Ehrenamtler vorgestellt: Enrico Häfner

"Kraftdreikampf bestimmt mein Leben", sagt Enrico Häfner. Der Thüringer ist Nationaler Koordinator dieser Sportart bei SOD und seit 2010 mit Special Olympics verbunden. Mein größter Wunsch nach der Pandemie ist, dass alle Kraftdreikämpfer noch dabei sind und wir den Wettkampf vom Oktober 2020 in Gotha (Thüringen) nachholen können.

Seit wann sind Sie bei SOD, wie kamen Sie zu Special Olympics?

Das erste Mal so richtig mit SOD bin ich 2010 in Bremen in Berührung gekommen. Der Kontakt entstand über Jürgen Günsel. In meiner Einrichtung und bei der Arbeit mit Menschen mit Handicap und psychisch erkrankten Menschen erfuhr ich von Special Olympics und war sofort mittendrin.

Wäre es nicht einfacher, in einem Sportverein Jugendliche zu trainieren?

Kraftdreikampf bestimmt mein Leben, als Jugendlicher betrieb ich diesen Sport selber. Nachwuchsarbeit wurde immer groß geschrieben in unserem Verein und so machte auch ich meine Trainerlizenz. Somit trainierte ich Jugendliche ohne Handicap und seit meiner Arbeit in der Diakonie, auch Menschen mit Handicap. Das erfüllt mich beides. In den letzten 10 Jahren gefällt es mir jedoch besser, die Leute bei SOD zu trainieren.

Spielen Emotionen bei Ihnen und Ihren Athleten eine besondere Rolle?

Im Kraftdreikampf spielen Emotionen eine sehr entscheidende Rolle, wenn man etwas Druck mit Emotionen vermischt, kann aus den Sportlern ein wenig mehr Leistung herauskommen.

Welcher Moment hat Sie in Ihrer ehrenamtlichen Arbeit für SOD besonders bewegt?

Man kann das nicht fest machen an einem besonderen Tag oder Moment. Die Nationalen Spiele oder Wettkämpfe wo alle Kraftsportler zusammen kommen sind immer ein Highlight.

Wie können Sie Ihre berufliche Tätigkeit mit Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit für SOD verbinden?

In meiner Arbeit als Betreuer für psychisch und seelisch erkrankte Menschen komme ich viel rum, in Wohnheime oder auch in Werkstätten für behinderte Menschen. Dort werde ich angesprochen und meistens kommt es dann zu einem Probetraining, die Meisten sind geblieben.

Was macht für Sie den besonderen Reiz Ihrer Sportart aus?

„Einmal Eisen angefasst und du kommst nie wieder los davon.“ Als Trainer zu sehen wie man durch kontinuierliches Training seine persönliche Leistung immer wieder verbessert und das Maximum aus sich raus holt, ist ein besonderer Reiz.

Welche Sportarten interessieren Sie noch – aktiv oder als Zuschauer?

Basketball und Fußball, im Winter auch Biathlon. Basketball hab ich auch mal selber gespielt.

Verändern sich Ihre Athleten durch den Sport und die Wettbewerbe?

Auf jeden Fall. Sie treten viel selbstbewusster auf, entwickeln viel Ehrgeiz und sind sehr diszipliniert.

Wie können Sie am besten abschalten, um Kraft für neue Aufgaben zu tanken?

Meine Familie ist schon ein guter Ruhepol den ich brauche. Spaziergang mit Familie und Hund tun mir auch gut. Gern geh ich auch mal zum Fußball (Kreisliga) und trinke ein Bierchen mit Freunden.

Was liegt Ihnen für die Zukunft von SOD besonders am Herzen?

Dass wir noch größer werden müssen und dass die Öffentlichkeit noch mehr Kenntnis von uns nimmt.

Gibt es etwas, was Sie generell einmal anmerken wollen?

Danke zu sagen an alle die Funktionäre, Trainer und Helfer die immer wieder verschiedene Veranstaltungen bei SOD möglich machen.

Wenn sie es in einem Satz zusammenfassen müssten: Was ist für Sie Special Olympics?

Eine Organisation die gut zu mir passt.

Was können wir tun, damit noch mehr Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung zu Special Olympics finden?

Ich würde mir wünschen wenn man die Öffentlichkeitsarbeit vertiefen könnte. In Bezug auf Kraftdreikampf sind wir nur eine kleine Familie, die zu langsam wächst. Gern würde ich in Einrichtungen zeigen oder dem Menschen dort Kraftdreikampf präsentieren, um zu zeigen, was für eine schöne Sportart das ist. Jedoch ist es sehr schwer, die passenden Mitstreiter/Einrichtungen zu finden.

Wie halten Sie sich in Corona-Zeiten fit und was wünschen Sie sich für sich und Ihr Ehrenamt, wenn die Pandemie vorbei ist?

Ich gehe viel spazieren, privat oder auch beruflich bin ich oft mit meiner Frau und dem Hund unterwegs. Das ist zur Zeit das einzige um ein wenig fit zu bleiben. Mein größter Wunsch nach der Pandemie ist, dass alle Kraftdreikämpfer noch dabei sind und wir den Wettkampf vom Oktober 2020 in Gotha (Thüringen) nachholen können.



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