Neues aus dem Projekt LIVE

Foto: SOD

Im Projekt „LIVE – Lokal Inklusiv Verein(tes) Engagement“ ist in den letzten Monaten viel passiert. Kommunen hatten die Möglichkeit, sich bis Ende September 2021 für das Projekt zu bewerben und somit den Auf- und Ausbau inklusiver Strukturen vor Ort voranzutreiben.

Insgesamt haben 33 Kommunen diese Chance genutzt und eine Bewerbung eingereicht. Unter den Interessensbekundungen sind jeweils sieben aus den Modellregionen Brandenburg und Baden-Württemberg/ Hessen, drei aus Hamburg, zehn aus Niedersachsen und sechs aus Sachsen/ Sachsen-Anhalt. „Ich freue mich nicht nur über die Anzahl der eingegangenen Bewerbungen, sondern vor allem auch über die Qualität der eingereichten Unterlagen sowie die hohe Motivation der Kommunen und deren Kreativität bei den Projektideen. Es ist toll zu sehen, dass sich Kommunen gemeinsam mit uns auf den Weg machen möchten, Teilhabemöglichkeiten für Menschen mit geistiger Behinderung zu schaffen. Wir werden die nächsten zwei Jahre intensiv dafür nutzen, nachhaltige Strategien für mehr Inklusion vor Ort zu entwickeln“, so Philipp Reis, Projektleiter von LIVE. Aktuell findet der Auswahlprozess statt, welche Kommunen Teil des bundesweiten Projekts werden. Die Bekanntgabe der Entscheidung wird im November erfolgen.

Bis dahin wird die Zeit genutzt, um sich thematisch fortzubilden und zu vernetzen. So kamen beispielsweise die Teams von LIVE und vom Projekt „170 Nationen – 170 inklusive Kommunen“ im Oktober für einen dreitägigen Workshop in Berlin zusammen. Im Fokus stand das gegenseitige Kennenlernen, der Erfahrungsaustausch sowie das Erarbeiten von Strategien für die nächsten Monate. Durch intensive Gruppenarbeiten, gemeinsame Abendessen sowie Tischtennisturniere und/ oder Tanztrainings wurden die drei Tage produktiv genutzt und der Team-Zusammenhalt gestärkt. „Der Austausch hier in Berlin mit den anderen Projektkoordinierenden war sehr wertvoll für uns alle und wir konnten viel voneinander lernen. Gemeinsam können wir größere Schritte in Richtung einer inklusiven Gesellschaft machen. Ich freue mich auf die kommende Zeit“, resümiert Dirk Siegel, Workshop-Teilnehmer und Projektleiter von 170/170 im SO Landesverband Baden-Württemberg. Durch die Gründung von drei Arbeitsgruppen sowie die Planung weiterer Treffen wurde die enge Zusammenarbeit zwischen den Projekten auch für die Zukunft gesichert. Geplant ist, dass im nächsten Zusammentreffen Anfang 2022 auch die Koordinierenden des Projektes „Wir gehören dazu“ mit dabei sind.  

Anschließend widmete sich das Projektteam LIVE einem besonders wichtigen Baustein des Projekts: Der Teilhabe-Beratenden-Schulung. Ziel ist es unter anderem, Menschen mit geistiger Behinderung als Expert*innen in eigener Sache aktiv in alle Prozesse miteinzubeziehen. Dafür sollen deutschlandweit mindestens 50 sogenannte Teilhabe-Beratende geschult werden. Diese werden beispielsweise lernen, wie sie ihre Meinung äußern und andere motivieren können oder auf welchen rechtlichen Grundlagen Inklusion aufgebaut ist. Marie Reichert und Daniela Schulz, Mitarbeiterinnen der SOD Akademie, haben die Schulungsunterlagen in den vergangenen Monaten entwickelt und sie dem Projektteam in Berlin präsentiert. Die erste Pilot-Schulung soll im Januar 2022 durchgeführt werden.

Menschen mit geistiger Behinderung sollen nicht nur in der direkten Arbeit mit den Kommunen eine wichtige Rolle einnehmen, sondern auch auf einer übergeordneten Ebene die Sichtweise der Zielgruppe vertreten. Aus diesem Grund sind zwei Athlet*innen von SOD Mitglied im Beratungsgremium „Teilhabe vor Ort“. Dieses Gremium setzt sich aus 12 Personen zusammen und soll bei der Umsetzung der beiden Projekte LIVE und 170/170 beratend fungieren. Dazu kommen Personen aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern zusammen, welche die Prozesse bestmöglich begleiten sollen. Um dabei auch auf die Bedarfe und Wünsche von Menschen mit Behinderung aufmerksam zu machen, werden Vanessa Giesenberg und Michael Lofink Teil des Gremiums sein. Vanessa war viele Jahre Athletensprecherin in Bremen und ist sehr sportbegeistert. Michael Lofink wurde zum neuen Athletensprecher von BW gewählt, war auch davor schon im Athletenrat tätig und kommt aus dem Radsport. Durch ihre Erfahrungen sowie ihre Sportaffinität werden sie eine wichtige Position im Beratungsgremium einnehmen.

Im nächsten Schritt wird es bei LIVE nun um die konkrete Umsetzung der Inklusionsstrategien in den Kommunen gehen. Die ersten Veranstaltungen sollen dafür Anfang nächsten Jahres umgesetzt werden.



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