Athletinnen und Athleten entwickeln Logo und Motto der Weltspiele mit

März 2021: SOWG-Workshop mit Athletinnen und Athleten für Logo und Motto der Weltspiele 2023. Foto: LOC
März 2021: SOWG-Workshop mit Athletinnen und Athleten für Logo und Motto der Weltspiele 2023. Foto: LOC

Das gab es noch nie! Athletinnen und Athleten entwickeln in digitalen Workshops Motto und Logo der Spiele 2023 mit!

„Mein Herzschlag geht immer ganz schnell, wenn ich bei Wettbewerben ins Stadion einlaufe und die Zuschauer sehe“, sagt Christian Pohler, Mitglied im NRW-Athletenrat. Er hält ein weißes Blatt Papier in die Computer-Kamera, auf das er gezackte Linien gemalt hat. Mal mit hohen Ausschlägen, mal mit abruptem Richtungswechsel. Was auf den ersten Blick eher abstrakt aussieht, ist der vielleicht wichtigste Schritt auf dem Weg zu einem inklusiven Logo der Special Olympics World Games.  

Das Lokale Organisationskomitee (LOC) hat gemeinsam mit der Münchener Markenagentur BECC und Athletinnen und Athleten aus allen Teilen Deutschlands und der Welt eine digitale Workshop-Reihe auf die Beine gestellt. Ganz getreu dem Motto: von Athleten, für Athleten? Na, Logo! 

LOC-Mitarbeiterin Anne Hohmann hat die digitalen Workshops gemeinsam mit Berlins Athletensprecher Dennis Mellentin und BECC-Kreativdirektor Markus Mögel organisiert. Das Ziel: gemeinsam Motto und Logo für die Special Olympics World Games Berlin 2023 zu entwickeln. „Die Herausforderung war, unter Corona-Bedingungen eine Arbeitsatmosphäre zu schaffen, die zum einen voll auf die Athletinnen und Athleten ausgerichtet war und zum anderen trotz der großen Distanz Nähe und Vertrauen erzeugte“, sagt Anne Hohmann.  

Insgesamt fanden vier Workshops mit Sportlerinnen und Sportlern aus Deutschland und drei digitale Treffen mit internationalen Botschafterinnen und Botschaftern statt. Mit dabei war sogar der vielleicht zurzeit bekannteste Mensch mit Down Syndrom: Chris Nikic, der Ende 2020 als erster Mensch mit dieser Beeinträchtigung den Iron Man absolvierte – die vielleicht härteste Sportprüfung der Welt. Nikic sagte beim Workshop: „Ich freue mich so sehr, so die World Games 2023 mitzugestalten. Zusammen erreicht man einfach mehr!“ 

Aber wie entwickelt man ein echtes inklusives Logo? Zuerst ging es um die Farbwahl. „Auf einem Emotionsrad ordneten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Gefühle beim Sporttreiben einer Farbe zu“, erklärt BECC-Kreativdirektor Mögel. Roller Skaterin Stefanie Wiegel sagte zum Beispiel: „Anspannung ist für mich ganz klar rot. Wenn ich an Glück denke, fällt mir sofort grün ein.“  Diese ganz vielen individuellen Farbentscheidungen fließen allesamt in das finale Logo mit ein. 

Wie genau das Logo aussehen wird, ist noch ein großes Geheimnis. Klar ist aber schon jetzt: Der Herzschlag wird eine wichtige Rolle spielen. Dafür malten Pohler und alle anderen ihren persönlichen Herzschlag auf. So wie er sich anfühlt, wenn sie kurz davor sind, bei den Special Olympics World Games 2023 mitzumachen. Dabei zeigten die Athletinnen und Athleten nicht nur, dass sie voller Vorfreude auf die Spiele in Berlin sind, sondern auch ihre Kreativität. Alle diese Formen – Kreise, Linien, Herzen – sind wichtige Inspirationen bei der Logoentwicklung. 

Zum Schluss wurde dann noch einmal Tacheles geredet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bewerteten in einem Punktesystem von 1 („besser geht’s nicht“) bis 3 („ausbaufähig“) mögliche verschiedene Vorschläge für das große Motto der Spiele. Und dabei wurde alles kritisch hinterfragt, immer mit der Frage im Kopf: Was steht am besten für uns Athletinnen und Athleten? „Das ist mir zu unpersönlich“, sagte Athlet Conrad Kluge zu einem Vorschlag beispielsweise. Und zu einem anderen: „Das finde ich stark, so soll es sein.“ Wie letztlich das Motto lautet und wie das Logo aussieht, wird jetzt von den Profis der Markenagentur BECC final erarbeitet. 

Schon jetzt ist aber klar, dass der Workshop ein riesiger Spaß für alle Beteiligten war. Oder wie es Roller Skaterin Stefanie Wiegel in der abschließenden Feedbackrunde ausdrückt: Sie hält eine 1 hoch, Bestbewertung. Sie formt mit ihren Händen ein Herz – und lacht glücklich. 

Meinungen: 

„Ich freue mich so sehr, so die Special Olympics World Games 2023 in Berlin mitzugestalten. Zusammen erreicht man einfach mehr!“ Chris Nikic, erster Ironman-Finisher mit Down Syndrom 

„Es war mega! Es ist toll, wie die Athleten den Special Olympics Spirit beschreiben. Was für ein inspirierender Workshop!" Design Direktor, BECC Agency GmbH

„Die Gedanken und das Feedback der Athleten zu den einzelnen Workshop-Aufgaben waren für mich überraschend und sehr kreativ. Es haben sich für uns ganz neue Sichtweisen eröffnet, die uns helfen werden, ein passendes Motto und ein inspirierendes Logo für die Special Olympics World Games zu entwickeln." Anne Hohmann, LOC 



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