Robert Herberg

Berlin, Sportart: Radfahren, Arbeit: Lichtenberger Werkstatt für Behinderte (LWB), Wohnen: WG in Familie 

In der Corona-Zeit hat mir am meisten meine Arbeit gefehlt. Aktiv zu arbeiten und mich zu betätigen, dass die Produktion weiter anläuft, dass es weitergeht im Betrieb. Ich arbeite in der Lichtenberger Werkstatt für Menschen mit geistiger Behinderung und es macht mir sehr viel Spaß, dort zu arbeiten. Mein Alltag hat mir so ein bisschen gefehlt.

Ich war zu Hause. Ich kam aus dem Urlaub, und auf einmal war die Nachricht: Hallo Robert, hier ist Michaela, morgen brauchst du nicht mehr zur Arbeit gehen. Da habe ich ganz komisch geguckt. Dann habe ich einen Sozialarbeiter angerufen, ja, die Werkstatt ist geschlossen wegen Corona.

Dann haben wir uns die Bestätigung davon eingeholt und dann konnten wir die ganzen Sachen machen, die wir uns gewünscht haben, aber nie eingetreten sind, weil die Zeit für uns nicht da war. Also ausgeschlafen, lange Fernsehen geguckt, Filme geguckt, die mal mitten in der Woche liefen, aber die man doch nicht gucken konnte, weil man am nächsten Tag raus musste.

Und ja, wir haben die Sachen gemacht, ein bisschen Computer gespielt. Oma war da. Mama war im Homeoffice, die war ja teils zu Hause, teils auf der Arbeit. Ich wohne in einer WG mit der Familie. Die Zeit war schön und auch anstrengend. Also dieses nervige Weckerklingeln hat mich in der Corona-Zeit jedenfalls nicht gestört. Ich fand es meist angenehm, auszuschlafen.

Am Anfang der Corona-Zeit hatten wir mein Zimmer gemalert. Und dann ist die ganze Stromversorgung mit einem Mal flöten gegangen, weil der Fernseher war an, die Waschmaschine war an und der alte Geschirrspüler war an und noch irgendein Strahler war auch an. Das Ganze hat nicht gehalten. Dann kam einen Tag später der Elektriker und hat das alles in Ordnung gebracht und nochmal getestet.

Ja, dann saßen wir zu Hause während Corona, mein Zimmer war gemalert. Keiner baut dir jetzt einen Geschirrspüler ein wegen Corona. Da hast du ein Gerät, wo eigentlich was reinpasst, und kannst es nicht nutzen. Da haben wir die ganzen Vorräte genommen, alles in den Geschirrspüler reingepackt und hatten dann einen Schrank zum Aufmachen und eine richtige Tür, und das war auch schön und witzig. Na ja, die Not macht erfinderisch.

Ein bisschen Sport haben wir in der Zeit auch gemacht. Zwar nicht diesen aktiven Sport, wie man es eigentlich kennt. Ich habe auch so eine Rüttel-Platte, da kann ich mich raufstellen und selber auch Sport machen oder meinen Hometrainer, damit kann ich auch zuhause Sport machen. Und ich war viel draußen. Bin Fahrrad gefahren, wie zu meinen Frühschichten. Und klar sind die Busse auch gefahren, die Transporter. Aber nein, ich bin unabhängig. Das hätte sonst nicht geklappt, immer Frühschicht, Spätschicht oder Zwischenschicht zu machen.

Als es dann wieder in die Werkstatt ging, bin ich immer mit dem Fahrrad gefahren. Zuvor wäre ich nicht in der Lage gewesen, das so zu machen. Und der Chef war schon recht angetan, dass sich da ein paar Leute gefunden haben. Wir haben dann in Schichten gearbeitet. Mittags sind wir hingekommen und haben bis abends gearbeitet, in der anderen Richtung war es genauso. Früh hin und dann ab Mittag sind wir in das Café gefahren und haben Kaffee getrunken. Und irgendwann kam doch der Sport dazu.

Mit den Schichten, das war nur ersatzmäßig, jetzt ist die Arbeitszeit wieder normal. Jetzt fangen wir an, wenn beide Zeiger oben sind und wir hören auf, wenn beide Zeiger unten auf der Sechs sind.

Und ja, ich vermisse die Special Olympics Wettkämpfe und ich würde mich freuen, wenn es nach Corona mehr Wettkämpfe geben würde.

(Aufgeschrieben von Daniela Schulz)



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