03.12.2020 07:51 Uhr

Special Olympics Athletinnen und Athleten: Aktive Mitgestaltung in Corona-Zeiten

Special Olympics Deutschland kann auch in Corona-Zeiten auf die aktive Mitgestaltung durch Athletinnen und Athleten mit geistiger Behinderung zählen und würdigt am Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung deren Mut und Engagement. „Trotz oft schwieriger Lebensumstände und ruhender Sportangebote bringen sich viele unserer Athletinnen und Athleten, insbesondere die mehr als 60 Athletensprecherinnen und -sprecher, sehr aktiv ein, sei es in den Gremien, in ihren Einrichtungen oder in den Landesverbänden“, berichtet SOD-Präsidentin Christiane Krajewski.

„Sie nutzen Fortbildungsangebote, halten sich bezüglich der Corona-Maßnahmen auf dem Laufenden und agieren mit vielen Ideen als Fit- und Mutmacher für ihre Sportkameradinnen und -kameraden.“

Dabei ist die derzeitige Lebenssituation der Athletinnen und Athleten alles andere als einfach. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie treffen Menschen mit geistiger Behinderung besonders hart. Die Corona-Krise sorgt zurzeit dafür, dass die Barrieren für ein inklusives Sporttreiben im Sportverein wieder angestiegen sind. Die deutlichen Rückschritte bei der Umsetzung der UN- Behindertenrechtskonvention im Sport und über den Sport hinaus sind bedrohlich.

„Menschen mit geistiger Behinderung sind in besonderer Weise auf Sport- und Bewegungsangebote angewiesen. Hier sind wir als Sportverband und mit unserer Sozialkompetenz gefragt, um uns für entsprechende Rahmenbedingungen einzusetzen und unsere Mitglieder bestmöglich auf den sportlichen Wiedereinstieg vorzubereiten. Inzwischen agieren wir gemeinsam mit den Landesverbänden mit digitalen Bewegungsangeboten, regelmäßigen Informationen, Angeboten in Leichter Sprache sowie mit Empfehlungen und Leitfäden für Veranstaltungen und Wettbewerbe. Mit der Gründung der AG Corona im September haben wir diese Arbeit noch einmal wesentlich intensiviert“, so die Präsidentin.

Die Arbeitsgruppe Corona unter Vorsitz von Prof. Dr. Burckhard Schappert, Präsident von Special Olympics Rheinland-Pfalz, diskutiert Corona-Themen und gibt Handlungsempfehlungen an SOD und die Landesverbände, die auch in Leichte Sprache übersetzt werden.

Oliver Neddermann, Athletensprecher von Special Olympics Bremen, ist aktives Mitglied der AG: „Es ist mir einfach wichtig, dass wir alle gut durch die Corona-Zeit kommen und in der AG kann ich daran mitarbeiten. In der AG kann ich mich super einbringen und auch eigene Vorschläge machen. Wir haben schon über viele Themen gesprochen. Die AG schreibt dann Empfehlungen. Zum Beispiel haben wir eine Empfehlung zum richtigen Lüften geschrieben. Wir überlegen auch, was passiert, wenn nächstes Jahr nicht alle Landes-Spiele stattfinden können. Die Empfehlungen werden auch in Leichter Sprache geschrieben. Das ist mir sehr wichtig. Die Empfehlungen helfen den Athletinnen und Athleten dabei, die ganze Situation besser zu verstehen und damit zurechtzukommen. Wir dürfen den Kopf nicht hängen lassen. Gemeinsam sind wir stark!“

Das findet auch sein Athletensprecher-Kollege Dennis Mellentin aus Berlin, der auf der SOD-Website und den Social Media Kanälen dazu aufruft, an der Aktion „Mission Inklusion“ aus Anlass des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung teilzunehmen. SOD hat das Crowdfunding-Projekt gestartet, das noch zum 7. Dezember 2020 auf der Fairplaid-Plattform unter www.toyota-crowd.de/missioninklusion laufen wird. Ziel ist es, Geld für inklusive Sportangebote zu sammeln. Das können zum Beispiel Athletensprecherseminare, Sport-Aktionstage oder inklusive Sportevents sein. Dadurch soll ein besserer Einstieg in den Sport- und Lebensalltag der Menschen mit Behinderung nach der Pandemie ermöglicht werden.

Mark Solomeyer, SOD-Athletensprecher und Vizepräsident, ist mit seinen Athletensprecherkolleginnen und -kollegen im ständigen Austausch, kennt die Sorgen und Probleme ihres Corona-Alltags. Wie seine Kollegen Neddermann und Mellentin blickt er nach vorn: „Wir Special Olympics Athleten haben bei allem, was uns grade bewegt, einen großen Lichtblick: Die Vorfreude auf die Weltspiele 2023 in Deutschland!“, erläutert er. “Das sollen unsere Spiele – von Athleten für Athleten – werden, und wir erwarten 7.000 Sportlerinnen und Sportler aus 170 Ländern. Deshalb sind alle 64 Athletensprecherinnen und -sprecher der Landesverbände schon jetzt bei den Vorbereitungen aktiv dabei. Ob wir dann 2023 als Athleten, Helfende, in der Organisation oder bei Projekten dabei sind – es motiviert uns jetzt schon jeden Tag!“


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