Editorial

Christiane Krajewski, Präsidentin (Foto: SOD/Juri Reetz)
Christiane Krajewski, Präsidentin (Foto: SOD/Juri Reetz)

Von Christiane Krajewski, Präsidentin Special Olympic Deutschland 

Liebe Freundinnen und Freunde von Special Olympics,

wenn es uns derzeit als Sportorganisation auch vorwiegend darum geht, in naher Zukunft nach langem Lockdown die Athletinnen und Athleten wieder „in Bewegung“ zu bringen, verlieren wir doch unsere strategischen Ziele niemals aus den Augen. Wir mussten im vergangenen Jahr Rückschläge in der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention hinnehmen. Dennoch: Inklusion im Sport und durch Sport, letztlich die gleichberechtigte Teilhabe am organisierten Sport wie am gesellschaftlichen Leben, bleiben unsere langfristigen Ziele.

Ende vorigen Jahres hat die AG Strategie unter Vorsitz von Kerstin Tack MdB die Arbeit aufgenommen und arbeitet intensiv am Strategieplan 2021-2024. Unter breiter Beteiligung, zum Beispiel in Digitalkonferenzen, wird er diskutiert und weiterentwickelt werden. Fest verankert wird die umfassende Kampagne für die weitere Kommunalisierung, Strukturentwicklung und Stärkung der Teilhabe vor Ort sein. Das ist Ausdruck unserer ganzheitlichen Sichtweise, über den Sport hinaus die Lebenswelten von Menschen mit geistiger Behinderung und deren Wahrnehmung in der Gesellschaft im Blick zu haben. Es ist richtig, das besondere Augenmerk dabei auf die Kommunen zu richten, denn sie müssen inklusiver werden, wenn wir als Gesellschaft den Forderungen der UN-Behindertenrechtskonvention nachkommen wollen.

Ein wesentlicher Bestandteil dieser strategischen Ausrichtung ist das Projekt „LIVE – Lokal Inklusiv Verein(tes) Engagement“, ermöglicht und gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, das gerade jetzt im Februar in die operative Umsetzung gegangen ist. Weitere mehrjährige Projekte (siehe hier im NL) stellen mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen und in unterschiedlichen Fachbereichen Sportvereine, Kommunen und regionale Netzwerke im Mittelpunkt - aber alle eint das gemeinsame Ziel der Schaffung von dauerhaft inklusiven Strukturen in den Regionen. Eine enge Vernetzung besteht dabei mit dem Projekt „170 Nationen – 170 inklusive Kommunen“ in Vorbereitung der Special Olympics World Games 2023. Das ist naheliegend, geht es doch auch bei diesem Projekt um Nachhaltigkeit in Kommunen über die Weltspiele hinaus.

Dass der Gedanke der Nachhaltigkeit verstanden wird, zeigen die ersten Interessensbekundungen für das Projekt „170-170“ ebenso wie die positiven Entwicklungen im Projekt „Wir gehören dazu“ unter den erschwerten Bedingungen der Pandemie.

Die Entwicklung sagt uns auch, dass die Ideen und Werte der Special Olympics Bewegung verstanden und angenommen – und vor allem mitgestaltet – werden. Die große Dynamik, die die Prozesse schon durch die Vorbereitung der Weltspiele aufnehmen, eröffnet uns nie gekannte Möglichkeiten, sehr viele Menschen zu begeistern und auf diesem Weg mitzunehmen.

Die Chancen dafür stehen gut, zumal die Förderer und Partner der großen Projekte dazu einen entscheidenden Beitrag leisten. Deshalb möchte ich der Aktion Mensch Stiftung, dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und dem GKV-Bündnis für Gesundheit im Namen der gesamten Special Olympics Bewegung in Deutschland für ihre großartige Unterstützung und fachliche Begleitung danken.

Es sind diese Entwicklungen, Perspektiven und Vorhaben, die uns auch angesichts des immer noch ruhenden Sportbetriebs und mancher Probleme optimistisch nach vorn schauen lassen. Lassen Sie uns „gemeinsam stark“ weiter an unseren Zielen arbeiten, wir sind auf dem richtigen Weg!

 

 


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