Editorial

Von Mark Solomeyer, Athletensprecher und Vizepräsident von Special Olympics Deutschland

Wenn es um die Selbstbestimmung von Athleten geht, sprechen wir nicht nur vom Sport. Wichtig sind auch die andere Bereiche wie Gesundheit, Arbeitsleben, die Familie - und natürlich das Athletensprecherprogramm! 

Für mich ist unheimlich wichtig, dass die Eltern der Athleten zum Sporttreiben und zu Special Olympics stehen, dass mit den Eltern gemeinsam Selbstvertrauen aufgebaut wird. Ich wünsche mir, dass sich Eltern auch noch mehr direkt beteiligen, zum Beispiel mit zu Veranstaltungen kommen und die Athleten auch zu Unified-Angeboten ermutigen.   

Dann können sie direkt sehen, was die Athleten für Stärken entwickeln und was sie leisten können. Und sie selbst können auch erleben, dass man gemeinsam stärker ist als alleine.

Dass immer mehr Unified Projekte angeboten werden, muss unsere Mission sein. In allen Sportarten, an allen Veranstaltungsstätten soll es Unified-Angebote geben. Das kann SOD in den nächsten Jahren leisten und sich einbringen, dass es auch international vorangeht. 

Mit der Familie und den Unified-Angeboten habe ich schon zwei wichtige Themen zur Selbstbestimmung genannt. Ich nenne ein weiteres Thema, für das ich ja bei SOD stehe: Die Athletensprecher. Die sind für mich das beste Beispiel für Selbstbestimmung. 

Stolz auf die Athletensprecher 

Also, wie sie alle mittlerweile Pressearbeit machen, wie sie das immer weiter stärkt und sie Medienleute einladen: Guckt, so trainieren wir, das ist unser Verein, der sich engagiert ... Da haben wir einiges geschafft! Das ist ein Meilenstein, da sind wir stolz drauf. 

Jetzt müssen wir das auf eine andere Ebene heben. Wir müssen uns noch mehr in die Politik, in die Gesellschaft einbringen. Das heißt, wir müssen noch bekannter werden. Da ist mir zuerst das Fernsehen wichtig, dass wir - als Ziel - so viele Sendezeiten bekommen wie die Paralympics.

TV ist mir aus einem Grund noch wichtiger als das Internet (da erreichen wir ja auch eine Menge Leute): Fernsehen können auch die Menschen mit einer größeren Behinderung schauen, und wir wollen alle einbeziehen. Also auch an die denken, die mit dem Internet nichts anfangen können. Das geht es eben auch um Teilhabe - und Selbstbestimmung. Das ist auf Landesebene wichtig und natürlich auch bei Nationalen Spielen wie in Kiel 2018.

Was als nächstes ansteht 

Was sind unsere nächsten Ziele und Vorhaben der Athletensprecher?

- Die Regeln aller Sportarten in Leichter Sprache herausbringen
- Die Eröffnungsfeier der Spiele in Kiel mitgestalten, schon im Konzept
- Athletenpass einführen
- Bewerbungsverfahren für die Neuwahlen im November 2017 gestalten
- Den Fachausschuss Athletensprecher stärken, die Aufgaben für die Mitglieder konkretisieren 
- Leitlininien für die Arbeit der AS in den Landesverbänden entwickeln

Schade ist, dass uns immer noch der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern fehlt und dadurch auch ein Athletensprecher für dieses Land. Ich finde es wichtig, diese Lücke endlich zu schließen. Das gehört also auch noch zu den Zielen. 

Eine gute Sache sind auch die Athletenräte, weil durch mehr Personen auch mehr von Special Olympics in die Länder getragen werden kann. Bisher haben wir sie in vier Ländern. Es ist nicht so einfach: Wie kommen die Leute aus den verschiedenen Einrichtungen zusammen? Nicht jeder ist mobil, manche brauchen eine Betreuungsleistung, wie bekommen wir das hin? 
Daran arbeiten wir und Ziel ist es, dass die Athletenräte auf Landesebene auch so tagen und arbeiten können, wie wir das auf der Bundesebene machen. 

Also: Es läuft sehr gut mit den Athletensprechern. Wir haben tolle Erfahrungen miteinander und jeder weiß, was der andere macht. Ideen reifen. Ich finde es auch sehr positiv, dass wir als Athletensprecher immer mehr zusammenarbeiten. Zum Beispiel fahre ich kommende Woche ins Saarland, um mich mit dem Athletensprecher dort bei den Landesspielen auszutauschen und die Arbeit zusammen zu machen. Darauf freue ich mich. 

 

 

 

 

 

 

 

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