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05.04.2019 13:44 Uhr

Freund und Schullerer holen Silber bei den Special Olympics Weltspielen

Abu Dhabi. Der geistig behinderte Tischtennis-Spieler Hartmut Freund aus Bietigheim-Bissingen und sein nichtbehinderter Doppelpartner Heinrich Schullerer aus Fellbach-Schmiden haben bei den Weltspielen der Special Olympics in Abu Dhabi, den Olympischen Spielen für Athleten mit geistiger Behinderung, drei Silbermedaillen gewonnen. Dabei verfehlten die beiden SOBW-Sportler Gold in der jeweils stärksten Leistungsklasse gleich zweimal nur um Haaresbreite.

 

Die World Games der Special Olympics finden wie die Olympischen Spiele und die Paralympics alle vier Jahre statt und sind vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) offiziell anerkannt. Sie unterscheiden sich von den beiden letztgenannten Weltspielen insbesondere dadurch, dass sie mit einer „Klassifizierungsrunde“ beginnen, auf deren Grundlage die Sportler für den weiteren Verlauf des Wettkampfs in leistungsmäßig homogene „Divisions“ aufgeteilt werden. In Abu Dhabi bestand jede dieser Leistungsklassen aus vier Einzel-Spielern oder Doppeln. Mit diesem Spielsystem will man auch Athleten mit schwereren Behinderungen gerecht werden.

Freund, der für den TTC Bietigheim-Bissingen in der Bezirksklasse spielt und seit vielen Jahren auch dem TSV Schmiden und dem Special-Olympics-Verein TSG Reutlingen Inklusiv angehört, schaffte es im Einzel ungeachtet seiner schweren geistigen Behinderung in die stärkste von sieben Leistungsklassen. Dort unterlag er nach glatten 3:0-Siegen gegen Ali Hasan (Bahrein) und Geraldo Silva (Puerto Rico) allein dem Tunesier Karim Gharsallah - mit 7:11, 11:9, 11:8, 6:11 und 7:11.

Ganz ähnlich lief es für den 51-Jährigen im „Unified Doppel“ mit seinem Partner Schullerer (58), der im Nichtbehindertensport für den TSV Schmiden ebenfalls in der Bezirksklasse spielt. Nach ungefährdeten Drei-Satz-Siegen in der stärksten Leistungsklasse gegen Doppel aus Palästina und Macau zogen die beiden nur gegen Sazzad Hossen Mustuk und dessen nichtbehinderten Partner Deb Chakma (beide Bangladesch) den Kürzeren - mit 11:7, 11:9, 10:12, 6:11 und 9:11.

Die „Unified“-Wettbewerbe, bei denen behinderte und nichtbehinderte Sportler Teams bilden, nahmen diesmal einen besonderen Stellenwert bei den Weltspielen ein. Im Tischtennis sieht das Regelwerk vor, dass der behinderte und der nichtbehinderte Spieler, die ein Doppel bilden, ungefähr gleich spielstark und etwa gleich alt sein müssen. Mit diesen Vorgaben, denen Freund und Schullerer perfekt entsprachen, will der Weltverband Special Olympics International (SOI) die Inklusion behinderter Sportler in Vereine des Regelsports vorantreiben. Hartmut Freund gilt hier als Vorbild. Bereits seit Jahrzehnten spielt er in Vereinen des Regelsports – ursprünglich beim TSV Bietigheim, 2010 wechselte er zum TTC Bietigheim-Bissingen. Aktives Mitglied ist er auch beim TSV Schmiden, wo er seit 2012 donnerstags trainiert, der KSG Gerlingen, dem TV Tamm, der PSG Ludwigsburg und dem TSV Korntal, für den er im Senioren-Mannschaftssport startet.

An den Wettkämpfen in den Vereinigten Arabischen Emiraten nahmen rund 7000 Athleten aus 170 Ländern in 25 Sportarten teil. Über eine halbe Million Menschen und rund 2.000 Medienvertreter verfolgten die Spiele. Schirmherr der Weltspiele war Kronprinz Scheich Muhammad bin Zayed Al Nahyan. Die nächsten World Games der Special Olympics finden im Jahr 2023 in Berlin statt.

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