Gastkommentar

Von Prof. Dr. Ulrich Roth, stellv. Vorstandsvorsitzender der Stiftung Würth

Zum ersten Mal mit Special Olympics in Berührung gekommen bin ich im Mai 2014, als ich mit Carmen Würth die Nationalen Sommerspiele in Düsseldorf besuchte. Nachdem ich seit 2010 Carmen Würth bei ihren Projekten begleitete, war es endlich an der Zeit, auch ein Teil von Special Olympics Deutschland zu werden. Doch die Partnerschaft des Unternehmens Würth mit Special Olympics reicht noch weiter zurück in die Vergangenheit.

2008 ging die Adolf Würth GmbH & Co. KG das erste Engagement zu Nationalen Spielen auf Initiative von Frau Carmen Würth, die sogleich Verantwortung im Präsidium übernahm, ein. Die Spiele fanden seinerzeit in Karlsruhe statt – wo ich lange Zeit lebte, allerdings damals leider, wie viele Menschen in Deutschland, noch nicht viel von Special Olympics wusste. Es ist unsere Aufgabe, dies zu ändern!

Seit 2009 ist Würth Premium Partner bei Special Olympics Deutschland. Aktuell wurde der Vertrag um fünf weitere Jahre verlängert, was vor allem im Hinblick auf die Weltspiele in Berlin im Sommer 2023 ein deutliches Signal ist.

Doch das Unternehmen Würth ist nicht nur rein finanzieller Sponsor von Special Olympics, vielmehr wirken bei den Nationalen Spielen Jahr um Jahr eine Vielzahl von Kolleginnen und Kollegen als Helferinnen und Helfer mit und tragen so einen Teil dazu bei, die Barrieren zu überwinden. Nach dieser Teilnahme fragen uns alle nach dem nächsten Termin der Spiele und wie sie weiter ein Teil der Bewegung sein können. Schaffen sie Begegnung als Schlüssel zur Überwindung jeglicher Schwellen.

Fällt der Begriff Special Olympics in der Öffentlichkeit, wird er oftmals mit den Paralympics gleichgesetzt. Doch bei Special Olympics handelt es sich um etwas ganz anderes. Hier ist Dabeisein ebenfalls alles – davon konnte ich mich bei diversen nationalen und Weltspielen bereits überzeugen, beispielshaft seien hier die Nationalen Spiele in Düsseldorf, Hannover, Kiel, Inzell, Willingen oder Berchtesgaden genannt sowie die Weltspiele in Abu Dhabi und Saalbach-Hinterglemm.

Bei all meinen Besuchen der Spiele konnte ich miterleben, mit welch großer Leidenschaft und großem Engagement für den Sieg gekämpft wurde, wobei schlussendlich jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer ein Gewinner ist, frei nach dem Motto „Ich gewinn‘, ich gewinn‘, …“. Hier unterscheiden sich meines Erachtens einige der Olympioniken, denen es einzig und allein um den Erfolg geht, von unseren Sportlern, bei denen der Sport und vor allem die Menschlichkeit im Mittelpunkt stehen.

Nirgendwo habe ich solch ein Miteinander erleben dürfen, wo Stärkere den Schwächeren helfen und Rivalen am Startblock Partner werden, weil sie sich gegenseitig respektieren und die Leistung ihrer „Kontrahentinnen“ und „Kontrahenten“ anerkennen.

Für all unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist dies die beste Schule. Nur gemeinsam sind wir stark und nur durch dieses „Wir-Gefühl“ sind wir tagtäglich zur Höchstleistung für unsere Kunden fähig. So ist im Unternehmen Würth eine Mithilfe bei den Nationalen Spielen fester Bestandteil des Azubiprogramms, aufgrund der Vielzahl an Bewerbungen für die Spiele musste häufig via Los entschieden werden, wer mitkommen darf.

Das ganze Engagement bei Special Olympics geht, wie eingangs bereits erwähnt, auf Carmen Würth zurück. Für sie war die Behinderung ihres Sohnes Markus vor vielen Jahren der Anlass, sich für Menschen mit Behinderung einzusetzen. Sie ist es, die den Reichtum dieser Menschen schon seit nunmehr über 50 Jahren erkannt hat.

Für dieses Engagement wurde Carmen Würth im Jahr 2019 der UN Global Recognition Award „Good Practices of Employability for Workers with Dasability“ verliehen, u.a. durch ihr Engagement für Special Olympics.

So erleben wir es jeden Tag, wenn wir unser Hotel Anne-Sophie betreten, in dem Menschen mit und ohne Behinderung mit großer Freude zusammenarbeiten, dass es gerade die Menschen mit Handicap sind, die unvoreingenommen, voller Emotionen und großer Empathie auf unsere Gäste sowie ihre Kolleginnen und Kollegen zugehen. Eine Umarmung in stressiger Situation spricht dann Bände und muss nicht weiter kommentiert werden.

Genau das erleben wir bei allen gemeinsamen Aktivitäten mit Special Olympics! Ich lade alle Leserinnen und Leser dazu ein, diesen Schatz zu teilen, sei es bei den Nationalen Spielen oder den Weltspielen in Berlin, aber noch viel besser im täglichen Miteinander, in den Schulen, bei der Arbeit oder in Sportvereinen. Den vermeintlichen Nachteil von Menschen mit Behinderung als Vorteil zu sehen, nämlich in der Freude, die diese Menschen in sich tragen und an andere weitergeben, gilt es, für uns alle zu entdecken. Packen wir es an und empfinden unsere Vielfalt als Reichtum!

Ziel des Unternehmens Würth im Rahmen des Engagements bei Special Olympics ist es, die gesellschaftliche Aufmerksamkeit für die Sportlerinnen und Sportler mit geistiger Behinderung weiter zu erhöhen. Dafür bieten uns die kommenden Jahre die besten Chancen, die wir in bewährter partnerschaftlicher Zusammenarbeit nutzen wollen.

Werden Sie Teil von Special Olympics!

Sportliche Grüße
Uli Roth


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