemessene finanzielle Förderung aus Ihrem Haus verlassen?

Staatsministerin Schenderlein: Ich freue mich, dass es gelungen ist, SOD auch 2026 aus dem Sporthaushalt Fördermittel in bisheriger Höhe bereitstellen zu können. Als Staatsministerin für Sport und Ehrenamt werde ich mich auch für die künftigen Jahre nachdrücklich für eine angemessene Sportförderung der Menschen mit geistigen Behinderungen einsetzen.

Vereine zögern mitunter, inklusive Angebote zu machen. Immer wieder hören wir, dass Trainer*innen dafür nicht qualifiziert seien oder Transportmöglichkeiten fehlten. Was sagen Sie diesen Vereinen?

Staatsministerin Schenderlein: Ich weiß, dass schon eine Reihe von Lehrgangs- und Trainingsmaterialen, u. a. von SOD, entwickelt wurden, die helfen können, diese Barrieren abzubauen. Ich denke, dass hier ein „Aufeinander zugehen“ helfen kann und pragmatische Lösungen gefunden werden können.

Werden Sie die Special Olympics Nationalen Spiele im Saarland im Juni 2026 besuchen?

Staatsministerin Schenderlein: Wenn es mein Terminkalender zulässt, werde ich die Special Olympics Nationale Spiele im Saarland sehr gerne besuchen.