Editorial

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Von Sven Albrecht, Bundesgeschäftsführer SOD

In diesen Wochen erreichen uns fast täglich neue Informationen zur Lockerung der Maßnahmen, die in der Corona-Krise verhängt wurden. Im Bereich des Sports geschieht das noch eher verhalten, ist doch gerade dort durch den engen Kontakt die Gefahr der Übertragung des Virus recht groß.

Dennoch gibt es im Breitensport erste Wiederaufnahmen des Betriebs und man sieht, wie es nach und nach aufwärts geht. Für den Alltag vieler Athletinnen und Athleten ist es zudem ganz wichtig, dass in diesen Tagen die Werkstätten schrittweise wieder öffnen und ein großes Stück Normalität zurückbringen.

Bei SOD bleiben die bereits kommunizierten Maßnahmen bis Ende Juni bestehen: Alle bundesweiten Veranstaltungen, Fortbildungen, Gremiensitzungen etc. sind ausgesetzt. Viele Termine werden mittlerweile als Telefon- und Videokonferenzen wahrgenommen. Das funktioniert gut und wird sicher als ein positiver Aspekt dieser Krisenzeit bleiben und Auswirkungen auf die künftige Art der Kommunikation haben.

Mit den Handlungsempfehlungen haben wir unseren Mitgliedsorganisationen und auch anderen Einrichtungen praktische Hinweise für Bewegung und Sport in der Corona-Zeit gegeben. Dass wir dabei zum größten Teil auf eigene Materialien und Angebote unserer Landesverbände und Mitgliedseinrichtungen zurückgreifen konnten, zeigt einmal mehr, wie gut wir im Bereich Bewegung, Sport und Gesundheit aufgestellt sind.

Wenn die Zahlen der Pandemie weiter zurückgehen und es keine neue Welle von Infizierungen gibt, können wir ab Herbst auch im Sport in eine neue Normalität starten. Größere Veranstaltungen werden dann wohl noch nicht dazu gehören.

Das alles gibt Anlass zu vorsichtigem Optimismus, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir uns in einer tiefen Krise befinden. Das gilt nach wie vor für die gesundheitlichen Gefahren, die vom Corona-Virus ausgehen und die jederzeit wieder zu neuen Krankheitsfällen und damit zu Einschränkungen und Einbußen führen können.

Es besteht zudem die Gefahr, dass jetzt Errungenschaften im Sinne der Inklusion verloren gehen. Wir müssen dafür sorgen, dass Menschen mit geistiger Behinderung und deren Bedürfnisse wahrgenommen werden. Die Corona-Krise und die daraus erwachsenden Herausforderungen zeigen, dass wir uns noch aktiver in gesellschaftliche Debatten einbringen müssen.

Nicht zuletzt gibt es erhebliche finanzielle und wirtschaftliche Auswirkungen, die uns alle im Alltag betreffen und die auch für unseren Verband nicht ohne Folgen bleiben.

Es sind ernsthafte Probleme, denen wir uns stellen und die wir mit größtmöglicher Professionalität und Sozialkompetenz lösen müssen.

Was uns hilft und zuversichtlich bleiben lässt, ist einmal mehr der Special Olympics Spirit, der sich in diesen Tagen besonders deutlich zeigt.

In den letzten Wochen hat sich in den Landesverbänden, den Mitgliedsorganisationen, in Wohngruppen und in den Familien viel getan. Erneut hat sich bewiesen, wie optimistisch, kreativ und pragmatisch unsere Mitglieder sind: Aus der Situation das Beste machen, menschliche Nähe bewahren, sich so gut es geht, fit halten und nach vorn schauen - viele Beispiele dafür sind diesem Newsletter nachzulesen.

Die Landesverbände agieren umsichtig und ideenreich auf die Krisensituation, folgen den Richtlinien von RKI und DOSB, sind in ständigem Austausch mit unseren Fachbereichen. Es hat mich persönlich wieder sehr beeindruckt, wie sich unsere Athletensprecherinnen und – sprecher in den Prozess einbringen: Wie sie ihre Sportkameradinnen und –kameraden motivieren, selbst mit gutem Beispiel vorangehen, aktiv sind, Mut machen, sich an Aktionen beteiligen uns selbst welche initiieren.

Im Namen des SOD Präsidiums möchte ich den Athletinnen und Athleten und Ihnen allen für das großartige Verhalten und für Ihr Engagement in der Corona-Zeit danken! Gerade in Krisensituationen erweist sich die Stärke einer Gemeinschaft – und wir können einmal mehr stolz sein auf Special Olympics und die gelebten Werte.

So ist auch der SOD Spendenlauf schon zur Halbzeit zu einer gemeinschaftlichen Aktion geworden. Athletinnen und Athleten sind mit Begeisterung dabei, ebenso bringen sich Partner, Sponsoren und prominente Persönlichkeiten mit ihren Netzwerken ein und sorgen für öffentliche Aufmerksamkeit. Wir rufen auf zur weiteren Teilnahme auch in der zweiten Halbzeit und freuen uns auf viele ideenreiche und Mut machende Beiträge!

Bleiben Sie auch in den nächsten Wochen zuversichtlich und in Bewegung und halten Sie sich bitte weiterhin an die Regeln, damit Sie alle gesund bleiben.

Ihr
Sven Albrecht


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