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05.04.2019 14:00 Uhr

Athleten von Special Olympics besonders erfolgreich bei Weltspielen in Abu Dhabi

Vom 14. bis 21. März fanden in Abu Dhabi die Weltspiele von Special Olympics, der weltweiten Sportbewegung für Menschen mit geistiger Behinderung statt. 7000 Athleten aus 192 Ländern kämpften in 24 Sportarten um Medaillen. Allein 58 der 163 Athleten der deutschen Delegation kamen aus Baden-Württemberg. Die Athleten aus dem Ländle bringen fünf Gold-, sechs Silber- und acht Bronzemedaillen mit nach Hause.

Die Radsportler aus Baden-Württemberg waren dabei besonders erfolgreich. Gleich zwei Mal Gold holte Radsportler Michael Lofink von der Johannes-Diakonie Mosbach. Er gewann auf der Formel-1-Rennstrecke „Yas Marina Circuit“ in der höchsten Leistungsklasse das 15-Kilometer-Straßenrennen vor dem Mexikaner Alejandro Elias und darf sich nun „Weltmeister“ nennen. Und auch auf der 10-km-Strecke fuhr er allen anderen davon. Ebenso Teamkollege David Panke vom Förderverein Hochrhein e.V., der einmal Gold und zweimal Bronze holte sowie Corinna Frank von der Diakonie Stetten, die Silber und Bronze erkämpfte und Elena Bergen von der Diakonie Mosbach, die über 5 km ebenfalls Bronze gewann. Radsportlerin Ingrid Neff war mit ihren 64 Jahren die älteste Sportlerin der deutschen Delegation und die Älteste unter den Radsportlern in Abu Dhabi und errang immerhin den 4. Platz. „Es war schön, mit der ganzen Welt auf der Formel 1 Strecke in Abu Dhabi zu fahren“, berichtete die Athletin stolz.

Gleich einen ganzen Medaillensatz erkämpfte Frank Eser. Der Kraftdreikämpfer aus dem Kraft-Werk Schwarzach holte mit 145 Kilogramm auf der Hantel Gold für Deutschland im Kniebeugen, mit 170 Kilogramm Silber beim Kreuzheben und mit 70 Kilogramm Bronze beim Bankdrücken. Im Rollerskating schaffte Marcel Matzat von der Schwarzwaldwerkstatt Dornstetten mit dem Team Germany bei der 4x100 Meter-Staffel Bronze. Die Fußballer – allesamt Spieler des BSG Neckarsulm e.V. - gewannen im Spiel um Platz drei gegen die Schweiz 2:0.  Im Tischtennis gewann Hartmut Freund Silber im Einzel und gemeinsam mit seinem Unified-Partner Heinrich Schullerer ebenfalls Silber im Doppel. Auch auf dem Wasser waren die Athleten aus dem Südwesten erfolgreich. So gewann das Stuttgarter Unified-Team Isabell Schildheuer und Caroline Flegel im Zweier-Kanu Gold über 500 Meter und Silber über 200 Meter.

Überhaupt zeigten die Baden-Württemberger ihre besondere Stärke in den Unified-Wettbewerben. Bei Unified Sport trainieren Sportler mit und ohne Handicap gemeinsam und gehen als Gemeinschaftsmannschaft in den Wettbewerb. So lieferten sich die beiden Unified-Mannschaften im Handball und im Volleyball wahre Final-Krimis. Die Volleyballer aus Wilhelmsdorf kämpften in einem spannenden Endspiel gegen Nigeria und verloren knapp mit 1:2. Auch das nationale Handballteam bestand fast ausschließlich aus Spielern aus dem Ländle. Im Spiel um Platz drei gewann das bundesdeutsche SO-Handballteam im Unified-Turnier in letzter Sekunde mit 19:18 Toren gegen Kenia und sicherte sich damit die Bronzemedaille. SO-Vizepräsident Mathias Tröndle, der das Handballteam zusammen mit einem Durlacher Fanclub begleitete, war stolz darauf, "wie sich die Mannschat innerhalb und außerhalb des Spielfelds präsentierte". Und auch darauf, wie sich die ballspielenden Teams gegenseitig unterstützten. So feuerten die deutschen Volleyballer, die aus Wilhelmsdorf kommen, die Handballer ebenso lautstark an wie umgekehrt.

Die Baden-Württemberger stellten mehr als die Hälfte der 31 Unified-Partner der deutschen Delegation und zeigten sowohl in den Sportarten Volleyball, Handball und Fußball sowie Kanu und Tischtennis, wie Inklusion im Wettkampfsport funktioniert. „Baden-Württemberg ist bundesweit Vorreiter im Unified Sport und damit Vorbild für gelebte Inklusion im Sport“, freut sich Christian Sigg, Geschäftsführer von Special Olympics Baden-Württemberg.

Die nächsten Weltspiele von Special Olympics finden 2023 in Berlin statt.

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