13.09.2018 14:14 Uhr

Deutsche Paralympics- Tischtennismeisterschaften in Celle

Florian Hartig vom TV 09 Dietenhofen wird erneut Deutscher Meister

Bild S. Meßlinger (von links nach rechts):Joanis Chazopoulos, Erich Kirschbaum, Stefan Meßlinger, Jürgen Wittwar, Florian Hartig, Günther Ritschel, Anne Weiglein, Daniel Reckziegel, Peter Sperr, Sonja Mulzer (liegend)

Ein Bericht von Stefan Meßlinger

Mit einmal Gold und zweimal Bronze erfolgreiches Abschneiden des Bayerischen Landesverbandes (BVS) bei den Deutschen Paralympics- Tischtennis- Meisterschaften für Menschen mit einer geistigen Behinderung (Klasse 11) des Deutschen Behindertensportverbandes e.V. (DBS) in Celle.

Celle – Der Kern des 11 – köpfigen Teams Bayern bestand mit den Aktiven aus den Reihen des TV 09 Dietenhofen, TSV Obernzenn und Rothenburg wieder aus Bewohnern bzw. Beschäftigten der Diakonie Neuendettelsau. Als Nürnberger hat Florian Hartig einen Arbeitsplatz bei Noris Inklusion. Neu im Team war einzig Anne Weiglein vom SV Heßdorf und beschäftigt in den Mainfränkischen Werkstätten der Lebenshilfe Bayern e.V.

Am ersten Tag des Turniers wurden im Einzel in der Herrenkonkurrenz (26 Teilnehmer) und bei den Damen (15 Teilnehmerinnen) die Deutschen Meister ausgespielt.

Der 22 jährige Hartig wurde seiner Favoritenrolle gerecht und holte nach 2016 seinen zweiten Titel im Einzel. Er verlor in allen seinen sieben Spielen keinen einzigen Satz. Gegen Tobias Thomas (WZB Wendeliushof, Saarland) kam es zur Wiederholung der Finalpaarung von 2016. War es damals noch ein ganz enges Spiel, das mit 3:2 an den Nürnberger ging, konnte er diesmal seinen Gegner fast mühelos mit seinem sicheren Blockspiel und harten Vorhandschüssen in Schach halten. Florian Hartig demonstrierte mit seiner Leistung eindrucksvoll seine in den vergangenen zwei Jahren erreichte  Ausnahmestellung im deutschen Para-Tischtennis der Klasse 11. Seit den Deutschen Meisterschaften 2016 wird er als Kaderspieler des DBS gefördert. Er hatte auch bereits zahlreiche internationale Einsätze. Als Nummer 21 der Weltrangliste ist er als einziger Deutscher in der Klasse 11 für die Anfang Oktober in Lasko, Slowenien, stattfindenden Para- Tischtennis- Weltmeisterschaften nominiert. Deshalb musste er gleich im Anschluss ans Turnier zusammen mit seinem Mentaltrainer Peter Sperr zu einem Vorbereitungslehrgang nach Slowenien weiterreisen.

Bei ihren ersten Deutschen Meisterschaften konnte die 23 jährige Anne Weiglein überzeugen und gewann nicht ganz überraschend die Bronzemedaille im Dameneinzel. Sie musste sich lediglich den beiden wesentlich erfahreneren Damen aus Oberhausen geschlagen geben. In der Vorrunde unterlag sie nur Angelika Peters (Oberhausen) knapp mit 3:2 und erreichte somit als Gruppenzweite die KO-Runde. Erst im Halbfinale wurde sie von Miriam Jörgens gestoppt. Dann konnte sie mit 3:2 nach hartem Kampf das Spiel um die Bronzemedaille gegen ihre Gegnerin aus Rheinland-Pfalz wieder für sich entscheiden.

Die Teilnehmer der Diakonie Neuendettelsau konnten ebenfalls überzeugen und erreichten ihrem Leistungsvermögen entsprechend sehr zufriedenstellende Platzierungen. Günther Ritschel (TV Dietenhofen) verpasste wegen einer sehr knappen und unglücklichen Niederlage die KO-Runde der Gruppenbesten, entschied aber gegen seinen Teamkollegen  Joanis Chazopoulos (TSV 2000 Rothenburg) das „kleine“ Finalspiel und belegte somit Platz 15.

Daniel Reckzeigel (TSV 2000  Rothenburg) und Jürgen Wittwar (TSV Obernzenn) erfüllten mit Platz 6 und 8 voll die Erwartungen.

Sonja Mulzer (TV 09 Dietenhofen) musste als Teamälteste die Überlegenheit der jüngeren Konkurrenz anerkennen und belegte mit nur einem Sieg bei den Damen Platz 14.

An Tag zwei der Meisterschaften wurde der Zweier-Teamwettbewerb (je ein Einzel und ein Doppel) ausgetragen. Nach dem erfolgreichen Abschneiden am Vortag war im Team teilweise etwas die Spannung gesunken, zumal gerade Florian Hartig aufgrund der verletzungsbedingten Absage seines Teampartners und Nationalmannschaftskollegen Hartmut Freund aus Baden- Württemberg nicht in die Entscheidung um die Mannschaftsmeisterschaft eingreifen konnte. Dennoch konnte das Team Reckziegel/Wittwar mit der Bronzemedaille überzeugen. Im Halbfinale mussten sie sich nach erbitterter Gegenwehr dann doch glatt mit 3:0 gegen den späteren Turniersieger Thomas (Saarland)/ Kalpakidis (Baden-Württemberg) geschlagen geben. Ritschel/Chazopoulos erreichten immerhin das Viertelfinale.

Die Damenpaarung Weiglein/Mulzer schied bereits in der ersten Runde aus. Nachdem Weiglein ihr Einzel gewinnen konnte, gab es durch die Niederlage von Mulzer und ein 1:3 im abschließenden Doppel eine 2:1 Niederlage gegen die Paarung des Gastgebers aus Celle.

Die Trainer Stefan Meßlinger (TV Dietenhofen), Peter Sperr (SpVgg Mögeldorf) und Erich Kirschbaum (TSV Obernzenn) können mit den gezeigten Leistungen und den erreichten Platzierungen eine sehr positive Bilanz verzeichnen.

SO Bayern gratuliert den bayerischen Athleten und Trainern zum erfolgreichen Abschneiden in Celle und wünscht Florian Hartig alles Gute für die Weltmeisterschaften in Slowenien.


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