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Ski Alpin Trainer Mathias Dolderer und Athlet Stefan Welt winken den anwesenden Zuschauenden beim Einmarsch in die Inalpi Arena fröhlich zu.

19.03.2025

Turin 2025: Warum die Weltwinterspiele ein großer Erfolg für das TeamSOD waren

Lebensfreude und Medaillen - 53 Sportler*innen und 36 Betreuer*innen aus Deutschland nahmen an den Special Olympics Weltwinterspielen in Italien teil. Eine Bilanz und ein Ausblick in vier Stichpunkten von Hartmut Augustin.

Glückliche Sportler*innen: 

Diese Lebensfreude, dieser Spaß am Sport, diese Zufriedenheit - die Bilder von Sportler*innen vom Team Special Olympics Deutschland (TeamSOD) in Italien brennen sich für immer in das Gedächtnis des Betrachters ein. Aufnahmen mit Jubel und zahllosen Freudentränen gab es in der Zeit der Weltwinterspiele ganz viele. Die Organisatoren hatten zwar anfangs noch mit der einen oder anderen  Herausforderung zu kämpfen. Mit italienischer Leichtigkeit und  Improvisation wurden die Probleme gelöst. Am Ende zeigte sich das TeamSOD zufrieden: Es waren sehr gute Wettbewerbe in Turin und der angrenzenden Bergregion. Die Athlet*innen hatten auch abseits der Pisten und Sportarenen wunderschöne Erlebnisse im TeamSOD und mit anderen Teilnehmer*innen. Immer dort, wo Musik zu hören war, tanzten und lachten sie. Die Eröffnungs- und die Abschlussfeier wurden dabei zu Höhepunkten.

Besonders beliebt war bei allen Sportler*innen das Tauschen von Pins. Die deutsche Mannschaft hatte Tausende davon im Gepäck. SOD Bundesgeschäftsführer Sven Albrecht fasst die Zeit in Italien so zusammen: „Wir haben sieben Jahre lang darauf gewartet, dass wieder Winterspiele stattfinden können - nachdem sie während der Pandemie ausgefallen sind. Unsere Athletinnen und Athleten waren großartige Botschafter für Deutschland, sowohl im Sport als auch daneben.“

Aufmerksamkeit für Sportler*innen: 

Neben Turin, wo die Wettbewerbe in den Sportarten Eiskunstlauf, Floorball und Short Track ausgetragen wurden, gab es noch drei weitere Wettbewerbsorte. In Sestriere fanden die Wettbewerbe im Ski Alpin und Schneeschuhlauf statt, Skilanglauf wurde in Pragelato ausgetragen, Snowboard und Tanzen in Bardonecchia.

Insgesamt nahmen 1.500 Athlet*innen aus 100 Ländern an den Spielen teil. Die Weltwinterspiele haben dafür gesorgt, dass die Leistungen von Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung in der Öffentlichkeit wieder stärker wahrgenommen worden sind - sehr zur Freude der Sportler*innen. Hunderte Filmbeiträge, Artikel, Tweets und Posts im TV, auf Online-Portalen, in Zeitungen und in Social-Media-Kanälen haben über die Leistungen und Ergebnisse vom TeamSOD informiert. Den größten Anteil daran hat die Special Olympics Medienallianz. Mit dabei sind die größten Medienhäuser Deutschlands, darunter ARD, Bild, Deutsche Telekom mit MagentaTV, ProSiebenSat.1, RTL, Sky und ZDF. Erstmals war die Medienallianz bei den Weltspielen in Berlin im Sommer 2023 aktiv und danach bei den Nationalen Winterspielen in Thüringen 2024.

Viele Prominente besuchten die Special Olympics World Games und signalisierten damit ihre Unterstützung für Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen. TeamSOD freute sich, dass Bundesinnenministerin Nancy Faeser die Mannschaft schon am Vorabend der Eröffnung bei einem Empfang begrüßte und zur Eröffnungsfeier mit dem Team in die Inalpi Arena in Turin einlief. Der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, besuchte ebenso die deutsche Mannschaft.

Medaillen und andere Erfolge der Sportler*innen: 

Das TeamSOD war bei den acht Wettbewerben sehr erfolgreich. Die Mannschaft kehrte mit 58 Medaillen nach Deutschland zurück: 14 Goldmedaillen, 19 Silbermedaillen und 25 Bronzemedaillen. Außerdem belegten die Sportler*innen 22 Mal einen 4. Platz, 8 Mal einen 5. Platz, 8 Mal einen 6. Platz, 4 Mal einen 7.Platz, 2 Mal einen 8. Platz. Des Weiteren gab es drei Teilnehmenden-Schleifen nach Disqualifikation. 

TeamSOD Delegationsleiter und SOD Sportdirektor Tom Hauthal war außerordentlich zufrieden mit den Ergebnissen der deutschen Mannschaft. „Wir haben uns über fast ein Jahr sehr gut auf die Spiele vorbereitet. Das hat sich mit vielen persönlichen Bestleistungen ausgezahlt. Alle Sportler*innen haben Großes geleistet, genauso die Trainer*innen und Betreuer*innen. Das waren tolle Erfolge“, sagte er zum Abschluss der Spiele. 

Ausblick für Sportler*innen:

Nach den Spielen ist vor den Spielen. Nach dem erfolgreichen Abschneiden der deutschen Mannschaft in Italien sind jetzt alle hoch motiviert für die kommenden Wettbewerbe. In diesem Jahr finden Special Olympics Landeswettbewerbe in Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Hessen, Baden-Württemberg, Berlin und Brandenburg, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und im Saarland statt. Außerdem beginnen die Vorbereitungen für die Nationalen Spiele, die vom 15. bis 20. Juni 2026 im Saarland sind. Dort können sich die Sportler*innen dann für die nächsten Special Olympics World Summer Games im Jahr 2027 in Santiago de Chile qualifizieren. 

Sven Albrecht spricht beim Konsulatsempfang vor den Specia Olympics World Winter Games Turin 2025 zu den anwesenden Gästen.

SOD Bundesgeschäftsführer Sven Albrecht nutzte die Weltspiele, um für die Unterstützung von Politik und Sponsoren für die deutsche Mannschaft zu danken. Er verband damit die Hoffnung, dass Special Olympics Deutschland auch weiterhin die nötige Förderung erhalten wird, damit die positive Entwicklung des Verbandes fortgesetzt werden kann. In einem Interview mit der FAZ kurz nach Abschluss der Weltspiele und mit Blick auf die künftige Bundesregierung sagte er: „Unser Wunsch ist es, dass das Thema Inklusion, die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im Koalitionsvertrag ein zentrales Thema sein wird und nicht nur eine Randnotiz. Denn es hat ja Auswirkungen auf alle Lebensbereiche. Und deswegen brauchen wir ein klares Statement der künftigen Regierung bei der weiteren Umsetzung.“