Jahresrückblick SO Sachsen-Anhalt

Athletin Anne und SOSA Familienbeauftragte Martina Brachwitz fahren Roller für den digitalen inklusiven Lauftreff. Foto: SO Sachsen-Anhalt.
Athletensprecherin Lea Schergun beim Schwimmstart des Triathlon Hölle Special. Foto: SO Sachsen-Anhalt.

Das Jahr 2020 war das siebte Jahr in unserer Verbandsentwicklung und es begann mit einer tollen Veranstaltung in Berlin, nämlich dem Beteiligungsformat von SOD zur Planung der SOWG23 und der feierlichen Vertragsunterzeichnung. Ich durfte unseren dreiköpfigen Athletenrat auf dieser dreitägigen Fahrt begleiten und unterstützen und es war einfach klasse, zu sehen, wie groß der Ideenreichtum der Athletinnen und Athleten zur Gestaltung der Weltspiele war und wie selbstverständlich sich Menschen mit und ohne geistige Behinderung gleichberechtigt und gemeinsam in die Diskussionen eingebracht haben.

Den nächsten Höhepunkt stellten die Nationalen Winterspiele in Berchtesgaden dar, bei denen unser Athletenratsvorsitzender Alexander von Garczynski das Delegationsschild von Sachsen-Anhalt tragen und das Gesundheitsprogramm mit eröffnen durfte. Gemeinsam mit Marion Giesecke, CD für Health Promotion und Präsidiumsmitglied von SOSA, führte er im Anschluss stolz den Bundesbehindertenbeauftragten Jürgen Dusel durch einige Stationen des Programms.

Leider sollte dies das letzte Highlight für die nächsten Monate sein, denn ab da hatte das Coronavirus alles fest im Griff. Sportveranstaltungen wie der Orientierungslauf der Evangelischen Stiftung Neinstedt, ein Tanz-Aktionstag und sportliche Mitmachstationen auf inklusiven Begegnungsfesten, das Gesundheitsprogramm und zahlreiche Netzwerk- und Teilhabekonferenzen mussten abgesagt und das öffentliche Leben heruntergefahren werden.

Für uns rückte eine öffentliche Förderung in weite Ferne und für unsere Athletinnen und Athleten bedeutete dies über viele Wochen lang der Verzicht auf gewohnte Routinen, geliebte Freizeitgestaltungen wie zum Beispiel ihren Sport und soziale Kontakte. Um der damit verbundenen Langeweile und Bewegungsarmut etwas entgegenzusetzen, riefen wir im Mai zu unserem Wettbewerb „Halt dich fit!“ auf. Es galt, zehn Bewegungs- und Gesundheitsaufgaben in den Einrichtungen und Familien zu absolvieren, begleitet durch unsere Social-Media-Kanäle. Im Juli konnte unter allen Teilnehmenden der Sieger gekürt werden. Fast 70 Teilnehmende waren dabei und hielten sich so fit.

Dank niedriger Infektionszahlen konnten wir Anfang September endlich wieder eine Veranstaltung vor Ort anbieten; wenn auch mit vielen Einschränkungen und Kürzungen verbunden. Die Rede ist vom Triathlon „Hölle Special“, dessen Name auf eine Gasse in Quedlinburg zurückgeht, durch welche die Teilnehmenden beim Triathlon laufen müssen. Hatten wir anfangs noch Sorge, ob in der Kürze der Zeit genug Teilnehmende zusammenkommen würden, wurden wir bald von Anmeldungen überrannt und Veranstalter Mark Hörstermann musste die Liste bei 130 Anmeldungen schließen. Bei schönstem Sonnenschein schwammen, radelten und liefen alle Triathletinnen und Triathleten einzeln oder als (Unified-)Staffel ins Ziel – was für ein Erfolg!

