21.04.2020 11:04 Uhr

Nachgefragt: Bei Dunja Kreiser, sportpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Niedersachsen

In der Serie #Nachgefragt lassen wir Prominente aus Politik und Gesellschaft zu Themen wie Sport, Inklusion und Special Olympics zu Wort kommen. Heute steht Dunja Kreiser, sportpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Niedersachsen, Rede und Antwort.

Dunja Kreiser, sportpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Niedersachsen

Sie haben sich dafür eingesetzt, dass Special Olympics Niedersachsen durch das Land Niedersachsen finanziell gefördert wird. Was war Ihre Motivation hierfür und warum ist eine Organisation wie SO NDS wichtig?

Sport hat eine wichtige gesellschaftliche und soziale Funktion. Er verbindet Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht oder ihrem sozialen Status, schafft ein Miteinander und trägt dazu bei, dass wir in der Gemeinschaft Wertschätzung und Anerkennung erleben. Inklusion ist quasi der Grundgedanke des Sports. Für mich ist es selbstverständlich, dass die Möglichkeiten der Partizipation und Mitgestaltung durch den Sport allen Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen zuteilwerden müssen. Hier haben unsere Gesellschaft und mit ihr auch der Sport sicherlich noch einiges an Nachholbedarf. Sowohl in der öffentlichen Wahrnehmung als auch häufig im Trainingsbetrieb findet Sport mit und für Menschen mit Behinderung noch zu wenig statt. Daher unterstütze ich die Ziele und die Arbeit von SO NDS auf allen Ebenen.

Es geht mir einerseits darum, dass Sport für Menschen mit Behinderung die gesellschaftliche Wahrnehmung, Anerkennung und Selbstverständlichkeit erfährt, die ihm zusteht. Darüber hinaus ist mir wichtig, dass auch jeder Mensch mit einer geistigen Behinderung jederzeit und überall die gleiche Möglichkeit bekommt, durch Sport gesellschaftliche Teilhabe, sozialen und gesundheitlichen Ausgleich erleben zu können, wie Menschen ohne geistige Behinderung. Genau dafür setzt sich SO NDS ein.

Wie kann Special Olympics Deutschland in Niedersachsen e.V. einen Beitrag zur Inklusion von Menschen mit geistiger Behinderung leisten?

Ein zentraler Aspekt ist für mich die Sichtbarmachung von Menschen mit geistiger Behinderung im Sport, was zur gesellschaftlichen Normalisierung beiträgt. Darüber hinaus geht es ganz konkret darum, Barrieren und Vorurteile abzubauen, Unterstützung und Aufklärung in den Vereinen zu leisten. Das Sportangebot in den Vereinen muss allen Menschen offenstehen und jeder Sportler und jede Sportlerin soll sich dabei willkommen fühlen.

Durch die Etablierung nachhaltiger Strukturen kann SO NDS entscheidend dazu beitragen, Inklusion noch deutlich stärker in die Vereine und Verbände hineinzutragen und das Miteinander aller Sportlerinnen und Sportler – ob mit oder ohne Behinderung – zu stärken.

Dass SON dabei hervorragende Arbeit macht, zeigen nicht zuletzt der kontinuierliche Ausbau des Sportangebots, die steigenden Mitgliederzahlen und die wachsende Verankerung im organisierten Sport wie bspw. im LSB. Auch für die Landesregierung hat sich SO NDS als wichtiger Partner und Impulsgeber etabliert. Als sportpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion liegt es mir sehr am Herzen, politisch zur Umsetzung der Ziele beizutragen.

In 2023 werden die Special Olympics World Games in Berlin stattfinden. Was können die Weltspiele gesamtgesellschaftlich und langfristig für den Sport in Niedersachsen bringen?

Die Special Olympics World Games sind eine großartige Chance, ein weitreichendes Bewusstsein für die Bedürfnisse und Interessen von Menschen mit Behinderung zu schaffen, ein gesellschaftliches Miteinander zu zelebrieren und somit Inklusion ganz praktisch vorzuleben und langfristig voranzubringen.

Die Special Olympics World Games können ein riesiges Fest werden, in dem Menschen mit und ohne Behinderung miteinander in Kontakt kommen und den Sport völlig selbstverständlich zusammen zelebrieren. Solche Events können einen bedeutsamen Beitrag dazu leisten, Inklusion langfristig zu normalisieren. Denn letztendlich geht es doch darum, dass Menschen mit Behinderung ein ganz selbstverständlicher Teil der Gesellschaft – und auch des Sports – sind und diese Selbstverständlichkeit in den Köpfen und Strukturen des Sports und der Gesellschaft vollständig ankommen muss.

Weitere Interviews aus der Reihe #Nachgefragt finden Sie hier:

Holger Stolz, Landesgeschäftsführer der Lebenshilfe Niedersachsen

Boris Pistorius, Niedersächsischer Minister für Inneres und Sport

Website Dunja Kreiser


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