Jahresrückblick Special Olympics Hessen

Training mit dem SV Darmstadt 98. Foto: SO Hessen.
Fußball-Training beim SV Darmstadt 98. Foto: SO Hessen.

Es fällt uns schwer das zu sagen, aber 2020 war ein besonders erfolgreiches Jahr für Special Olympics Hessen. Es fällt uns deshalb schwer, weil wir das, was wir am liebsten machen, am wenigsten tun konnten: unseren Athletinnen und Athleten Sport (-Veranstaltungen) anbieten. Aber wir haben in diesem Jahr unheimlich viel nach vorne gebracht und uns dadurch für die Zukunft ganz anders aufgestellt. 

Es melden sich immer mehr Leute bei uns, die für uns arbeiten wollen. So haben wir taufrisch eine neue Familienbeauftragte, weil unsere „alte“ so gut war, dass wir sie zur Leiterin unseres Orga-Büros für die Landesspiele gemacht haben. Mit Sarah Florian arbeitet dort auch Luisa Nicklas, und sie hat gleich weitere Studierende aus dem Sport-Management in Darmstadt zu uns geholt. So haben wir jetzt auch eine Ansprechpartnerin für die Mitglieder und Hochschulen. Und wachsen ständig weiter.  

Das Land Hessen unterstützt uns ideell und finanziell. Für die großzügige Förderung in diesem Jahr sind wir richtig dankbar. Wir kommen so gut durch die Krise und können sogar neue Projekte auflegen. Hessen ist bislang das einzige Bundesland, das fest eine Stelle für das 170/170-Projekt zugesagt hat. Der Sportminister unterstützt uns außerdem bei den Landesspielen. Vor allem aber werden wir dort mitgedacht, als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner und Akteurinnen und Akteure in der Vertretung von Menschen mit Behinderung. Das ist eine ganz wichtige Entwicklung.  

Uns in der Krise zu unterstützen, fällt einigen Menschen, Organisationen, Unternehmen sicher schwer. Aber sie tun es. Und dafür sind wir dankbar. Wir werden wahrgenommen als die Organisation, die Menschen mit geistiger Behinderung in Bewegung bringt und als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für ihre Belange. So können wir mit dem Verband der Ersatzkassen ein Projekt zur Stärkung und Selbstvertretung unserer Athletinnen und Athleten auflegen. Für die Landesspiele bekommen wir immer mehr Unterstützung in Form von Werbung, Geld, Sachspenden, Ideen und Volunteers.  

Das Einzige, was uns richtig weh tut, ist, dass wir nur so wenig Kontakt mit unseren Athletinnen und Athleten haben konnten. Deshalb wollen wir gleich Anfang des neuen Jahres ein digitales Treffen mit ihnen einberufen. Wohlwissend, dass das kein echter Ersatz ist.

Umso mehr haben wir uns gefreut, dass wir zumindest mit einigen Athletinnen und Athleten aus den Darmstädter Werkstätten unseren bewegten und bewegenden Adventskalender turnen und drehen konnten. Farah Farzaie, unser Gesicht der Landesspiele in Darmstadt und Goldmedaillen-Gewinnerin im Floorball in Berchtesgaden, ist vor Freude immer wieder in die Luft gehüpft. Ihr könnt uns glauben, Euch zu sehen und mit Euch am Adventskalender zu arbeiten, war das Highlight für uns!

Denn die wenigen Veranstaltungen, die wir über den Sommer machen konnten, haben uns einmal mehr vor Augen geführt, was Sport bedeutet und wie schlimm es ist, wenn man ihn nicht machen kann. Deshalb wollen wir gemeinsam mit der Hochschule Fulda auch die Bewegungspausen in die Werkstätten bringen.

Und deshalb war es etwas ganz Besonderes, dass der SV Darmstadt 98 trotz Krise unsere Athletinnen und Athleten im Rahmen der Europäischen Fußballwoche im Nachwuchsleistungszentrum trainiert hat. Auch bei den Landesspielen werden wir unterstützt – mit den Lilien zusammen zu arbeiten, ist echt eine Freude! Auch mit den dezentralen Spielfesten haben wir – coronabedingt – etwas ausprobiert, was auch im nächsten Jahr funktionieren könnte. Aber noch lieber sind uns Spiel- und Sportfeste, die wir nicht dezentral anlegen müssen, sondern bei denen alle zusammen kommen.   

Corona ist und bleibt die größte Herausforderung. Auch für unsere Landesspiele in Darmstadt. Gleichzeitig halten wir dran fest, weil wir so viel Zuspruch und Ermunterung bekommen und deshalb gar nichts anderes glauben können, als dass es andere, aber tolle Spiele werden. Auf sie konzentrieren wir uns im nächsten Jahr, aber freuen uns auch auf alles, was sich um sie herum entwickelt wie inklusive Spiel- und Sportfeste, den Sport-Besuch bei Einrichtungen, neue Leute, neue Athletinnen und Athleten, neue Projekte und hoffen, dass wir all das bald wieder weitgehend unbeschwert von Corona angehen können.    

Constanze Angermann 
Geschäftsführerin

 

 


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