Durch die Spiele vom 17. bis zum 25. Juni vergangenen Jahres ist der inklusive Sport gewachsen, aber hat noch viel Luft nach oben. Acht Prozent der Athletinnen und Athleten mit geistiger Beeinträchtigung sind im organisierten Sport registriert. „Mittelfristig wollen wir die 16 Prozent erreichen. Wir haben bei den Mitgliedern Zuwachs. Wir merken auch, dass mehr Athletinnen und Athleten einzeln sich melden und fragen, wo sie Sport treiben können. Auch die Basis der Mitgliedseinrichtung und Vereine steigt stetig, aber nicht so schnell, wie wir uns das erhoffen, um mittelfristig die Zahl von 16 Prozent zu erreichen“, sagt Albrecht, „zum Vergleich: Bei Kindern und Jugendlichen ohne Beeinträchtigung sind über 35 Prozent im organisierten Sport aktiv. Deswegen sehe ich die Zahl von 16 Prozent auch nicht als zu ambitioniert an, sondern als Notwendigkeit. Das ist auch für uns als Organisation die Motivation.“
Unterstützung erhält der ehemalige Leistungsturner aus Teilen der Politik, Kultur und natürlich auch vom Sport selbst. „Durch die Bedeutung der Special Olympics World Games als größte inklusive Sportveranstaltung der Welt hat sich für Berlin ein enormes Potenzial ergeben, Inklusion in der Stadt dauerhaft zu stärken und sich als internationale und inklusive Sportmetropole zu etablieren“, sagt Sportsenatorin Iris Spranger. Das Berliner Nachhaltigkeitsprogramm „Inklusion 23“ fördert 14 Projekte, um in verschiedenen gesellschaftlichen Bereich Barrierefreiheit und nachhaltig inklusiven Angebots-, Infra- und Kommunikationsstrukturen zu schaffen.
Auch der Landessportbund Berlin (LSB) hat bedingt durch die Weltspiele einen viel schärferen Fokus auf den inklusiven Sport gelegt und merkt auch bei Veranstaltungen eine sensiblere Aufmerksamkeit gegenüber beeinträchtigten Sportlerinnen und Sportlern. „Es werden eindeutig mehr inklusive Sportangebote angeboten. Dennoch ist die Nachfrage noch höher als das Angebot. Aber, die Weltspiele haben den Weg bereitet, auch da erfolgreiche Vereinsarbeit zu etablieren“, sagt LSB-Präsident Thomas Härtel, „die Vereine sind sensibilisierter und engagierter im Bereich Inklusion. Sie melden Trainerinnen und Trainer zu Qualifizierungsmaßnahmen wie Fortbildungen für Übungsleiterinnen und Übungsleiter sowie Vereinsmanagerinnen und Vereinsmanager an und haben neue inklusive Sportgruppen gegründet.“
