Editorial

Carsten Kranz beim Evangelischen Kirchentag 2019. Foto: Markus Mielek
Carsten Kranz beim Evangelischen Kirchentag 2019. Foto: Markus Mielek

Von Carsten Kranz – Chief Operating Officer, Local Organizing Committee der Weltspiele (LOC)

Wie beginnt man in diesen Corona-Zeiten ein Editorial für den Special Olympics Deutschland Newsletter – vielleicht mit ein wenig Zuversicht: Um die Weltspiele 2023 in Berlin müssen wir uns keine Sorgen machen: „Dann ist das durch“, so fasste es der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Klaus Reinhardt, bei der jüngsten Sitzung des Weltspielekomitees vor ein paar Tagen zusammen. Auch für die Nationalen Sommerspiele im Jahr 2022 ist er zuversichtlich. Für die Einrichtungen und Vereine vor Ort, die Arbeit der Special Olympics Landesverbände und des Bundesverbandes wird die Corona Pandemie aber bis weit ins Jahr 2021 hinein die Arbeit überschatten.

Der eine oder die andere wird sich bis hierhin gefragt haben: Wer schreibt denn hier? Der offizielle Titel ist „Chief Operating Officer, Special Olympics Word Games Berlin 2023 Organizing Commitee gGmbH“ und ich bin damit neben Sven Albrecht Geschäftsführer dieser gGmbH, der einhundertprozentigen Tochter von SOD. Kurz gesagt bin ich der, der dafür verantwortlich ist, dass während der Weltspiele organisatorisch alles rund läuft.

Bis ich zu Beginn dieses Jahres mit dieser Aufgabe in die „SO-Familie“ eingetaucht bin, war ich in ähnlicher Funktion über viele Jahre für den Deutschen Evangelischen Kirchentag tätig; auch eine Großveranstaltung, die „Gutes tut“, und als Non-Profit-Organisation unterwegs ist. Dort hatte ich auch meine erste Begegnung mit Special Olympics und ich muss gestehen, bis dahin gehörte ich auch zu den 93 Prozent der Bevölkerung, die unsere Organisation nicht kennen. - Diese Zahl kommt übrigens ganz frisch aus der Marketingstudie, die das LOC in diesem Sommer in Auftrag gegeben hat, um mehr über „Zielgruppensegmente“, „Interessenpotentiale“, „Kommunikationskanäle“ u.ä. zu erfahren.

Ein weiteres Fazit aus der Studie: Mit den Weltspielen einen wichtigen Impuls für Inklusion in unserer Gesellschaft zu setzen – das kommt genau jetzt zur richtigen Zeit.

Und womit beschäftigen sich die rund 40 Mitarbeitenden des LOC noch? – Es sind doch immerhin noch fast drei Jahre bis zu den Weltspielen. In vielen Bereichen steht immer noch viel konzeptionelle Arbeit an: Wie kann unser Jugendprogramm aussehen? Welche Demosportarten wird es geben? Was müssen wir tun, um die Weltspiele (auch) zu einem großen Medienereignis zu machen?

An anderen Stellen wird es aber auch schon ganz konkret, wenn z.B. unser Unterkunftsteam über 60 Hotels besichtigt, hart um günstige Preise verhandelt, mit Special Olympics International (SOI) diskutiert, ob wir mit 80 Prozent „Twin-Betten“ auskommen und Ende des Jahres schon die ersten Anzahlungen erfolgen sollen.

Eine große erste Bewährungsprobe und ein Testlauf stehen für das LOC schon 2022 an, dann organisiert das Team gemeinsam mit dem SOD-Team die Nationalen Spiele in Berlin – also gar nicht mehr so viel Zeit.

Ein wenig Raum muss man dem Team auch immer noch für sich selbst gönnen. Wir organisieren internationale Spiele mit einem internationalen Team, dass sich aktuell aus elf Nationalitäten zusammensetzt – Tendenz steigend. Bürosprachen sind zu 70 Prozent Englisch und zu 30 Prozent Deutsch.

Unsere erste Teamklausur vor ein paar Wochen - gerade als es noch möglich war, mit mehreren Menschen in einem Raum zu sitzen – sah dann so aus: Vorträge auf Englisch, Simultanübersetzung für Dennis Mellentin und Mark Solomeyer, die als Athletensprecher dabei waren, von Englisch in Leichte Sprache Deutsch, parallele Gebärdensprachdolmetschung für unsere Mitarbeiterin Katharina. Die Kollegin Caylie aus Australien und der Kollege Saurabh aus Indien waren per Video dazugeschaltet.

Wir organisieren nicht nur eine Sportveranstaltung, wir organisieren nicht nur ein internationales Multisport-Megaevent, wir wollen als LOC auch Vorbild für Barrierefreiheit und Vorreiter für Inklusion sein. Ein hoher Anspruch – aber mit dem Team der Weltspiele, wie ich es erlebe, ist das zu schaffen.

Ich freue mich darauf und auf die vielen persönlichen Begegnungen mit Ihnen.

Ihr Carsten Kranz



© Special Olympics Deutschland e.V.   |   Website von Kombinat Berlin