02.10.2019 10:41 Uhr

12. ID-Judo-Turnier von SONRW in Essen

Am 28. September 2019 fand in der Sporthalle Essen-Kupferdreh das mittlerweile 12. Landes-Judoturnier von Special Olympics Nordrhein-Westfalen präsentiert von innogy SE statt. In diesem Jahr hatten sich 180 Judoka mit einem geistigen Handicap aus 21 Institutionen bzw. Vereinen aus NRW angemeldet. Hinzu kamen elf Judoka aus den Niederlanden vom Institut Rudi Verhagen, die bereits zum fünften Mal an der SO-NRW-Veranstaltung teilnahmen. In Kooperation mit dem Nordrhein-Westfälischen Judo-Verband gelang es SO-NRW und den Teams ESC Rellinghausen und TVK 1877 wieder, den Teilnehmern einen beeindruckenden Judo-Tag zu bieten.

Essens 1. Bürgermeister, Herr Rudolf Jelinek, eröffnete schon fast traditionell pünktlich um 10:30 Uhr das Landesturnier. Mit vielen Grüßen und guten Wünschen an die vielen Sportler meldeten sich auch die SO-NRW-Vorstandsmitglieder Dr. Margarethe Möllering und Alfred Geißler zu Wort. Mit dem Sprechen der Eidformeln durch Kampfrichter, Trainer und Athleten und dem feierlichen Hissen der Special Olympics Fahne konnten um 11:00 die Wettkämpfe beginnen.

Gekämpft wurde in drei Wettkampfklassen, eingeteilt nach Art und Schwere der Behinderung. In den einzelnen Gruppen trafen 3 – 6 Judoka aufeinander. Jeder musste gegen jeden kämpfen, kein Kämpfer schied vorzeitig aus, alle waren bis zum Ende dabei. Erfreulich, dass bei diesem Turnier einige Judoka meist den sehr erfolgreichen Versuch unternahmen, ein Level höher, also in einer schwereren Wettkampfklasse, zu kämpfen. Viele Kämpfer konnten sich in diesem höheren Level nicht nur behaupten, sondern ihre Wettkampfklasse sogar gewinnen.

Außerdem bot Special Olympics NRW mit einem wettbewerbsfreien Angebot allen nicht kämpfenden Teilnehmern die Möglichkeit, sich während des gesamten Tages aktiv an verschiedenen Stationen in und vor der Sporthalle spielerisch zu beteiligen. Wie bei allen ID-Judo-Wettbewerben üblich, starteten alle Judoka ausschließlich in weißen Judoanzüge. Zur Unterscheidung  trug der an erst aufgerufene Kämpfer einen weißen Wettkampfgürtel und der an zweiter Stelle aufgerufene einen blauen Wettkampfgürtel.

Die Kämpfe begannen, inzwischen schon traditionell, mit der Wettkampfklasse 3. Sie wurde extra eingerichtet, um auch den motorisch stärker beeinträchtigten Judoka die Möglichkeit zu bieten, an Judowettkämpfen teilzunehmen. So kommt es gerade in dieser Wettkampfklasse immer wieder zu Begegnungen, die nur im Kniestand durchgeführt werden, weil einer der beiden Judoka, oder auch beide, nicht sicher stehen können. Erstaunlich zu beobachten, zu welchen Leistungen auch diese Sportler in der Lage sind. Manch einer der Zuschauer war von der Fairness der Athleten beeindruckt und auch vom freundlichen Umgang untereinander. Wer Hilfe auf dem Weg zur Wettkampfmatte oder einfach Trost und ein paar aufmunternde Worte nach einem verlorenen Kampf suchte, musste nicht lange warten. Die Teilnehmer feuerten sich während der Kämpfe lautstark an, und wer einen Sieg erringen konnte, wurde begeistert gefeiert.

Unmittelbar nachdem alle Begegnungen der Wettkampfklasse 3 abgeschlossen waren, folgte um 13 Uhr die Siegerehrung. Alle Sportler wurden auf das berühmte Treppchen gerufen und erhielten Gold-, Silber- oder Bronzemedaillen. Ab 14 Uhr kämpften in einem zweiten Wettkampfabschnitt die Judoka der motorisch stärkeren Wettkampfklassen 2 und 1. In knapp drei Stunden konnten auf drei Judomatten alle Kämpfe ohne große Verzögerungen durchgeführt werden.

Während in der Wettkampfklasse 1 die Judoka des ID-Kaders des BRSNW  die Kämpfe weitgehend dominierten, gab es in den anderen Wettkampfklassen viele Begegnungen mit überraschenden Ausgängen. Häufig konnten sich gerade junge Judoka in ihren Gruppen durchsetzen, so dass sich das ID-Judo in NRW keine Sorge um den Judo-Nachwuchs machen muss.

Kurz vor 17:00 Uhr waren auch die letzten Kämpfe des Turniers abgeschlossen. Bis auf kleinere "Wehwehchen" gab es während des gesamten Turniers keine Verletzungen, so dass die Siegerehrung der Wettkampfklassen 2 und 1 pünktlich durchgeführt werden konnte.

Zum Abschluss der Veranstaltung wurde der von Arndt Holtstraeter gespendete Wanderpokal für die erfolgreichste Mannschaft des Turniers vergeben. Den Bernd-Eickerling-Wanderpokal, zu Ehren des ehemaligen Hausmeisters der Kupferdreher-Sporthalle, konnten, wie im Vorjahr, die Judoka vom Budokan Hünxe, dieses Mal mit deutlichem Vorsprung vor der DJK Dülmen und den Judoka von Bayer 04 Leverkusen gewinnen.

Alle Teilnehmer waren sich am Ende einig, dass sie auch beim nächsten SO-NRW-Judoturnier, das am 26. September 2020 wiederum in Essen stattfinden wird, dabei sein werden.

Die Ergebnisse sind hier abrufbar.

Bericht: Wolfgang Janko, Judo-Koordinator Special Olympics NRW


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