Außerdem überraschte uns ein hallescher Sportverein Anfang Oktober mit einem Special-Olympics-Kanurennen und ist nun als Neumitglied mit im Boot. Im Herbst gelang es uns außerdem, für die verbleibenden Monate des Jahres eine Finanzierung für unsere Verbandstätigkeiten vom Land Sachsen-Anhalt zu erhalten.

In punkto Sportveranstaltungen sollte es das leider auch schon wieder gewesen sein, denn die nächste Infektionswelle nahte und so mussten die lang ersehnten und vorbereiteten und für November geplanten Reiter- und Schwimmwettbewerbe abgesagt werden und auch die Planung der Wintersporttage 2021 wurde bald abgebrochen. Als Alternative für dieses Jahr riefen wir im November und Dezember zum digitalen Lauftreff auf – wie toll, dass SONRW eine ähnliche Idee hatte und die Einbindung unserer in Sachsen-Anhalt gelaufenen Kilometer in eine deutschlandweite Aktion ermöglichte.

Doch nicht nur das noch stärkere solidarische Agieren der Landesverbände untereinander, sondern auch der verbandsinterne fachliche Austausch und die sprunghafte Entwicklung digitaler Formate lassen sich als positive Auswirkungen der Coronapandemie benennen. Schade nur, dass unsere Athletinnen und Athleten bei letztgenanntem Punkt bisher nur sehr punktuell mitgenommen werden können – an diesem Thema müssen wir als Gesamtverband dranbleiben.

So fielen auch die Sitzungen unseres Athletenrates in diesem Jahr aus; dahingegen absolvierte Athletensprecherin Lea Schergun mehrere Schülerpraktika bei uns, was eine prima Einbindung Leas in die Verbandsarbeit ermöglichte. Sie ist zum Beispiel als Reporterin aktiv, was Lea große Freude bereitet und berichtet über ihre Tätigkeiten hin und wieder auf unserer Website in ihrem Blog. Für die Verbandsarbeit gewinnen konnten wir auch Martina Brachwitz, die sich als Familienbeauftragte sogleich mit vielen guten Ideen einbrachte.

Eines der digitalen Angebote, die in diesem Jahr entstanden sind und für welches BeuGe-Projektmitarbeiter Georg Melzer in Kooperation mit weiteren Landesverbänden emsig Beiträge erstellt hat, ist der „Gesunde Mittwoch“. Zudem konnten trotz der widrigen Bedingungen zwei Schulungen von Bewegungs- und Gesundheitsexperten stattfinden; sodass nun in den Pfeifferschen Stiftungen in Magdeburg und an der Fachhochschule Magdeburg-Stendal beim Projekt InBiST jeweils sechs Expertinnen und Experten auf ihren Einsatz warten.

Das Projekt „Wir gehören dazu“, welches ebenfalls von Georg Melzer betreut wird, konnte ebenso nur eingeschränkt umgesetzt werden und es gab kaum Möglichkeit, auf Vereine zuzugehen und den Aufbau von Sportangeboten zu initiieren. Doch Positives gibt es auch hier zu berichten; so konnten in vier Fortbildungen insgesamt 52 Übungsleiterinnen und Übungsleiter geschult werden – eine trotz vieler Ausfälle von geplanten Weiterbildungen beachtliche Zahl.

Das Jahr 2020 wird ausklingen mit einer deutschlandweiten Online-Athletendisco und einem Online-Tanzkurs Ende Dezember – welch ein schöner, frohgemuter Ausklang und guter Start ins neue Jahr!

Für das Jahr 2021 freuen wir uns zunächst auf den Bewerbungsstart für die Kommunen für das Host Town Program und die damit verbundene erhoffte positive Entwicklung für unseren Landesverband. Die größten Wünsche sind jedoch, dass wir alle gesund durch den zweiten Lockdown kommen und dass in den nächsten Monaten Training und Teilnahme an Veranstaltungen für unsere Athletinnen und Athleten wieder möglich wird.

Susann Albrecht
Geschäftsführerin


© Special Olympics Deutschland e.V.   |   Website von Kombinat Berlin