19.05.2020 10:15 Uhr

Nachgefragt: Bei Sylvia Bruns, FDP-Landtagsabgeordnete und ehrenamtliche Vizepräsidentin Finanzen bei Special Olympics Niedersachsen

In der Serie #Nachgefragt lassen wir Prominente aus Politik und Gesellschaft zu Themen wie Sport, Inklusion und Special Olympics zu Wort kommen. Heute berichtet Sylvia Bruns über ihr ehrenamtliches Engagement für SO NDS.

Sylvia Bruns, FDP-Landtagsabgeordnete, Sprecherin für Soziales, Gesundheit, Gleichstellung und Verbraucherschutz sowie ehrenamtliche Vizepräsidentin Finanzen bei Special Olympics Deutschland in Niedersachsen e.V.

Sie engagieren sich ja ehrenamtlich für Special Olympics Deutschland in Niedersachsen e.V. (SO NDS) als Vizepräsidentin Finanzen. Wie kam es zu der Zusammenarbeit und was war Ihre Motivation hierfür?

Im letzten Jahr wurde ich durch Parteifreunde auf Special Olympics Niedersachsen angesprochen und gefragt, ob ich mir eine Unterstützung vorstellen könnte. Bei der näheren Beschäftigung mit den Special Olympics habe ich von der Entstehungsgeschichte der Bewegung, die auf Initiative von Mitgliedern der Familie Kennedy in USA gegründet wurde, erfahren. Die Motivation, mit der diese Bewegung gegründet wurde, nämlich, dass die Schwester der Gründerin geistig behindert war, hat mich sehr angesprochen. Dies ist ein gutes Beispiel für bürgerliches Engagement, was mir aufgrund meiner politischen und bisherigen beruflichen Tätigkeit in der politischen Erwachsenenbildung sehr nahe steht. Ein weiterer Grund war sicherlich, dass meine beiden Kinder auch sportlich aktiv sind und ich daher die Vorteile des Sports aus eigenem Erleben kenne. An meinem Sohn, der aktiv Wasserball spielt, sehe ich, welche positive Wirkung Erfolg auf die Persönlichkeitsentwicklung von Menschen hat.

Welche Rolle kann eine Organisation wie SO NDS in der niedersächsischen Gesellschaft spielen?

Für mich kann eine Organisation wie Special Olympics Vorbildcharakter in der Öffentlichkeit haben: Hier sind Menschen mit und ohne kognitive Beeinträchtigungen zusammen aktiv. Gleichzeitig ist ein solcher Verein auch ein Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung für den enormen Einsatz der Angehörigen. Sie leisten viel und erleben anhand des Sports, dass Leistung und Verantwortung honoriert wird.

Warum ist es wichtig, dass SO NDS auch mittelfristig durch das Land Niedersachsen gefördert wird? Und wie kann möglicherweise auch die örtliche Wirtschaft einen Beitrag dazu leisten?

Je bekannter eine Organisation in der Öffentlichkeit wird, desto eher steigt der Imagefaktor für Niedersachsen. Das geht jedoch nicht ohne finanzielle Unterstützung, da eine professionelle Organisation und Abwicklung unabdingbar für ein positives Image sind. Durch ein positives Image wird Special Olympics dann wiederum für Wirtschaftsunternehmen als Marketinginstrument interessant, zum Beispiel im Bereich Corporate Social Responsibility.

In 2023 werden die Special Olympics World Games in Berlin stattfinden. Das größte SO Event, zu dem sich auch niedersächsische Athleten qualifizieren können. Wie kann ein solches Event die Inklusionsbewegung in Niedersachsen voranbringen?

Wenn wir mit einer in jeder Hinsicht gut aufgestellten Mannschaft 2023 in Berlin antreten, so hat das auch eine Sogwirkung für die Inklusion in Niedersachsen. Eine solche Sogwirkung kennt man ja auch aus dem Breitensport, wie dem Fußball, Tennis oder Handball. Das kann auch ein positiver Effekt für Special Olympics sein. Lassen Sie uns in den nächsten Jahren daran gemeinsam arbeiten.

Weitere Interviews aus der Reihe #Nachgefragt finden Sie hier:

Sylvia Bruns, FDP-Landtagsabgeordnete und ehrenamtliche Vizepräsidentin Finanzen bei Special Olympics Niedersachsen

Dunja Kreiser, sportpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Niedersachsen

Boris Pistorius, Niedersächsischer Minister für Inneres und Sport


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