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11.06.2018 15:10 Uhr

#Kielhautnah: Camphill Schulgemeinschaft am Bodensee

Eine weitere Ausgabe von #Kielhautnah gewährt exklusive Eindrücke in die Nationalen Spiele von Kiel. Diesmal stellt SOBW die Camphill Schulgemeinschaft am Bodensee vor, die in ihrem aufregenden Bericht den Weg von der Bekanntgabe, über die Vorbereitung bis hin zu den Spielen beschreibt.

Die  Vorbereitungsphase dauerte ungefähr ein Jahr. Wettkämpfe in Friedrichshafen und Albstadt, mit dem Gewinn einer Silber- oder Goldmedaille, waren die Voraussetzung gewesen, um überhaupt zu den angemeldeten Athlet und Athletinnen zu gehören.

Dies war kein leicht zu erreichendes Ziel. Trotzdem gab dies noch immer nicht die Gewissheit, in Kiel auch wirklich dabei sein zu können. Die magische Zahl 4500 AthletInnen insgesamt war für die Organisatoren nicht einfach zu erreiche - die Zahl der Anmeldungen lag weit höher. So warteten wir noch fast ein halbes Jahr, bis endlich aus Berlin der Brief eintraf, auf dem stand, das 6 Athleten die Zulassung für die National Games 2018 in Kiel in den Schwimmwettbewerben bekommen hatten. Dazu gesellte sich noch ein Tischtennisspieler, der in Scheer auf der Alb, in großartiger Weise die Qualifikation im Tischtennis geschafft hatte. Zwei Athleten mussten aber auch eine Absage hinnehmen.

Jetzt konnten die organisatorischen Vorbereitungen beginnen. Trikots wurden und eine Unterkunft direkt an der Ostsee wurde gebucht, Autos wurden angemietet, die finanziellen Voraussetzungen geschaffen. Das Begleiter-Team um Mirek Breyer und Ulrich Feigl ergänzten Olivia und Luca. Das sportliche Training für die Schwimmer und Schwimmerinnen im Hallenbad wurde noch intensiver und zielgerichteter. Die Zeiten über 25 Meter, 50 Meter und 100 Meter Freistil verbesserten sich und auch die Anmeldezeit für die 4x50m Staffel wurde besonders durch die Übung der Wechsel, noch schneller. Dazu spielte man Tischtennis, wo es nur ging. Dann endlich war der 13. Mai 2018 diesen Jahres gekommen: Kiel begann.

Die Sportwoche in Kiel

Am Sonntagmorgen um 6 Uhr fuhren die beiden Autos am Bodensee los.  Ein Sportler musste leider noch kurzfristig absagen. Nach über elf Stunden Fahrt kam das 10 Mann schwere Aufgebot in der Hafenstadt endlich an. Die Anmeldung und das 1. Head-Coach-Meeting fanden noch am gleichen Abend statt. Erst danach konnten wir im 30 Kilometer entfernten „ Jugendhof“ in Schöneberg/Kalifornien unsere Zimmer beziehen. Einige weitere „Special Olympics“-Gruppen, das sehr nahe Ostseeufer und ein überaus freundliches Gastgeber-Team machten den Empfang und die Zeit danach auf dem Gelände zu einem sehr erfüllten Erlebnis.

Im großen Sportzentrum nahe der Universität waren die Wettkampfstätten für viele Sportarten sehr dicht zusammen. Neben der geräumigen Schwimmhalle, wo unsere Sportler ihre Wettbewerbe austrugen, konnten wir in unmittelbarer Nähe die Judokas, die Gewichtheber, die Reiter und die Fußballer wahrnehmen. Die Tischtennis-Wettbewerbe fanden in einer nahen Halle statt.

Die sechs Athleten der Camphill-Schulgemeinschaften zeigten an diesen Tagen allesamt, dass sie in der Lage waren, in entscheidenden Momenten das Beste aus sich herauszuholen. Die fünf Schwimmer, die über jeweils zwei Distanzen im Freistil und in der Staffel an den Start gegangen sind, errangen  zweimal Gold, siebenmal Silber, dreimal Bronze und fünf Teilnehmerschleifen; Max errang im Tischtennis nach einem großartig gespielten Turnier die Goldmedaille in seiner Gruppe.

Die angereisten Elternpaare, die ihre Kinder lautstark unterstützt hatten, zeigten sich durchgehend begeistert von der Steigerungsfähigkeit ihrer Jugendlichen. Die jeweiligen Siegerehrungen wurden so immer zu einem emotional geprägten kurzen Höhepunkt. Dazu gaben viele schöne Begegnungen mit Athleten aus ganz Deutschland unseren Athleten das Gefühl, Teil von etwas Großem und Besonderen zu sein.

Und was sonst noch so in Kiel geschah

Die große Eröffnungsfeier am Montagabend in der fast 14 Tausend Menschen fassenden, vollständig gefüllten, Sparkassen Arena war ein beeindruckendes Ereignis. Akrobatische Bühnendarbietungen, Flash-Mobs, Gesang, Lichtshows und Power-Point Präsentationen umrahmten die Entzündung des olympischen Feuers, die Setzung der Flagge und das Sprechen des olympischen Eides. Frau Elke Büdenbender, die Frau des Bundespräsidenten, eröffnete als Schirmdame die Spiele schließlich offiziell. Der Norddeutsche Rundfunk sendete die Veranstaltung auf Live-stream aus der Arena. Der Kieler OB und der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein brachten zum Ausdruck, dass es eine Ehre für die Region und die Stadt sei, diese Spiele veranstalten zu dürfen.

Es war unserer Gruppe aus Zeitgründen (die Schwimm-Wettkämpfe waren über die ganze Woche verteilt) nicht möglich, sich an den reichhaltigen Angeboten der Stadt Kiel und der Special Olympics zu beteiligen. Von den ständigen Freizeit-Programmen auf der Bühne im Hafen, Kulturveranstaltungen und Besichtigungen hörten wir nur die Schilderungen. Wir verbrachten die restlich vorhandene freie Zeit bei traumhaftem Sommerwetter oft am Sandstrand der Ostsee, mit einem Gang durch den Kieler Hafen, mit Begegnungen auf dem Gelände des Jugenddorfes, mit einer Fahrradtour von Kalifornien nach Brasilien und einem gemeinsamen Pizzaessen an einem Abend.

Die Abschlussveranstaltung fand am Freitagabend auf und vor der Bühne im Hafen statt. Auch hier gab es wieder herausragende Darbietungen, die schließlich mit dem Löschen des Olympischen Feuers ausklangen.

Ein ganz besonderes Dankeschön möchten wir an dieser Stelle allen UnterstützerInnen, den Organisations-Teams und der Stadt Kiel  aussprechen.

 

Im Namen des Special Olympic Teams der Camphill Schulgemeinschaften am Bodensee

Ulrich Feigl

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