09.09.2019 16:54 Uhr

SOD startet Projekt „Wir gehören dazu – Menschen mit geistiger Behinderung im Sportverein“

In diesen Tagen geht eines der größten Projekte in der Geschichte von Special Olympics Deutschland (SOD) in die Umsetzung. Mit dem Projekt „Wir gehören dazu – Menschen mit geistiger Behinderung im Sportverein“, gefördert durch die Aktion Mensch Stiftung, soll der Sportverein als zentraler Sportort für Menschen mit geistiger Behinderung geöffnet werden. Ziel ist es, über die Projektlaufzeit von fünf Jahren 6.000 bis 8.000 Menschen mit geistiger Behinderung einen Zugang zu 100 Sportvereinen zu verschaffen. Hierzu sollen vor allem bereits bestehende Vereine und Strukturen durch Bildung, Information, Öffentlichkeitsarbeit und konkrete Aktionen geöffnet werden. Auch Special Olympics Bayern gehört zu den Pilot-Landesverbänden, die an der Umsetzung des Projektes involviert sind.

Insgesamt betrachtet, haben Menschen mit geistiger Behinderung in Deutschland bisher nur sehr eingeschränkte Teilhabemöglichkeiten am Sport und insbesondere am Sportvereinsleben. Inklusion im und durch Sport - eine Kernaufgabe von Special Olympics Deutschland - setzt aber voraus, dass alle Interessierten basierend auf dem Wunsch- und Wahlrecht frei wählen können, wo und mit wem sie Sport treiben.

„Deshalb ist dieses Projekt für uns von herausragender Bedeutung. Es entspricht mit seinen Zielen, der Ausrichtung auf Nachhaltigkeit und dem unmittelbaren Nutzen für die Menschen mit geistiger Behinderung in den Regionen dem Kern all unserer Bemühungen“, erläutert Christiane Krajewski, Präsidentin von SOD. „Wir danken der Aktion Mensch Stiftung für die großartige Unterstützung, die es uns ermöglicht, gemeinsam mit unseren Landesverbänden entsprechende Rahmenbedingungen in den Regionen zu schaffen.“

Friedhelm Peiffer, Leiter der Geschäftsstelle der Aktion Mensch Stiftung, sagt zum Engagement für das Projekt: „Wir leben hier in Deutschland in einem Land mit einer unglaublichen Sportbegeisterung. Dieses Erlebnis, den Spaß an Sport und Gemeinschaft, möchte die Aktion Mensch Stiftung mit der Förderung des Projekts von SOD auch für Menschen mit Lernbehinderung öffnen und zugänglich machen, damit sie zukünftig auch Teil unserer großen Sportgemeinschaft im Breitensport in ganz Deutschland werden können.“

Mark Solomeyer, SOD Athletensprecher und Vizepräsident, setzt sich seit jeher für die Öffnung der Sportvereine ein. „Ich bin als Badmintonspieler sowohl bei Special Olympics, als auch im Verein SV Arzbach/Fachbach aktiv. Sportvereine sind wichtig für uns Athleten, für das gemeinsame Sporttreiben und auch für mehr Teilhabe. Wir gehören dazu. Und wir können viel lernen. Aber aus Erfahrung weiß ich: Das ist umgekehrt genauso - wir Athleten können den Sportlern ohne Behinderung auch einiges geben. Deshalb wollen wir bei SOD alles dafür tun, um die Öffnung der Sportvereine zu unterstützen.“

Am Projekt „Wir gehören dazu – Menschen mit geistiger Behinderung im Sportverein“ sind folgende Special Olympics Landesverbände beteiligt: Berlin/Brandenburg, Hamburg mit Ausstrahlung nach Schleswig-Holstein und Nordniedersachsen, Sachsen-Anhalt mit Ausstrahlung nach Sachsen, Rheinland-Pfalz gemeinsam mit dem Saarland, Hessen und Bayern.
Die Projektleitung liegt bei SOD in der Bundesgeschäftsstelle in Berlin. Auf Landesebene wird es insgesamt fünf Projektkoordinatoren geben.

Eine Steuerungsgruppe wurde eingerichtet, die mit bundesweiten Akteuren aus dem Sport und der Behindertenhilfe besetzt ist und richtungsweisend auf das Projekt einwirkt.

Das Projekt soll als Anschub fungieren, um langfristig gemeinsam mit vielen Partnern und großem Netzwerk den Menschen mit geistiger Behinderung flächendeckend das Sporttreiben und die Mitwirkung in Sportvereinen zu ermöglichen. Dies soll nach Beendigung des Projektzeitraumes auch durch Vereine selbst erfolgen, die vom guten Beispiel anderer Vereine lernen und dann eigenständig inklusive Sportangebote unterbreiten.

SOD-Präsidentin Christiane Krajewski verweist auf einen weiteren Aspekt: „Wir sehen dieses Projekt auch als einen Beitrag zur nachhaltigen Wirkung für Inklusion, die wir mit der Vorbereitung und Durchführung der Weltspielen 2023 in Deutschland erreichen wollen.“


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